Intel "Sandy Bridge": Vierkern-CPUs Core iX 2000 im Test

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Leistungsaufnahme: Gesamtsystem (1)



Wer unsere Prozessor-Artikel regelmäßig verfolgt, der kennt unserer Analysen zur alleinigen Leistungsaufnahme des Prozessors, also den Energieverbrauch des Prozessors inklusive seiner Wandler ohne den ganzen Rest des Systems wie Festplatten, Grafikkarte oder Arbeitsspeicher. Normalerweise ermittelt man diesen Wert dabei mit Hilfe eines Zangenamperemeters und dem 12-Volt-Anschluss auf dem Mainboard, da dieser für gewöhnlich die komplette CPU versorgt.

Normalerweise und gewöhnlich gilt bei Intel-Prozessoren allerdings seit Einführung der Nehalem-Architektur jedoch nicht mehr. Seit dieser Zeit werden Intels Core-i-Prozessoren aus mehreren Spannungsschienen versorgt – so auch "Sandy Bridge". Wie wir bereits zu Beginn des Artikels erwähnt haben, werden über die 12-Volt-Schiene nur die iGPU und die Prozessorkerne samt Last-Level-Cache versorgt. Der komplette "System Agent" inklusive Speichercontroller und PCI-Express-Interface bleibt bei einer Vermessung der 12-Volt-Schiene also außen vor. Die einzige Möglichkeit den gesamten Verbrauch des Prozessors zu erhalten ist ein höchst zeit- und kostenintensiver Mainboardumbau – zu einem solchen Launch wie heute also ein Ding der Unmöglichkeit. Aus diesem Grund müssen wir die Verbrauchswerte für den Prozessor und die iGPU vorerst schuldig bleiben.

Daher konzentrieren wir uns auf dieser Seite und der nächsten einzig und alleine auf den Energieverbrauch des gesamten Systems. Hier präsentieren wir dabei die Ergebnisse für das System bei Verwendung einer Radeon HD 5830, während auf der nächsten Seite die Resultate beim Einsatz der integrierten Grafikeinheit folgen. Sofern vorhanden sind Hyperthreading und TurboMode aktiviert. Als Volllast-Szenario kommt wie seit einiger Zeit ein Linpack-Benchmark zum Einsatz, der es uns ermöglicht sowohl die AMD- als auch die Intel-Prozessoren maximal auszulasten und den größtmöglichen Energieverbrauch hervorzurufen.

Leistungsaufnahme: Gesamtsystem
Idle
Core i7 930 (ohne TM)
83
Core i7 920 (ohne TM)
82
Core i7 980X
81
Core i7 965
81
Phenom II X6 1055T
79
Phenom II X6 1090T
78
Core 2 Quad QX9650
78
Phenom II X6 1100T
76
Phenom II X6 1075T
76
Phenom II X4 955
75
Core 2 Quad Q8300
73
Core 2 Duo E8600
72
Phenom II X4 965
70
Phenom II X3 720
69
Athlon II X4 630
68
Phenom II X2 555
68
Phenom II X4 970
67
Phenom II X4 840
63
Athlon II X2 250
61
Core i5 750
59
Core i7 860
59
Core i7 870
59
Core i7 2600K
58
Core i5 661
58
Core i5 2500K
58
Core i5 2300
58
Watt


Leistungsaufnahme: Gesamtsystem
Last (Linpack)
Core i7 965
244
Core i7 980X
221
Phenom II X6 1100T
213
Phenom II X6 1075T
212
Phenom II X6 1090T
209
Core i7 920 (ohne TM)
208
Core i7 930 (ohne TM)
207
Phenom II X4 965
203
Phenom II X6 1055T
199
Phenom II X4 970
195
Phenom II X4 955
195
Core 2 Quad QX9650
178
Phenom II X4 840
174
Athlon II X4 630
173
Core i7 870
170
Core i7 860
164
Core i7 2600K
162
Phenom II X3 720
149
Core i5 750
148
Phenom II X2 555
147
Core i5 2500K
147
Core i5 2300
141
Core 2 Quad Q8300
135
Core 2 Duo E8600
132
Athlon II X2 250
123
Core i5 661
111
Watt


Die Sockel-1155-Plattform knüpft ganz offensichtlich an die guten Ergebnisse der Vorgängerin auf Basis des Sockel 1156 an. Im Idle liegen die neuen "Sandy Bridge"-Modelle auf dem Niveau der Clarkdale- und Lynnfield-Ableger und unter Last schneidet man angesichts des Taktes und der gebotenen Leistung sogar deutlich besser ab. Dabei muss man zudem noch anmerken, dass es unser Ziel der Volllast-Messung ist den maximalen Energieverbrauch hervorzurufen. Somit haben wir bei Intels "Sandy Bridge"-Prozessoren auch die AVX-Erweiterung mit in das Lastszenario einbezogen. Hätten wir dies nicht getan, wäre der Verbrauch etwa 10 Watt geringer ausgefallen. Angesichts der enormen Leistungszuwächse die AVX verspricht, ist dies durchaus akzeptabel.

Vergleicht man die Leistungsaufnahme an der 12-Volt-Strippe des Netzteils eines Core i7 2500K und eines Core i5 661, so verbraucht letzterer ziemlich genau die Hälfte an Energie (78 Watt zu 37 Watt). Allerdings versorgt der Core i5 661 über diese Schiene nur seine beiden Kerne, der Core i5 2500K hingegen auch den L3-Cache. Somit ist es nicht nur die 32-nm-Fertigung, welche sich hier positiv bemerkbar macht, sondern offenbar greifen auch die auf den ersten Technikseiten angesprochenen Features, die neben einer Leistungssteigerung auch den Energieverbrauch minimieren sollen.


 

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