Ein Lückenfüller mit Ambitionen - AMDs Brazos-Plattform im Test

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Die Fusion-Modellpalette


Anders als bei vergangenen Präsentationen üblich, geht AMD bei den neuen Fusion-Prozessoren gleich mächtig in die Vollen und entlässt zahlreiche Ableger in den Markt, aufgeteilt in die Segmente "Desktop", "Embedded" und "Mobil". Für den Desktop-Bereich sieht man dabei zunächst vier Modelle vor, deren Charakteristika in der nachfolgenden Tabelle dargestellt sind.

AMD E-350AMD E-240AMD C-50AMD C-30
CodenameZacateZacateOntarioOntario
Takt [GHz]1,61,51,01,2
Kerne2121
SSEbis SSE4abis SSE4abis SSE4abis SSE4a
CnQjajajaja
Virtualisierungja (AMD-V)ja (AMD-V)ja (AMD-V)ja (AMD-V)
iGPURadeon HD 6310Radeon HD 6310Radeon HD 6250Radeon HD 6250
Shader-Einheiten80808080
iGPU-Takt [MHz]500500280280
DDR3-Takt [MHz]1066106610661066
Transistorenunbekanntunbekanntunbekanntunbekannt
Größe [mm²]75757575
TDP [Watt]181899


Wie die Tabelle unterstreicht gibt es dabei im Wesentlichen vier Unterscheidungskriterien: Anzahl der Kerne, Takt der Kerne sowie der Grafikeinheit und schlussendlich noch die Thermal Design Power (TDP). Sieht man von diesen Punkten einmal ab, sind die Prozessoren identisch. AMD beschneidet sie also nicht in ihrem Funktionsumfang, beispielsweise durch das Deaktivieren der Virtualisierungsfunktion.

Die Klassifizierung der vier Modelle in C- und E-Serie ist dabei sehr einfach zu durchschauen:
  • C-Modell (Ontario): 9 Watt TDP, 280 MHz iGPU-Takt
  • E-Modell (Zacate): 18 Watt TDP, 500 MHz iGPU-Takt
Doch damit ist es dann auch schon vorbei mit der Einfachheit. Warum man extra zwei Codenamen für das gleiche Produkt verwenden muss, verstehen wir nicht und auch die Ziffernfolge finden wir nicht sonderlich hilfreich. Selbst wir, die normalerweise mit den Codenamen auf Du-und-Du sind, müssen diesmal festhalten, dass es langsam undurchsichtig wird. So nennt AMD die gesamte Plattform Brazos, die CPU je nach TDP entweder Ontario oder Zacate, die Architektur der Kerne heißt Bobcat und die iGPU Wrestler. Hinzu kommt dann noch der Hudson genannte Chipsatz. Das man hier schon mal schnell verwirrt ist, ist vorprogrammiert. Aus unserer Sicht täte AMD daher gut daran, einen einheitlichen Namen für diese Prozessor-Klasse einzuführen – beispielsweise Fusion X1 für die Single-Core-Versionen und Fusion X2 für die Zweikern-Modelle. Dies würde auch zur besseren Unterscheidung beitragen. Den letzten Gerüchten zu Folge, wird dieser Wunsch wohl aber nicht erhört werden, denn AMD plant das hier gezeigte Namensschema offenbar auch für zukünftige Generationen zu übernehmen.

Hat man sich jedoch erst einmal mit der Namensgebung vertraut gemacht, fällt noch ein weiteres interessantes Detail in der Tabelle auf. Alle Modelle besitzen die gleiche Die-Größe. AMD gewinnt die Einkern-Ableger schlicht aus den Dual-Core-Versionen in dem man einen Kern deaktiviert. Da diese Prozessoren jedoch fest auf dem Mainboard verlötet werden, gehen wir davon aus, dass hier keine Kern-Freischaltung wie beispielsweise bei zahlreichen Phenom-II- und Athlon-II-Varianten möglich ist.

Bild: Ein Lückenfüller mit Ambitionen – AMDs Brazos-Plattform im Test
Alle Prozessoren besitzen das gleiche Die – egal ob Single- oder Dual-Core