Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test

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Takt, Temperaturen & Spannungen



Wenden wir uns nun den unseren heutigen Testexemplaren, dem Core i7 2600K, dem Core i5 2500K sowie dem Core i5 2300 zu. Im Folgenden wollen wir nun kurz diese Muster vorstellen und auf die Boxed-Kühler eingehen. Die erwähnten Spannungen sind dabei auf dem H67A-UD3H von Gigabyte abgenommen worden.

Allen drei Modellen gemein ist eine Taktraten von 1600 MHz im Idle. Dies erstaunt auf den ersten Blick, denn die Lynnfield- und Clarkdale-Ableger der ersten Core-i-Generation senkten ihre Taktfrequenz im Idle immerhin auf 1200 MHz ab. Von Nachteil muss dies allerdings nicht unbedingt sein. Ein möglicher Grund für die Anhebung der Taktfrequenzen könnte dabei die Integration der Grafikeinheit sowie der gemeinsame Zugriff der iGPU und der Kerne auf den Last-Level-Cache sein. Die Taktrate des integrierten Grafikbeschleunigers im Idle ist indes bisher nicht bekannt, da – wie schon häufiger erwähnt – bisher keine Software die Taktraten der iGPU auslesen kann.

Daher sind auch deren Taktraten beim Abspielen von Blu-Rays oder beim Spielen (noch) unbekannt. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die iGPU durchaus die Taktraten an die Lastzustände anpasst, denn die Versorgungsspannung für die iGPU variiert bei allen drei Modellen zwischen 0,44 Volt bei ruhendem Windows-Desktop und 1,21 Volt während des Furmark-Tests. Bei der Blu-Ray-Wiedergabe sind es rund 0,54 Volt.

Die Versorgungsspannung für die Kerne liegt da schon deutlich höher. So benötigen die drei Modelle 0,97 Volt im Idle. Interessant ist an dieser Stelle, dass die Versorgungsspannung für die Kerne im Idle auf dem H67-Mainboard von Intel bei nur 0,87 Volt lag. Bisher hat uns der Hersteller jedoch nicht verraten, weshalb auch sein eigenes P67-Board sich wie die Gigabyte-Platine verhält und die Kerne mit 0,97 Volt im Idle ansteuert. Aktuell gehen wir in diesem Fall von einem BIOS-Bug auf dem H67-Board von Intel aus.

Unter Last unterscheiden sich die Spannungen hingegen von Modell zu Modell. Genaue Werte können dabei der nachfolgenden Tabelle entnommen werden, bzw. der Tabelle im Abschnitt zum TurboMode. Der "System Agent" wurde konstant mit 0,92 Volt versorgt.

Core i7 2600KCore i5 2500KCore i5 2300
IdleKerne0,97 Volt0,97 Volt0,97 Volt
GPU0,44 Volt0,44 Volt0,44 Volt
System Agent0,92 Volt0,92 Volt0,92 Volt
LastKerne1,18 – 1,20 Volt1,19 – 1,21 Volt1,21 – 1,23 Volt
GPUmax. 1,21 Voltmax. 1,21 Voltmax. 1,21 Volt
System Agent0,92 Volt0,92 Volt0,92 Volt


Boxed-Kühler


Bild: Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test

Alle Modelle ob K- oder Nicht-K setzen auf einen Kühler, der sehr ähnlich zu jenem der Clarkdale- und Lynnfield-Versionen ist. Allerdings hat sich Intel gegen radial ausgerichtete Kühlfinnen entschieden und setzt stattdessen wieder gekrümmte Aluminium-Finnen ein. Dieser Kühler gefiel uns dabei in Sachen Laufruhe im Idle recht gut und dürfte für die meisten Anwender absolut ausreichen. So lagen bei uns die Kerntemperaturen ermittelt mit CoreTemp im Idle fast 70 °C unter der maximal zulässigen Temperatur – bezeichnet als TJunction. Diese beträgt gemäß CoreTemp bei den "Sandy Bridge"-Ablegern für den Sockel 1155 98 °C. Unter Volllast betrug die Differenz immerhin noch knapp 30 °C. Der Lüfter des Boxed-Kühler drehte dabei gerade einmal mit maximal 1700 Umdrehungen pro Minute und war damit angenehm unauffällig.

Bild: Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test
Bild: Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test
Idle-Temperaturen (Core i7 2600K)Last-Temperaturen (Core i7 2600K)


Erst wenn wir mit einem Föhn die Ansaugluft des Kühlers auf 70 °C – statt 21 °C – erwärmt haben, drehte der Lüfter auf 3200 Umdrehungen pro Minute hoch und war dann deutlich wahrnehmbar. Verglichen mit einer Radeon HD 5830 unter Volllast war es jedoch immer noch leise ;). Alle Temperaturen sind dabei durchaus plausibel, denn unsere Messungen am Rande des Heatspreaders mit Hilfe eines Temperaturfühlers und unserem Metex-Multimeter ergaben 24 °C im Idle und 50 °C unter Last.

Alles in allem muss man somit festhalten, dass die "Sandy Bridge"-Modelle äußert kühl agieren und damit selbst der kleine Boxed-Kühler aus einem geschlossenen Gehäuse heraus nicht wahrnehmbar sein wird.


 

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