Enermax Debütant T40 muss sich im Kühler-Dschungel beweisen

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Detailbetrachtung



Bei seinem Erstlingswerk hat sich Enermax Hilfe von besonderer Seite geholt. In Zusammenarbeit mit der National Taiwan University of Science and Technology wurde der ETS-T40 entwickelt und bekam einige Features spendiert, die aus dem Flugzeugbau abgeleitet wurden, und die Aerodynamik des Kühlkörpers optimieren sollen. Wie auf den Detailbetrachtungen zu sehen ist verfügt jede Lamelle über vier spoiler-artige Ausstanzungen, die zum Lüfter hin geöffnet sind. Zudem befinden sich an den Heatpipes ebenfalls kleine Ausstanzungen.

Bild: Enermax Debütant T40 muss sich im Kühler-Dschungel beweisen
Bild: Enermax Debütant T40 muss sich im Kühler-Dschungel beweisen
Spoiler in den Lamellen Ausstanzungen an den Heatpipes


Insgesamt gibt Enermax drei Optimierungen an, die man als "Stack Effect Flow", "Vortex Generator Flow" und "Vacuum Effect Flow" bezeichnet. Die pompös klingenden Bezeichnungen lassen sich jedoch recht leicht erklären, setzen sie schließlich auf den meisten Menschen bekannte physikalische Effekte.

Den Anfang macht der "Stack Effect Flow", welcher die auf dem ersten Bild zu sehenden Spoiler bezeichnet. Durch die entstehenden Öffnungen in den Lamellen kann die erwärmte Luft innerhalb des Kühlkörpers aufsteigen und somit zirkulieren. Zudem sorgen sie für die Brechung des Luftstroms und dadurch weitere Verwirbelungen. Für alle Kühler gilt, je länger und ausgiebiger sich die Luft innerhalb des Kühlkörpers bewegt, desto mehr Abwärme kann sie aufnehmen und somit abtransportieren. Ist die Luftbewegung allgemein zu gering ist dies der Kühlleistung natürlich nicht zuträglich. Dies geschieht jedoch nur bei passiven Kühlern oder äußerst geringem Luftdurchsatz.


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Als zweites steht der "Vortex Generator Flow" zu Buche. Hinter dieser nichtssagenden Bezeichnung verbergen sich die auf dem zweiten Foto zu sehenden kleinen Spoiler rund um die Heatpipes. Auch diese haben zum Ziel die Luft zu verwirbeln. Damit wird erreicht, dass die Luft eng um die Heatpipes geführt wird, sich dort nicht zu schnell vorbei bewegt, sondern ebenfalls möglichst viel Wärme aufnimmt. Als weiteren Effekt haben die Aussparungen, dass die Luft komplett um die Heatpipes strömt, also auch hinter den Heatpipes, wo sonst eine "tote Zone" entsteht. "hot Zones", also Bereiche an denen sich Hitze staut sollen somit der Vergangenheit angehören.

Als drittes und letztes führt Enermax den "Vacuum Effect Flow" an. Ein Effekt, der streng genommen so ganz und gar nicht neu ist und seit Jahren bei zahlreichen Kühlern auftritt. Wie auf der vorigen Seite beschrieben ist der Kühler seitlich nur mittig geschlossen und somit an den äußerem Seiten offen. Weil sich die Luft im Inneren des Kühlkörpers erhitzt erhöht sich dort auch der Druck. Durch die seitlichen Öffnungen kann nun kühle Luft nachströmen, welche angesogen wird um den Druck wieder auszugleichen. Da der Lüfter jedoch ohnehin Luft einführt und den Druck im Kühlkörper recht hoch hält, sollte dieser Effekt nicht überbewertet werden. Die ersten beiden Maßnahmen sollten deutlich größere Auswirkungen haben.