AMD zündet den Nachbrenner: Phenom II X4 975 und X4 840 im Kurztest

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Spannungen und Temperaturen



Für die nachfolgenden Kapitel ist die Versorgungsspannung für die Prozessorkerne von entscheidender Bedeutung. Daher wollen wir zunächst einen Blick auf die Spannungen des Phenom II X4 840 werfen. Den Phenom II X4 975 müssen wir an dieser Stelle außen vor lassen, da wir diesen nur emuliert haben.

Im Idle besitzt der Phenom II X4 840 eine VID von recht niedrigen 1,05 Volt, unter Last sind es dann aber gleich heftige 1,40 Volt. Für 3,2 GHz ist dies doch sehr viel, verglichen mit anderen Prozessoren in unserem Labor. Die Leistungsaufnahme unter Last dürfte dementsprechend schlecht ausfallen.

Bild: AMD zündet den Nachbrenner: Phenom II X4 975 und X4 840 im Kurztest
Bild: AMD zündet den Nachbrenner: Phenom II X4 975 und X4 840 im Kurztest


Dies sind natürlich nur die theoretischen Werte – in der Realität sieht es etwas anders aus. So hat unser verwendetes Mainboard, das ASUS M4A89GTD Pro/USB3 eine starke Tendenz zum Undervolten – es legt also eine etwas geringere Spannung an. Dadurch ergibt sich im Idle eine gemessene Spannung von 1,04 Volt und unter Last sind es 1,38 Volt.

ModellIdleLast
Phenom II X4 8401,04 Volt1,38 Volt


Leider verhält sich unser Testsample des Phenom II X4 840 in Sachen Temperatur-Sensoren wie eigentlich alle aktuellen AMD-Exemplare in unserem Labor. Keine gängige Softwarelösung kann auch nur näherungsweise vernünftige Temperaturen auslesen. So liegen beispielsweise die Temperaturen im Idle bei angeblichen 14°C – satte 6 °C unter Zimmertemperatur. Absolut unmöglich.

Auch unter Last stoßen wir auf dieses Problem. So wollen uns die digitalen Sensoren Glauben machen, dass die Temperatur bei Belastung aller Kerne bei 32 °C liegt, wohingegen unser Messfühler – platziert auf der Mitte des Heatspreaders zwischen selbigem und Kühlerboden – jedoch satte 20° Celsius mehr vermeldet. Das hier etwas nicht stimmen kann, ist offensichtlich.

Dies ist natürlich sehr ärgerlich, vor allem wenn man sich nicht nur damit begnügt sein System mit Standardeinstellungen zu betreiben. Eine echte Lösung wird es wohl für die aktuellen Prozessoren nicht mehr geben, dafür liegt das Problem zu sehr in der Hardware verankert. So besitzt zwar jeder Kern seine eigenen Sensoren, doch deren Werte werden an ein zentrales Register in der integrierten Northbridge gesendet. Das Register beinhaltet schließlich nur den maximalen Wert aller Kerne, so dass sämtliche Software-Lösungen nur einen Wert für alle Kerne auswerfen. Erschwerend kommt hinzu, dass AMD – ähnlich wie Intel – nicht die exakten Temperaturen in dem Register hinterlegt sondern nur einen Offset-Wert. Anders als Intel verrät AMD diesen Wert jedoch nicht. Dies könnte mit ein Grund für die geschilderte Temperatur-Problematik sein. Da aber auch das AMD-eigene Tool Overdrive keine besseren Werte liefert, gibt es wohl noch einige weitere Baustellen.

Somit muss man festhalten, dass man den Temperatursensoren keinesfalls trauen sollte und einen Sicherheitszuschlag von 10 bis 20 °C miteinbeziehen sollte.