Ein Lückenfüller mit Ambitionen - AMDs Brazos-Plattform im Test

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Praxis: Pro-MHz-Leistung


Aufgrund der komplett neuen Architektur stellt sich somit natürlich die interessante Frage nach der Pro-MHz-Leistung der neuen AMD-Prozessoren. Kann ein E-350 trotz einer ganz anderen Zielsetzung möglicherweise mit einem Athlon II X2 mithalten, wenn beide mit der gleichen Taktrate antreten? Und wenn nicht, welche Prozessor-Serie ist am ehesten mit den neuen Modellen vergleichbar? Die Antworten wollen wir auf dieser Seite geben.

Zu diesem Zweck treten alle Prozessoren mit einem Takt von 1,6 GHz und 4 GByte Speicher im Single-Channel-Betrieb an. Im Falle des Athlon 64 X2 5000+ und des Pentium E6300 kam dabei DDR2-800-Speicher zum Einsatz, sonst DDR3-1066. Darüber hinaus haben wir auch noch den Atom D525 mit 1,8 GHz mit einbezogen. Ein Dual-Core Atom mit Hyperthreading und 1,6 GHz dürfte etwa 10 Prozent weniger Leistung besitzen.

Performance-Index
Alle Tests (ohne Spiele)
Intel Pentium G620 @ 1.6 GHz
202
Intel Pentium G6950 @ 1.6 GHz
179
Intel Pentium E6300 @ 1.6 GHz
161
AMD Athlon II X2 240e @ 1.6 GHz
145
AMD Athlon 64 X2 5000+ @ 1.6 GHz
118
AMD E-350
100
Intel Atom D525 @ 1.8 GHz
84
Prozent
Ranking-Basis
7 Zip
Blender
Cinebench
GIMP
Handbrake x264
ITunes
IrfanView
Lame
MainConcept
Nero AAC Encoder
OggEnc
PCMark05
POV-Ray 3.7
ScienceMark
WinRar
WinZip

Detail-Ansicht
Anmerkung: Der Pentium G9650 und Pentium G620 sind emuliert. Bitte dazu die Bemerkungen in der Testumgebung beachten


Wie die Übersicht unterstreicht, ist der E-350 deutlich langsamer als alle gängigen Desktop-Prozessoren, wobei der Abstand zwischen dem E-350 und dem Athlon 64 X2 ziemlich genau AMDs Angabe von einem Unterschied von 20 Prozent entspricht. Damit ist der E-350 allerdings um mindestens die besagten 20 Prozent langsamer als ein K8-basierter "Turion Neo X2 L625", der über eine Thermal Design Power (TDP) von 18 Watt bei einem Takt von 1,6 GHz verfügt. Obendrein besitzt der Turion Neo ein Dual-Channel-Speicherinterface, welches den Vorsprung nochmals vergrößern sollte. Allerdings verfügt der Turion Neo über keine integrierte Grafiklösung – wird dafür aber noch in einer alten 65-nm-Technologie hergestellt. Schlussendlich wird ein System mit AMDs Turion Neo daher etwas mehr Energie verbrauchen als mit einem E-350 – bietet dafür jedoch ein deutliches Plus an Rechenleistung.

Die auf den ersten Blick schwache Performance des E-350 ist dabei nicht durchweg so schlecht wie sie aussieht. Vielmehr gibt es Applikationen, die den Zacate-Prozessoren offenbar sehr gut liegen und andere die es eher weniger tun – siehe der unten stehende Benchmark-Vergleich. So beträgt beispielsweise der Abstand zwischen dem Athlon 64 X2 und dem E-350 beim 7-Zip-Packer 30 Prozent, verwendet man hingegen WinZip sind es nur noch 13 Prozent. Grund hierfür dürfte die unterschiedliche Verwendung des L2-Caches und der Gleitkomma-Einheit sein.

Im Vergleich zum Atom D525 kann der E-350 mit 1,6 GHz hingegen auf fast der ganzen Linie überzeugen. Einzig – wie auch der unten stehende Vergleich aufzeigt – beim Video-Encoding liegt der Atom in Front. Dennoch reicht es für den E-350 zu einem Vorsprung von 20 Prozent im Mittel. Würde man einen Atom Dual-Core mit 1,6 GHz heranziehen, wären es damit wohl sogar 30 Prozent.

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