Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test

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Praxis: Erfahrungen mit dem TurboMode



Die Theorie zum neuen TurboMode liest sich ja auf dem Papier ganz gut, immerhin sprechen der "Burst Mode" und die Einbeziehung der Grafikeinheit in den Turbo für Leistungssteigerungen. Doch ist das auch in der Praxis so? Dazu haben wir den TurboMode ausführlich in der Praxis analysiert und werden die Ergebnisse im Folgenden vorstellen. Die Performance-Ergebnisse finden sich dabei auf der nächsten Seite, wohingegen auf dieser Seite eher Alltagserfahrungen beschrieben sind.


Einfluss der iGPU


Die erste Frage, welche im Zusammenhang mit dem neuen TurboMode bei uns aufkam, war eng mit der integrierten Grafikeinheit verknüpft. Dadurch, dass diese nun ebenfalls einen TurboMode besitzt, haben ihre Temperaturen und Leistungsaufnahme eben auch Auswirkungen auf den TurboMode der Kerne. Es stellt sich somit die Frage, ob bei einem hohen Energieverbrauch der iGPU, die Taktfrequenzen der Kerne reduziert werden.

Bild: Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test
Bild: Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test


Wie die vorstehenden Bilder dabei zeigen, können wir an dieser Stelle eine Entwarnung geben. Zumindest bei uns ist es nicht vorgekommen, dass durch eine starke Belastung der integrierten Grafikeinheit, die Kerne nicht mehr ihren vollen Turbo-Takt nutzen konnten.


Spannungen und Energieverbrauch


Darüber hinaus, konnten wir auch beim Core i7 2600K keine Taktreduktionen bei Nutzung des TurboModes feststellen. Es wurden somit stets die höchst möglichen Taktraten verwendet, selbst wenn nur der kleine Boxed-Kühler zum Einsatz kam. Damit verhält sich das neue Topmodell deutlich konträr zum ersten Lynnfield- oder Bloomfield-Flaggschiff, bei denen wir jeweils eine Verringerung der Taktfrequenzen feststellen konnten. Es besteht somit die berechtigte Hoffnung, dass der neue TurboMode auch nicht mehr ein solch großer Energieschlucker ist, wie es bei der ersten Core-i-Generation der Fall war bzw ist. Dazu gleich noch mehr.

Allerdings wird auch bei "Sandy Bridge" der TurboMode wohl auch kein Effizienz-Wunder sein, schließlich gehen auch bei den neuen Prozessoren mit den gesteigerten Taktraten erhöhte Versorgungsspannungen einher. In der nachfolgenden Tabelle finden sich dabei die real anliegenden Versorgungsspannungen für die Kerne des Core i7 2600K, des Core i5 2500K und des Core i5 2300 auf dem H67-Mainboard von Gigabyte.

Core i7 2600KCore i5 2500KCore i5 2300
ohne TurboModeKerne1,18 Volt1,19 Volt1,21 Volt
mit TurboMode1 Kern1,21 Volt1,21 Volt1,22 Volt
2 Kerne1,21 Volt1,21 Volt1,22 Volt
3 Kerne1,20 Volt1,20 Volt1,22 Volt
4 Kerne1,20 Volt1,20 Volt1,23 Volt
Versorgungsspannungen für die Kerne mit und ohne TurboMode


Damit einhergehend steigt natürlich auch der Energieverbrauch an. Allerdings ist aufgrund der niedrigen Spannungszugaben mit einem eher moderaten Anstieg zu rechnen. Unsere Messungen, die in der nächsten Tabelle dargestellt sind, bestätigen dies. Somit arbeitet der neue TurboMode wesentlich effizienter – zumindest auf den von uns getesteten CPUs auf dem Gigabyte H67A-UD3H. Allerdings verhielten sich die beiden Intel-Mainboards ähnlich, so dass das Mainboard als entscheidender Faktor entfällt. Insgesamt lässt sich somit festhalten, dass der Energieverbrauch nur sehr moderat ansteigt.

Core i7 2600KCore i5 2500KCore i5 2300
GesamtsystemKerne + LLCGesamtsystemKerne + LLCGesamtsystemKerne + LLC
ohne TurboMode156 Watt83,3 Watt145 Watt73 Watt137 Watt66,6 Watt
mit TurboMode162 Watt89,9 Watt147 Watt78 Watt141 Watt69,6 Watt
Energieverbrauch unter Volllast (Linpack-Benchmark) mit und ohne TurboMode


Burst Mode


Schlussendlich bleibt somit noch eine letzte Frage offen, nämlich jene nach dem "Burst Mode". Wie auf der vorangegangenen Seite beschrieben, greift dieser nur unter folgenden Bedingungen:
  • Auslastung von mind. einem Kern
  • Stromfluss größer als 97 Ampere.
Da gerade die letzte Bedingung im normalen Alltag nicht erfüllt ist, haben wir eine Situation konstruiert, in der wir dann doch den "Burst Mode" beobachten konnten. So haben wir alle Turbo-Stufen auf einen Multiplikator von 46 eingestellt – also einen Takt von 4,6 GHz. Anschließend haben wir Core2MaxPerf mit 8 Threads gestartet.

Wie die nachfolgenden Bilder dabei zeigen, wird zu Beginn der volle Takt, also 4,6 GHz ausgeschöpft (linkes Bild), nach wenigen Sekunden geht der Takt jedoch auf 4,2 GHz zurück (rechtes Bild). Ohne "Burst Mode" wäre hingegen von Anfang an ein Takt von 4,2 GHz aktiv gewesen. Die Ergebnisse verdeutlichen zudem noch einmal, das bereits zuvor gesagt. Der neue TurboMode scheint deutlich effizienter zu Werke zu gehen. Aber auch die "Sandy Bridge"-Prozessoren selbst scheinen äußert sparsam zu Werke zu gehen, sonst wären selbst 4,2 GHz bei Volllast mit maximal 95 Watt nicht möglich. Mehr als 95 Watt kann der Verbrauch dauerhaft nicht betragen, da sonst die "Power Control Unit" den Takt reduziert. Wenn wir uns der Leistungsaufnahme zuwenden, dazu noch mehr.

Bild: Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test
Bild: Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test
"Burst-Phase" des TurboModes"normale Phase" des TurboModes



 

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