Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test

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Praxis: Performance der iGPU



Kommen wir nun zur Spiele-Leistung der integrierten Grafikeinheit. Wie bereits auf der vorangegangenen Seite festgehalten, testen wir die Intel-Beschleuniger mit der "Balanced"-Einstellung im Treiber. Da AMD eine deutlich bessere Bildqualität selbst bei "AI on" liefert, haben wir diese so vermessen um ein halbwegs fairen Vergleich zu erhalten.

Als Spiele-Benchmarks kommen dabei im Wesentlichen die Spiele zum Einsatz, welche wir auch nachher noch für unseren eigentlichen Benchmark-Parcours vorgesehen haben. Mit von der Partie ist dabei auch Mafia II, welches allerdings mit dem aktuellsten Treiber lauffähig ist. Dies zeigt einmal mehr, dass Intel in Sachen Treiber noch einiges an Arbeit vor sich hat. Unterstrichen wird dies beispielsweise auch durch den Umstand, dass auch der Cinebench erst mit der neusten Treiberversion lauffähig ist, vorher verweigerte er ebenso wie Mafia II den Start. Neben den genannten Spielen kommt zudem auch noch "Stalker: Call of Pripyat" zum Einsatz.

Alle Spiele haben wir bei einer Auflösung von 1280 x 1024 vermessen. Der jeweilige Detail-Grad ist in den Benchmark-Diagrammen eingetragen. Detaillierte Beschreibungen zu den Testsequenzen finden sich auf den letzten Seiten unseres Benchmark-Parcours.

Gerne hätten wir neben den nachfolgenden Ergebnissen dabei auch noch die ein oder andere Taktvariation der neuen Grafikeinheiten untersucht, doch sowohl auf dem Intel- als auch auf dem Gigabyte-Mainboard zeigten sich durch Änderungen des iGPU-Taktes im BIOS keine Veränderungen an den Benchmark-Resultaten. Unser Verdacht ist daher, dass die Taktraten nicht korrekt übernommen werden oder dass Intels TurboMode-Technik für die iGPU hier dazwischen funkt. Wir haben Intel mit diesem Sachverhalt konfrontiert und auch um ein Tool gebeten mit dem wir die Taktraten der Grafikeinheit auslesen können, doch bis heute erreichte uns keine Antwort. Somit müssen wir einen direkten Vergleich zwischen der HD 2000 und HD 3000 ebenso schuldig bleiben, wie ein Pro-MHz-Vergleich zwischen der GMA HD der Clarkdale-Prozessoren und den neuen Grafikeinheiten. Auch den Einfluss der unterschiedlichen Cache-Größen auf die Grafikleistung können wir somit noch nicht in diesem Artikel präsentieren.

Colin McRae: Dirt 2


Colin McRae: Dirt 2
1280 x 1024 [Kein AA/Kein AF]
AMD Radeon HD 5550
93,2
Intel GMA HD 3000
[1350 MHz, 8 MByte]
47,3
AMD Radeon HD 5450
44,6
Intel GMA HD 3000
[1100 MHz, 6 MByte]
39,9
AMD Radeon HD 4350
38,4
Intel GMA HD 2000
[1100 MHz, 6 MByte]
26,7
AMD 890GX
25,5
Intel GMA HD
[900 MHz]
21,3
Frames per Second


Far Cry 2


Far Cry 2
1280 x 1024 [Kein AA/Kein AF]
AMD Radeon HD 5550
105,9
Intel GMA HD 3000
[1350 MHz, 8 MByte]
48,6
Intel GMA HD 3000
[1100 MHz, 6 MByte]
43,3
AMD Radeon HD 5450
41,9
AMD Radeon HD 4350
32,8
Intel GMA HD 2000
[1100 MHz, 6 MByte]
28,6
AMD 890GX
25,1
Intel GMA HD
[900 MHz]
22,3
Frames per Second


Mafia II


Mafia II
800 x 600 [Kein AA/Kein AF]
AMD Radeon HD 5550
75,2
Intel GMA HD 3000
[1350 MHz, 8 MByte]
34,0
Intel GMA HD 3000
[1100 MHz, 6 MByte]
27,6
AMD Radeon HD 5450
27,2
AMD Radeon HD 4350
24,6
Intel GMA HD 2000
[1100 MHz, 6 MByte]
17,6
AMD 890GX
17,3
Intel GMA HD
[900 MHz]
14,6
Frames per Second


Stalker: Call of Pripyat


Stalker: Call of Pripyat
1280 x 1024 [Kein AA/Kein AF]
AMD Radeon HD 5550
324,5
Intel GMA HD 3000
[1350 MHz, 8 MByte]
134,3
Intel GMA HD 3000
[1100 MHz, 6 MByte]
119,8
AMD Radeon HD 5450
103,7
AMD Radeon HD 4350
93,3
Intel GMA HD 2000
[1100 MHz, 6 MByte]
84,0
Intel GMA HD
[900 MHz]
70,0
AMD 890GX
60,4
Frames per Second


Stalker: Call of Pripyat
1280 x 1024 [Kein AA/Kein AF]
AMD Radeon HD 5550
73,2
Intel GMA HD 3000
[1350 MHz, 8 MByte]
26,8
AMD Radeon HD 5450
24,7
Intel GMA HD 3000
[1100 MHz, 6 MByte]
23,2
Intel GMA HD 2000
[1100 MHz, 6 MByte]
18,9
AMD 890GX
16,1
AMD Radeon HD 4350
15,6
Intel GMA HD
[900 MHz]
12,4
Frames per Second


Halten wir an dieser Stelle erst einmal kurz inne und fassen die Ergebnisse zusammen. Die HD-3000-Grafikeinheit im Core i7 2600K kann sich in den bisher gezeigten Benchmarks durchweg knapp vor eine Radeon HD 5450 setzen. Auch die HD 3000 des Core i5 2500K kann sich trotz geringeren Taktraten und dem kleineren Last-Level-Cache noch mit der Radeon HD 5450 messen, so dass man hier erst einmal festhalten kann, dass die HD 3000 in den hier gezeigten Benchmarks geringfügig schneller als eine Radeon HD 5450 ist.

Die schnellste iGPU-Lösung von Intel für das Jahr 2011 kann sich somit gerade einmal mit der langsamsten diskreten DirectX-11-Grafikkarte von AMD messen, die obendrein schon fast ein Jahr auf dem Markt ist. Dies reicht somit gerade einmal um aktuelle Spiele – aber auch ältere Titel – mit niedrigsten Qualitätseinstellungen bei einer Auflösung von maximal 1280x1024 flüssig darzustellen. Erst die mindestens doppelt so schnelle Radeon HD 5550 liefert dann genug Leistung um an qualitätssteigernde Maßnahmen zu denken.

Noch schlechter schneidet wie erwartet die HD-2000-Grafikeinheit mit nur 6 statt 12 EUs ab. Immerhin haben aber die internen Optimierungen sowie die gesteigerten Taktraten dazu geführt, dass die HD 2000 immerhin schneller zu Werke geht als eine "GMA HD" mit 12 EUs. Allerdings liegt man damit zu meist im unspielbaren Frameraten-Bereich. Da ist es auch kein Trost, dass man AMDs schnellste iGPU-Lösung und eine betagte Radeon HD 4350 hinter sich lassen kann.

Sollten die Gerüchte rund um die Grafikeinheit von AMDs kommendem Llano-Prozessor zutreffen, so ist deren Leistung höher als die einer Radeon HD 5550 anzusiedeln. Letztere geht dabei bereits mindestens doppelt so schnell wie die schnellste HD-3000-Lösung zu Werke und diese gibt es aktuell nur in zwei Desktop-Modellen. In Sachen iGPU-Performance muss man somit schlicht festhalten, dass Intel zwar einen großen Schritt nach vorne gemacht hat, dieser aber schlicht noch nicht ausreicht um diskreten Grafikkarten den Kampf anzusagen. Dies wird auch dann besonders deutlich, wenn man sich beispielsweise die nachfolgenden Ergebnisse von Anno 1404 ansieht.

Anno 1404


Anno 1404
1280 x 1024 [Kein AA/Kein AF]
AMD Radeon HD 5550
61,3
AMD Radeon HD 5450
44,6
AMD Radeon HD 4350
39,6
AMD 890GX
27,1
Intel GMA HD 3000
[1350 MHz, 8 MByte]
21,3
Intel GMA HD 3000
[1100 MHz, 6 MByte]
20,4
Intel GMA HD 2000
[1100 MHz, 6 MByte]
16,5
Intel GMA HD
[900 MHz]
14,6
Frames per Second


Die iGPU-Lösungen von Intel fallen hier selbst hinter einen 890GX-Chipsatz von AMD zurück! Grund für diese schlechte Leistung ist der begrenzte Speicher der Intel-Grafikeinheiten. So besitzen diese keinen extra Framebuffer, was sich im Falle von Anno 1404 als Fehler entpuppt. Möglicherweise – aber das ist bisher nur ein Gerücht – korrigiert man dies mit dem nächsten Die-Shrink "Ivy Bridge" nächstes Jahr. Etwas Linderung dürfte sicherlich schon ein höherer Speichertakt verschaffen, doch ausgerechnet diesen untersagt Intel ja auf den H67-Platinen... Ein Grund mehr dedizierte Beschleuniger mit ihrem eigenen Speicher vorzuziehen.


 

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