Cubitek Magic Cube im Gehäusetest

Gehäuse & Kühlung | HT4U.net | Seite 12

Gesamtwertung und Fazit


Ein Fazit zu ziehen fällt beim Cubitek Magic Cube nicht leicht. Zwar möchte man die Verarbeitung durchaus als "sehr gut" bezeichnen, doch patzt Cubitek unnötig bei Details, wie bei den messerscharfen Kanten der Blechteile. Vor allem aber entpuppt sich der Lieferumfang als Achillesferse des gesamten Konzepts. Ein modulares PC-Gehäuse mag ja seine Vorteile haben, doch was nützen diese, wenn Kabel zu kurz gewählt sind und die Anleitung kaum mehr als einige Explosionszeichnungen beinhaltet? Dem Anwender werden hier wertvolle Informationen zur Montage und Nutzung des Gehäuses nicht mitgegeben.

Testwertung
Lieferumfang -
Lautstärke o
Lüftungskonzept +
Montage +
Kompatibilität o
Verarbeitung +
Kabelmanagement -
Preis o
Mögliche Bewertungsmerkmale: -- / – / o / + / ++


Doch hat das gesamte Konzept auch einige kleinere konstruktive Schwächen. Der Anwender kann in der Praxis mit dem modularen Aufbau des Alu-Gehäuses nicht viel anfangen, da lediglich ein sinnvoller Aufbau möglich ist. Nicht nur die Kabellänge sondern auch die Konstruktion nimmt dem Anwender die Freiheit die einzelnen Gehäuse nach eigenen Vorlieben zu platzieren. Wieso es beispielsweise nicht möglich ist beide kleinen Cubes hintereinander auf oder unter dem Hauptmodul zu platzieren, ist uns schleierhaft – umso mehr da hierfür lediglich einige Bohrungen mehr nötig wären. Doch vielleicht ist diese konstruktive Beschränkung dem Lieferumfang, oder besser gesagt den mitgelieferten Kabeln zuzuschreiben.

Denn diese sind der nächste Stolperstein bei dem Aufbau des Gehäuses. Wieso Cubitek dem Gehäuse derart kurze Kabelsätze beilegt, bleibt ein Geheimnis. Selbst nach Rücksprache mit dem Hersteller konnten wir hierzu keine verwertbaren Informationen sammeln – zwar wurden wir auf die SATA-Spezifikation die eine maximale Kabellänge von 1,5 m erlaubt hingewiesen, eine Antwort auf die Frage warum diese nicht annähernd ausgereizt wurde blieb man uns schuldig. Im Endeffekt ist der Käufer somit gezwungen bei der Bestellung des Gehäuses zusätzliche, längere Kabel mitzubestellen.

Bild: Cubitek Magic Cube im Gehäusetest

Doch beschränken sich die Ungereimtheiten nicht nur auf die Verkabelung der einzelnen Komponenten, sondern werden im Inneren des Hauptmoduls immer deutlicher. Nach der Auslagerung von Festplattenkäfig und Montageplatz für optische Laufwerke nach Außen, könnte man ein großräumiges Platzangebot im Hauptmodul erwarten, doch zeigen unsere Kompatibilitätstests, dass dem nicht so ist. Ein Kühler der in weitaus kleineren Gehäusen Platz gefunden hat, konnte im Hauptmodul des Magic-Cube-Gehäuses nicht montiert werden – eine weitere, unnötige Beschränkung.

Die Verarbeitung ist sicherlich auf Augenhöhe mit Hauptkonkurrent Lian Li. Alle Innen- und Außengewinde sind sauber geschnitten, Passungen sind so gut wie spielfrei und alle Bleche sind sauber und gerade zugeschnitten. Lediglich die messerscharfen Kanten trüben das Gesamtbild. Auch die Entkopplung aller Laufwerke und der Lüfter überzeugt durch eine sehr gute Dämpfung und simple Montage. Doch damit kommen wir zum nächsten Minuspunkt, der Geräuschkulisse. Wenn auch nicht übermäßig laut, sind die Lüfter des Cubitek Magic Cube alles andere als leise und produzieren ein konstantes, deutlich hörbares Rauschen.

Für wen bietet sich Cubiteks Magic-Cube-Gehäuse also tatsächlich an? Der durchschnittliche Anwender wird zum einen das modulare Konzept nicht dringend benötigen und zum anderen auch das entsprechende Kleingeld nicht aufwenden wollen. Derzeit kostet das komplette System bestehend aus ODD-Cube, Hauptmodul und 3-HDD-Cube rund 147 €. Für das System mit dem 8-HDD-Cube ist derzeit kein Preis gelistet. In jedem Fall lohnt sich ein Einzelkauf der Module nicht – dieser schlägt derzeit mit rund 233 € zu Buche. Das Gehäuses dürfte nur in Einzelfällen eine sinnvolle Wahl sein und bietet sich somit überwiegend für willige Bastler und Enthusiasten mit dickerem Geldbeutel an. Ein "Must-Have" ist es aber auch für diese Gruppe von Anwendern nicht.

[ms], 01.01.2012