Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test

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Praxis: iGPU vs. CPU-Performance



Nachdem wir bereits untersucht haben, wie sich die Größe des Last-Level-Caches auf die Leistungsfähigkeit der Prozessorkerne bei Verwendung einer diskreten Grafikkarte sowie auf die Performance der integrierten Grafikeinheit auswirkt, bleibt nun noch eine letzte Frage in diesem Zusammenhang zu beantworten. Wie sieht der Zusammenhang zwischen Prozessorleistung und LLC-Größe aus, wenn statt einer diskreten Grafikeinheit der integrierte Beschleuniger verwendet wird? Die Beantwortung dieser Frage, wird das Thema dieser Seite sein.

Zu diesem Zweck haben wir sowohl den Core i7 2600K (HD3000 und 8 MByte LLC), als auch den Core i5 2500K (HD3000 und 6 MByte LLC) und den Core i5 2300 (HD2000 und 6 MByte LLC) mit einem speziellen Test untersucht. Wir haben gleichzeitig den Ein-Thread-Test des Cinebench sowie einen Durchlauf von "Stalker: Call of Pripyat" gestartet. Letzterer läuft auf der integrierten Grafikeinheit und wird somit Teile des Last-Level-Caches in Beschlag nehmen. Allerdings nutzt dieser Benchmark nur sehr selten zwei Kerne, weshalb der Cinebench-Durchlauf ungestört auf einem freien Kern ablaufen sollten.

Die Ergebnisse des Cinebench-Durchlaufs haben wir anschließend mit den Ergebnissen des gleichen Testszenarios bei Verwendung einer diskreten Grafikeinheit – einer Radeon HD 5450 – verglichen. Somit sollte der Vergleich aufzeigen, wie sich die Verwendung des Last-Level-Caches durch die iGPU auf die CPU-Performance auswirkt. Um einen Einfluss des TurboModes auszuschließen, war dieser bei allen drei Prozessoren deaktiviert.

iGPU vs. CPU-Performance
Core i7 2600K [HD3000, 8 MByte LLC]
Core i5 2500K [HD3000, 6 MByte LLC]
Core i5 2300 [HD2000, 6 MByte LLC]
Cinebench-Punkte
[mit HD 5450]
1,36
1,32
1,13
Cinebench-Punkte
[mit iGPU]
1,27
1,21
1,10
Punkte


Die Ergebnisse unterstreichen die bei der Einführung des Last-Level-Caches aufgeworfene Vermutung, dass die Nutzung der iGPU die CPU-Performance reduziert, da den Kernen selbst weniger Speicherplatz im LLC zur Verfügung steht. Die Verluste sind dabei zwar nicht übermäßig groß, doch 7 Prozent beim Core i7 2600K bzw. 9 bis 10 Prozent beim Core i5 2500K sind durchaus schon deutliche Einbußen und nicht von der Hand zu weisen.

Das Ergebnis des Core i5 2300 erstaunt hingegen auf den Blick etwas, ist es doch vollkommen konträr zu den beiden anderen Resultaten. Eine mögliche Erklärung ist, dass der HD 2000 weniger Cache zur Verfügung gestellt wird als der HD 3000 und die CPU-Kerne somit ungestörter ihrer Arbeit nachgehen können. Im BIOS des H67A-UD3H von Gigabyte wird jedoch für beide Grafikeinheiten ein jeweils 2 MByte großer Bereich ausgewiesen. Auf dem Presse-Briefing deutete Intel allerdings an, dass der Speicherbereich innerhalb des Last-Level-Caches, welchen die iGPU nutzen darf, teilweise durch den Grafiktreiber beeinflusst werden kann. Es könnte somit durchaus sein, dass hier zukünftige Treiberversionen, aber auch zukünftige BIOS-Releases noch Veränderungen in die ein oder andere Richtung ergeben.

Um dem Verhalten auf die Spur zukommen haben wir testweise den Core i7 2600K ohne Hyperthreading sowie TurboMode bei einer Taktfrequenz von 2,8 GHz betrieben. Auch in diesem Fall war der Leistungsverlust deutlich größer als beim Core i5 2300, so dass in unseren Augen obige Erklärung durchaus sinnig ist, der HD 2000 also weniger Cache eingeräumt wird, als der HD 3000.

Stand heute muss man somit konstatieren, dass der größere Last-Level-Cache der Core-i7-Ableger in sehr vielen Situationen von Vorteil ist. Es ist somit zu befürchten, dass die kommenden Core-i3-Modelle mit nur noch 3 MByte LLC hier noch deutlich stärker einbrechen werden, als es hier die Core-i5-Versionen mit 6 MByte LLC tun.


 

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