Intel Core i7 3960X Extreme Edition im Test

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Modellpalette


"Sandy Bridge"-E richtet sich im Desktop-Segment vorwiegend an Enthusiasten. Hinzu kommen Workstation-Nutzer und HPC-Anwender, für die die "Sandy Bridge"-Ableger für den Sockel 1155 nicht genug Performance liefern. Damit ist jedoch der Markt recht überschaubar, weshalb Intel auch nur drei Desktop-Prozessoren plant. Im Server-Sektor wird es hingegen wesentlich mehr Vielfalt geben. Einen ersten Überblick über die jeweiligen Spezifikationen der Desktop-Versionen bietet nachfolgende Tabelle.

ModellCore i7 3960X Extreme EditionCore i7 3930KCore i7 3820
SockelLGA-2011LGA-2011LGA-2011
Takt [GHz]3,33,2 3,6
Turbo-Takt [GHz]3,9/ 3,7/ 3,63,8/ 3,6/ 3,53,8/ 3,7
Kerne664
Hyperthreadingjajaja
L2-Cache pro Kern [KByte]256256256
L3-Cache [MByte]151210
Speicherkanäle444
DDR3-TaktDDR3-1600DDR3-1600DDR3-1600
Transistoren [Mrd.]2,272,27unbekannt
Größe [mm²]435435unbekannt
TDP [Watt]130130130
Preis [US-Dollar]990555unbekannt
Spezifikationen der Desktop-Modelle auf Basis von "Sandy Bridge"-E


Zunächst entlässt Intel nur die beiden Sechskern-CPUs in den Markt. Die Vierkern-Version soll im nächsten Quartal erscheinen. Der Grund hierfür wird bei einem genauen Blick auf die Anzahl der verbauten Transistoren und die Die-Größe offensichtlich. Aktuell fertigt Intel nur ein einziges Die, nämlich jenes für die Server-Prozessoren mit acht Kernen und 20 MByte L3-Cache. Aus diesem gewinnt man durch teilweise Deaktivierung die Sechskern-Versionen. Würde man das gleiche Die auch noch für die Vierkern-Prozessoren verwenden, käme dies der Deaktivierung von rund der Hälfte des Chips gleich. Bei einem derart großen Chip ist dies jedoch nicht gerade kostengünstig und macht nur bei einer sehr schlechten Ausbeute Sinn. Wie uns Intel mitgeteilt hat, wird daher der Core i7 3820 wie alle anderen "Sandy Bridge"-E-Modelle mit vier Kernen ein eigenes Die besitzen, welches im ersten Quartal 2012 auf den Markt kommen wird.

Sieht man von diesem Umstand und den unterschiedlichem Takt ab, bleiben als weitere Differenzierungsmerkmale zwischen den drei Desktop-Modellen die Größe des L3-Caches und die Anzahl der Kerne. Weiterhin unterscheiden sich die Übertaktungsmöglichkeiten. Während die Intel Core i7 3960X Extreme Edition und der Intel Core i7 3930K über quasi unbeschränkte Multiplikatoren verfügen, verabreicht Intel beim Core i7 3820 eine künstlichen Schranke: Der Multiplikator lässt sich für den Prozessor-Takt maximal auf 45 anheben.

In allen anderen Aspekten stimmen die Prozessoren überein. Hyperthreading, Turbo-Modus und AVX sowie AES unterstützen ebenfalls alle Desktop-Ableger.

Somit bleibt als einziges diskussionswürdiges Detail die überraschende Namensgebung. Statt die "Sandy Bridge"-E-Prozessoren ebenfalls unter dem Familien-Namen Core-i7-2000 – wie die meisten anderen "Sandy Bridge"-Prozessoren – zu vermarkten, macht Intel gleich den Sprung hin zur Core-i7-3000-Reihe. Über die Gründe lässt sich trefflich diskutieren. Sollten die für März nächsten Jahres anstehenden "Ivy Bridge"-Prozessoren für den Sockel 1155 jedoch ebenfalls unter diesem Namen auf den Markt kommen, forciert Intel das Namenschaos einmal mehr.

Die Preise für Intels High-End-CPUs sind gewohnte kost. So besitzt die Extreme Edition erneut einen Listenpreis von fast 1000 US-Dollar. Der Intel Core i7 3930K folgt mit 555 US-Dollar. Ein genauer Preis für den Core i7 3820 steht indes noch nicht fest. Vermutlich dürfte er sich aber irgendwo zwischen 300 und 400 US-Dollar einreihen. Desktop-Modelle mit acht Kernen sind im Übrigen aktuell nicht geplant.