Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test

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Praxis: Bildqualität der iGPU



Ein wichtiges Kriterium neben der reinen Performance, die wir uns auf der nächsten Seite ansehen werden ist – gerade hierzulande – die Bildqualität. In der Vergangenheit hat sich Intel dabei nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert, was jedoch auf Grund der eher unterdurchschnittlichen Performance nur selten wirklich störend aufgefallen ist. Wie wir auf der nächsten Seite sehen werden, hat man jedoch mittlerweile zumindest zu den Low-Budget-Karten aufgeschlossen, so dass der Aspekt der Bildqualität stärker in den Fokus rückt. Im Folgenden wollen wir uns daher ansehen, wie es um die anisotrope Filterung der HD3000/HD2000 im Vergleich zur Konkurrenz bestellt ist.


Treibereinstellungen


Im aktuellen Treiber bietet Intel ähnlich wie AMD und NVIDIA unterschiedliche Qualitätseinstellungen an. Allerdings befasst man sich dabei vordergründig nur mit der Texturqualität. Damit verbunden verändert man jedoch auch die Güte der anisotropen Filterung, doch dazu gleich noch mehr. Insgesamt kennt der Treiber drei unterschiedliche Qualitätseinstellungen: "Performance", "Balanced" und "Quality".

Bild: Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test

Wie sich die unterschiedlichen Einstellungen auf die Performance auswirken, kann dabei der nachfolgenden Tabelle entnommen werden. Das Ergebnis ist dabei durchaus erstaunlich, denn lediglich "Stalker: Call of Pripyat" büßt an Leistung ein, wenn man die Texturqualität laut Treiber erhöht. Auch die anisotrope Filterung hat bei den gezeigten Spielen – abgesehen von Stalker – keiner nennenswerten Einfluss.

PerformanceBalancedQuality
0x AF16x AF0x AF16x AF0x AF16x AF
Anno 140421.121.621.221.821.121.5
Colin McRae: Dirt 247.747.247.247.647.147.1
Far Cry 249.248.848.649.148.949.1
Mafia II32.932.533.933.533.032.9
Stalker: Call of Pripyat [MQ]29.226.826.724.723.822.4
Stalker: Call of Pripyat [LQ]134.0127.6134.2127.9129.9125.3
Spieleperformance in Bildern pro Sekunde (fps)


AF, Winkelabhängigkeit & Flimmerneigung


Zunächst gilt es dabei die Winkelabhängigkeit der anisotropen Filterung zu untersuchen. Wie üblich haben wir diese mit der Software "3DCenter Filtertester" unserer Partnerseite analysiert. Als erstes wollten wir dabei evaluieren, welchen Einfluss die oben genannte Treibereinstellung auf die Winkelabhängigkeit hat.

PerformanceBalancedQuality
Bild: Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test
Bild: Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test
Bild: Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test


Die gezeigten Bilder offenbaren dabei gleich zwei wichtige Informationen. Zum einen besitzt der anisotrope Filter eine deutliche Winkelabhängigkeit, was zu der Schmetterlingsbildung führt. Zum anderen legen die Bilder jedoch auch offen, was Intel zwischen den drei oben angesprochenen Qualitätseinstellungen ändert. So verwendet Intel in der Quality-Einstellung einen negativen LoD-Bias (LoD = Level of Detail). Dadurch werden zwar früher höher auflösende Texturen eingesetzt, allerdings führt dies dann dazu, dass es zu einer Unterfilterung kommen kann, was sich in sehr starkem Flimmern äußert (siehe Video weiter unten). In der Performance-Einstellung geht man hingegen den umgekehrten Weg und setzt einen positiven LoD-Bias ein, was schlussendlich zu vermatschten Texturen führt. Daher ist weder die Performance- noch die Quality-Einstellung wirklich empfehlenswert, weshalb wir im Folgenden die "Balanced"-Einstellungen verwenden. In dieser Einstellung konnten wir zudem kein Flimmern feststellen (siehe Videos) Man muss allerdings festhalten, dass Intel die LoD-Einstellungen im Treiber vornimmt und somit noch nachbessern kann, sofern man denn will.

QualityBalanced
Bild: Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test
Bild: Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test
Flimmerneigung in der Quality-Einstellung (Man beachte den Platz vor dem Kaiserdom)


Es stellt sich somit die Frage, ob man mit der gezeigten Winkelabhängigkeit konkurrenzfähig ist. Die nachfolgenden Bilder zeigen dabei die mit dem Tool erstellten Screenshots der GMA HD, die sich in den Clarkdale-Prozessoren befindet, der neuen GMA HD 3000 mit "Quality"-Einstellung und einer Radeon HD 5450, die sich Intel als direkten Gegenspieler der HD 3000 herausgepickt hat. Darüber hinaus ist außerdem noch die integrierte Grafikeinheit von AMDs 890GX-Chipsatz vertreten. Die beiden AMD-Vertreter haben wir hier mit "AI on" dargestellt.

Intel GMA HDIntel HD 3000AMD Radeon HD 5450AMD 890GX
Bild: Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test
Bild: Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test
Bild: Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test
Bild: Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test


Wie zu sehen ist, ist die Winkelabhängigkeit der neuen Grafikeinheit noch immer nicht mit jener der Low-Budget-Karten vergleichbar und selbst der Grafikbeschleuniger im 890GX-Chipsatz von AMD schneidet in dieser Disziplin besser ab. Aus diesem Grund haben wir die AMD-Grafikeinheiten auch mit Default-Treibereinstellungen vermessen, da bereits mit diesen Einstellungen eine mindestens ebenbürtige und in vielen Bereichen wie eben beispielsweise dem anisotropen Filter eine bessere Bildqualität abgeliefert wird. Auch der Vergleich zur Grafikeinheit der Clarkdale-Prozessoren ist enttäuschend, denn Verbesserungen können wir zumindest in diesem Bereich nicht entdecken.

Ein weiterer oft zitierter Umstand ist die Flimmerneigung bei aktiviertem anisotropen Filtern. Ein solches Verhalten konnten wir während unserer Tests nicht feststellen, was jedoch nicht heißen soll, dass es nicht existiert. Für einen umfassenden Test von zahlreichen Spielen fehlte uns schlicht die Zeit.

Alles in allem muss man somit an dieser Stelle festhalten, dass Intel in Sachen Bildqualität noch lange nicht die Güte von diskreten Grafikkarten erreicht hat. Hier hat man daher noch einiges an Arbeit vor sich. Dabei ist die Winkelabhängigkeit des anisotropen Filters noch zu verschmerzen ist – die iGPU liefert einfach zu selten genug Leistung um diesen einsetzen zu können. Viel schlimmer wiegt die Flimmerneigung in der "Quality-Einstellung" bedingt durch die vom Treiber erzwungene LoD-Änderung.


 

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