Grafikleistung der Llano-APUs A6-36xx und A8-38xx auf dem Prüfstand

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Fazit


Vor etwa vier Wochen schrieben wir an dieser Stelle, dass AMDs neue Lynx-Plattform zusammen mit den Llano-APUs wohl aktuell die attraktivste Lösung für Gelegenheitsspieler darstellt, sofern diese nicht stets die allerhöchsten Details in Spielen verwenden wollen. Wie der heutige Test unterstreicht, war und ist diese Aussage absolut richtig. Jedoch zeigt die Analyse der Grafikleistung von Llano auch, dass es einige Dinge zu beachten gilt, wenn man mit dem Gedanken spielt sich eine Llano-APU anzuschaffen.

Zunächst einmal ist die Wahl der richtigen Llano-APU ein entscheidendes Kriterium. Die Topmodelle aus AMDs A8-Serie mit der integrierten Radeon HD 6550D erreichen etwa die Leistung einer diskreten Radeon HD 5550. Damit lässt sich beispielsweise das neue Rally-Rennspiel "Dirt 3" immerhin noch mit hohen Details und DirectX 11 genießen. Mit einem Modell aus der A6-Serie muss man jedoch auf rund 20 Prozent an Leistung verzichten – hohe Details sind damit wohl nur noch bei älteren, weniger fordernden Spielen möglich. Dafür ist ein AMD A6-3650 aber auch fast 20 Prozent günstiger als ein AMD A8-3850.

Bild: Grafikleistung der Llano-APUs A6-36xx und A8-38xx auf dem Prüfstand

Um die maximale Grafikleistung zu erhalten, muss man jedoch zu sehr teurem DDR3-1866-Speicher greifen. Wer allerdings auf 2 bis 3 Prozent an Leistung verzichten kann, der kann zu deutlich günstigerem DDR3-1600-Speicher greifen. Da die Latenzen keinen Einfluss auf die Leistung haben, eröffnet sich weiteres Sparpotential.

Nicht empfehlen können wir derzeit den Einsatz einer diskreten Grafikkarte aus der Radeon-HD-6000-Serie zusammen mit der integrierten Grafikeinheit von Llano. Einerseits gibt es noch einiger Treiber-Hürden, bis mehr Spiele unterstützt werden. Zum anderen führen die Mikroruckler jedoch dazu, dass die gefühlte Leistung des Grafikgespanns unter jener einer einzelnen diskreten Grafikkarte liegt.

Deutlich interessanter ist der Einsatz von Software, welche die Grafikeinheit von Llano als Co-Prozessor verwenden kann. Allerdings ist das Angebot aktuell noch sehr überschaubar, und man muss schon länger suchen um passende Applikationen zu finden. Wie die Tests mit dem LuxRenderer oder Flaccl zeigen, bieten OpenCL hierbei großes Potential die Berechnungen durch die Mitverwendung der Grafikeinheit deutlich zu beschleunigen. In diesem Fällen, kann das Llano-Topmodell A8-3850 – also die Kombination aus Quad-Core und iGPU – sogar mit Intels deutlich teureren Vierkern-Modellen auf "Sandy Bridge"-Basis wie etwa einem Core i7 2500K mithalten. Da es jedoch nur wenig passende Software gibt, bleibt die Hauptaufgabe von Llanos iGPU wohl erst einmal die Beschleunigung von Videos und Spielen.

Ein wichtigeres Kriterium dürfte für viele die Leistungsaufnahme der Lynx-Plattform sein. Im Idle zeigt man sich dabei überaus konkurrenzfähig und unter Spielen hat man dank einer deutlich höheren Leistung trotz eines geringfügig höheren Verbrauchs gegenüber die Konkurrenz die Nase vorn. Somit kann man schlussendlich nur noch einmal wiederholen, dass Llano eine sehr attraktive – vielleicht gar die aktuell beste – Option für Spieler mit moderaten Anforderungen ist. Jetzt muss AMD nur noch seine ehrgeizigen Launch-Pläne in die Tat umsetzen, damit auch für jedes Anwender-Profil ausreichend Auswahl besteht.


[fo], 31.07.2011