Intel Core i7 3960X Extreme Edition im Test

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Fazit


Da ist sie also, die letzte große Neuvorstellung des Jahres 2011 für den Bereich Prozessoren. Wie man angesichts der durchgesickerten Eckdaten bereits im Vorfeld vermuten konnte, hat Intel dabei mit "Sandy Bridge"-E die Messlatte in Sachen Performance auf ein neues Level angehoben und wird für die nächsten Monate wohl die unangefochtene Referenz sein.

Um dieses Ziel zu erreichen setzt Intel bei den neuen High-End-Prozessoren für den Sockel LGA-2011 nicht nur auf die sehr gute "Sandy Bridge"-Architektur, sondern verbaut obendrein auch mächtig viel "Hardware". Mit bis zu sechs Kernen, maximal 15 MByte L3-Cache, einem integrierten PCI-Express-Interface mit 40 Leitungen und einem Speichercontroller, der vier DDR3-1600-Kanäle besitzt, schickt man ein wahrhaftes Schwergewicht ins Rennen – einen für das Desktop-Segment zurecht gestutzten Server-Prozessor. Dieses Schwergewicht kann dabei im Falle des Topmodells Intel Core i7 3960X dank eines sehr potenten Turbo-Modus und Hyperthreading in Sachen Leistung auch absolut überzeugen. Am Ende liegt man so im Mittel 15 Prozent vor dem Vorgänger Core i7 990X. Der Vorsprung auf die Mainstream-Version von "Sandy Bridge" beträgt gar 20 Prozent.

Bild: Intel Core i7 3960X Extreme Edition im Test

Allerdings hat die brachiale Rechenleistung gepaart mit der enormen Hardwareausstattung auch ihren Preis – und zwar nicht nur jenen in Euro. So liegt die Thermal Design Power (TDP) zwar wie üblich bei Intels High-End-Versionen bei 130 Watt, doch in extremen Lastfällen – welche im Desktop-Segment selten sind, im Server-Bereich aber durchaus allgegenwärtig sein können – kann der Turbo nicht voll ausgeschöpft werden. Wer dies will muss schon manuell eingreifen und dann mit 150 Watt und mehr kalkulieren. Bei einer durchaus möglichen Übertaktung auf 4,4 GHz wandert man auch schnell mal auf mehr als 200 Watt – für die CPU alleine wohlgemerkt.

Doch für Enthusiasten mag dies vermutlich zu verschmerzen sein. Gleiches dürfte wohl auch für die horrenden Anschaffungskosten gelten, denn für Mainboard inklusive einem Quad-Channel-Kit mit DDR3-1600-Speicher wandern schnell 300 Euro über die Theke. Wer dann noch Intels optionale Wasserkühlung verwenden möchte, kann nochmals fast 80 bis 100 Euro obendrauf legen. Zu guter Letzt kommt natürlich noch der Prozessor. Wer das hier vorgestellte "Extreme Edition"-Modell Core i7 3960X möchte, muss nochmals rund 1000 Euro hinzufügen. Freilich geht es auch günstiger, denn wie unser Test zeigt muss es kein Quad-Channel-Kit sein und auch DDR-1333-Speicher ist absolut ausreichend. Auch beim Prozessor lässt sich Geld einsparen, denn der Core i7 3930K bietet fast alles was der Core i7 3960X bietet, kostet aber mit rund 550 Euro nur die Hälfte.

Manch einer mag das Produkt bei diesen Preisen als unvernünftig abtun, doch Vernunft ist im absoluten High-End nicht die höchste Priorität. Da geht es in erster Linie um Leistung. So muss man schlussendlich schlicht festhalten, dass Intel mit "Sandy Bridge"-E einen Prozessor in sein Portfolio aufgenommen hat, der dem Enthusiasten und Workstation-Anwender alles bietet was das Herz begehrt – dafür aber eben auch zu gesalzenen Preisen. Weniger gut dürfte dieser Anwendergruppe allerdings der X79-Chipsatz gefallen, der eigentlich nichts anderes als ein umbenannter P67 ist, den Markt aber mit deutlich höheren Preisen erreichen wird.

[fo], 14. November 2011