Lian Li PC-V353 im Gehäuse-Test

Gehäuse & Kühlung | HT4U.net | Seite 8

Kompatibilität und Praxiseinsatz


Um die Kompatibilität unserer Testmuster mit anderer, ausladender Hardware zu prüfen, verwenden wir einige CPU-Kühler sowie eine GeForce-GTX-280-Grafikkarte mit einer Länge von 27 cm. Die aktuell längste Grafikkarte im Markt dürfte die AMD Radeon HD 6990 mit einer Länge von zirka 30,7 cm sein. Damit ist diese Karte noch einmal knapp 4 cm länger als unserer Testproband.

Grafikkarten


Wer vor hat beim Lian Li PC-V353 ausladende Grafikkarten zu verbauen muss vorsichtig sein. Zwar gibt Lian Li eine maximale Grafikkartenlänge von 300 mm an, doch scheiterten wir bereits mit unserer passiv gekühlten 5750. Nicht aufgrund der Länge sondern wegen der Kühlerhöhe. Entsprechend war die Hoffnung unsere große Geforce GTX 280 in das Gehäuse montieren zu können verschwindend gering. Überraschenderweise passte diese Karte allerdings gerade noch so. Nach etwas "Fummelei" ließen sich auch die Stromanschlüsse anschließen. Doch müssen die Kabel hierzu stark geknickt werden – ein Umstand der selbstverständlich nicht empfehlenswert ist. Abschließend bleibt zu sagen, dass sich das Gehäuse für den Einbau von HighEnd-Grafikkarten kaum eignet. Auch kleinere passiv gekühlte Karten können nicht immer verbaut werden. Dem Käufer bleibt nur vor dem Kauf das Datenblatt seiner Grafikkarten nach den Maßen zu durchforsten.

Bild: Lian Li PC-V353 im Gehäuse-Test
Bild: Lian Li PC-V353 im Gehäuse-Test
Eingebaute Geforce GTX 280 geknicktes Stromkabel



Temperaturen


Normalerweise ist die Untersuchung des Temperaturverhaltens von CPU und GPU nicht Teil unserer Gehäusetests. Allerdings haben wir es mit einem passiven Exoten zu tun, womit wir entsprechend dennoch die Temperaturen festgehalten haben. Da bis auf den Netzteillüfter keinerlei Maßnahmen zur aktiven Wärmeabfuhr eingebaut sind und die Gehäusekonstruktion die natürliche Thermik begünstigen soll, sind die Temperaturen in diesem Fall besonders interessant. Unsere Versuche stützen sich auf den Benchmarkparcours unserer CPU-Kühler-Tests, allerdings in leicht abgeänderter Form.

Zunächst untersuchen wir die maximalen Temperaturen der APU nach 10 Minuten synthetischer Vollast mittels den bekannten Tools Prime95 und Furmark. Anschließend prüfen wir die Temperaturen bei eher praxisorientierten Programmen. Hierzu zählen das Flug-Spiel Tom Clancy's HAWX und das Video-Encoding-Programm Handbrake. Die Temperaturen werden mit dem Tool CoreTemp ermittelt.

Temperaturverhalten
synth. Volllast
HandBrake
HAWX
idle
maximale Temperaturen
91,0
80,0
86,0
49,0
° C


Wie man dem Diagramm entnehmen kann, sind die Temperaturen erwartungsgemäß auf einem hohem Niveau. Während die Temperaturen unter synthetischer Volllast nur in seltenen Fällen vorkommen dürften, sind Temperaturen jenseits der 80 °C auch mit normalen Anwendungen erreichbar. Zwischen den Messwerten und der von AMD maximal zugelassenen Temperatur von 90 °C ist kaum noch Puffer, doch in Kombination mit heißen Sommertagen können die Temperaturen durchaus die 90 °C überschreiten. Auch ein Blick auf die Messwerte der Temperaturfühler der Festplatten verrät Temperaturen von knapp unter 50 °C. Ein dauerhafter Betrieb bei solchen Bedingungen führt zu einer deutlich verkürzten Lebenserwartung der eingesetzten Hardware und ist daher nicht empfehlenswert.

Optische Besonderheiten im Betrieb


Da das Lian Li PC-V353 eher auf Understatement ausgelegt ist, gibt es im Betrieb kaum optische Besonderheiten. Lediglich die beleuchteten Power-On- und Reset-Buttons dienen als einfache Eyecatcher. Während der Power-Button dauerhaft blau leuchtend den Einschaltzustand signalisiert beherbergt der Reset-Button eine rot leuchtende LED zur Signalisierung von Festplattenzugriffen.

Bild: Lian Li PC-V353 im Gehäuse-Test


Lautstärke


Den objektiven Eindruck der Geräuschkulisse eines gesamten Gehäuses in Zahlen wiederzugeben stellt sich nicht ganz einfach dar. Je nach dem wo die Lüfter positioniert sind, kann sich eine mehr oder minder starke Lautstärke einstellen. Zusätzlich spielt in der Praxis die Position eines Gehäuses eine entscheidende Rolle. Wird ein Midi-Tower auf einem Schreibtisch gestellt, ist das Geräuschempfinden in Abhängigkeit zu den verbauten Lüftern wieder ein ganz anderes, als wenn es beispielsweise unter einem Schreibtisch steht und damit alleine schon Arbeitsplatte und Distanz dämpfend wirken.

Ein weiterer, wesentlicher Punkt kann sich in der Praxis gegenüber Messungen des Schalldrucks bemerkbar machen: In vielen Fällen sind Gehäuse meist mit ihrer Rückseite nah vor einer Wand positioniert. Und in aller Regel finden sich auf der Rückseite der Netzteillüfter und vielleicht sogar zusätzliche Gehäuselüfter, welche die Luft nach außen transportieren. Durch das Auftreffen des Schalls auf der Wand, kann sich die Geräuschkulisse gegenüber einer freistehenden Messung noch einmal deutlich verändern – auch wieder in Abhängigkeit der zum Einsatz kommenden Lüfter und deren Drehzahlen.

Um solche Probanden annähernd Praxisnah zu vermessen, müsste man eigentlich mit mehreren Mikrofonen – positioniert rund um das Gehäuse – Messungen vornehmen. Einen solchen Messaufbau nimmt beispielsweise Heise in einem konzipierten, schalltoten Raum vor. Da uns diese Methode nicht möglich ist, werden wir nachfolgend drei verschiedene Messungen aufzeigen.

Bild: Lian Li PC-V353 im Gehäuse-Test


Wir ermitteln die Geräuschkulisse auf der Front, der linken Gehäuseseite und der Gehäuserückseite. Dabei verwenden wir das kalibrierte, digitale Messgerät Greisinger AZ-8922. Die Messungen erfolgen dabei nicht im simulierten schalltoten Raum und sind damit nicht direkt vergleichbar mit unseren Messwerten der DAAS-USB-Anlage. Die Werte in den folgenden Tabellen stellen natürlich normierte Angaben dar, d. h. in Bezug auf 1 Meter Abstand zum Testkandidaten. Sie sind allerdings, bedingt durch die Abweichungen zur Norm (Freifeldmessung) lediglich als HT4U-Geräuschkennzahl zu verstehen.

normierter Geräuschpegel in dB(A)
Seitenwand
Gehäusefront
Rückseite
Lüfter auf 12V
16,6
15,9
14,8
db(A)


Auch wenn unser Testkandidat über keine eigenen Lüfter verfügt, ist es dennoch interessant zu prüfen inwieweit sich der großzügige Einsatz von Luftgittern auf andere Geräuschquellen wie Laufwerke und Netzteillüfter auswirkt. Zwar könnte man meinen, dass das Gesamtsystem nahezu lautlos im Betrieb ist, tatsächlich ist es jedoch deutlich vernehmbar. Besonders hörbar sind Festplattenzugriffen sowie ein konstantes Summen der Festplattenmotoren. Diese Geräuschkulisse kann jedoch bei anderer Hardware wieder komplett anders klingen. Unsere Meßinstrument zeigt Werte die durchaus das Prädikat "Silent" verdienen.