Ein Lückenfüller mit Ambitionen - AMDs Brazos-Plattform im Test

Prozessoren | HT4U.net | Seite 11

Die iGPU: Technik


Lassen wir nun erst einmal die reine Prozessor-Leistung hinter uns und wenden uns dem vermeintliche Herzstück der Zacate-Prozessoren zu: der integrierten Grafikeinheit. Diese basiert auf der Evergreen-Architektur, welche auch bei allen Chips der Radeon-HD-5000-Desktop-Serie zum Einsatz kommt. Daher wollen wir an dieser Stelle nur auf die wichtigsten Details eingehen, für alle weiteren Informationen verweisen wir auf unsere zahlreichen Artikel zur Radeon-HD-5000-Serie.

Die integrierte Grafikeinheit des E-350 tauft AMD auf den Namen Radeon HD 6310 und spendiert dieser 80 Shader-Einheiten. Diese sind passend zur Evergreen-Architektur als VLIW-Einheiten (Very Large Instruction Word) angeordnet, wobei stets 5 Einheiten einen VLIW-Verbund bilden. Insgesamt gibt es folglich 16 dieser Vec5 genannten Rechenwerke. Diese sind in zwei SIMD-Cluster (Single Instruction Multiple Data) mit je acht Einheiten eingeteilt. Jedem SIMD-Cluster steht zudem eine Quad-Textur-Mapping-Unit (vier TMUs) zur Seite. Im Gesamten verfügt der Chip also über 8 Texturierungseinheiten. Hinzu kommt eine ROP-Partition mit 4 Raster-Operation-Einheiten.

Bild: Ein Lückenfüller mit Ambitionen – AMDs Brazos-Plattform im Test


Mit diesen Daten entspricht der integrierte Beschleuniger exakt dem RV810 alias Cedar, der unter anderem auf der Radeon HD 5450 zum Einsatz kommt. Somit unterstützt die iGPU auch DirectX 11. Allerdings besitzt die integrierte Grafikeinheit nur einen maximalen Takt von 500 MHz, bei Prozessoren mit einer Thermal Design Power (TDP) von 9 Watt sind es sogar nur noch 280 MHz. Zur besseren Unterscheidung nennt AMD bei diesen die iGPU dann auch folgerichtig Radeon HD 6250.

EckdatenRadeon HD 6310Radeon HD 6250Radeon HD 5450Radeon HD 4350
CodenameWrestlerWrestlerRV810 (Cedar)RV710
Fertigung40 nm40 nm40 nm55 nm
Transistorenunbekanntunbekannt292 Mio.242 Mio.
Taktrate GPU500 MHz280 MHz650 MHz600 MHz
Taktrate Speicher (MHz)533 MHz533 MHz800 MHz / 400 MHz500 MHz
SpeicherartDDR3DDR3DDR3 / DDR2DDR2
Speicheranbindung64 bit64 bit64 bit64 bit
Shader Recheneinheiten80 (64xVec5)80 (64xVec5)80 (64xVec5)80 (64xVec5)
Fähigkeiten pro ShadereinheitMADDMADDMADDMADD
Textur-Einheiten (TMUs)8888
Raster-Operation-Einheiten (ROP)4444
Shader-Model-Version5.05.05.04.1
DirectX-VersionDirectX 11DirectX 11DirectX 11DirectX 10.1
Video-ProzessorUVD3UVD3UVD2UVD2
Audio-Controller7.1 (HD-Bitstream)7.1 (HD-Bitstream)7.1 (HD-Bitstream)7.1 (LPCM, 48kHz, 16bit)


Neben dem Unterschied bei den Taktraten zwischen der iGPU und einer Radeon HD 5450 darf man hinsichtlich der Performance aber auch nicht außer Acht lassen, dass die integrierte Grafikeinheit sich die Speicherbandbreite mit den Prozessorkernen teilen muss. Kommt eine Radeon HD 5450 hier auf 12,8 GByte/s bei Verwendung von DDR3-Speicher, so muss sich die iGPU mit maximal 8,5 GByte/s begnügen. Damit beträgt der Rückstand der Radeon HD 6310 auf die Radeon HD 5450 bei der Rechenleistung 23 Prozent und bei der Speicherbandbreite sind es gar 34 Prozent. Man darf also gespannt sein, wie sich dieser Umstand in der Praxis auf die Leistungsfähigkeit auswirkt.

Bild: Ein Lückenfüller mit Ambitionen – AMDs Brazos-Plattform im Test
GPU-Z erkennt die iGPU noch nicht korrekt (erkennbar an falschen GPU-Takt)