Lian Li PC-V353 im Gehäuse-Test

Gehäuse & Kühlung | HT4U.net | Seite 9

Gesamtwertung und Fazit


Keine Frage, auch mit dem PC-V353 kann Lian Li problemlos den selbst gesetzten und gewohnten Qualitätsstandard halten. Der jüngste Spross des Herstellers zählt definitiv zu den größeren HTPC-Gehäusen in bekannter Würfelbauform. Nun mag Lian Li letzteres wohl auch damit rechtfertigen, dass man beispielsweise auch den Einbau von längeren Grafikkarten bis 30 cm ermöglichen wollte.

Testwertung
Lieferumfang +
Lautstärke ++
Lüftungskonzept -
Montage o
Kompatibilität o
Verarbeitung +
Kabelmanagement o
Preis -
Mögliche Bewertungsmerkmale: -- / – / o / + / ++


Aber der potentielle Interessent sollte diesem Versprechen nicht ohne weiteres Vertrauen schenken. Wie unser Test zeigte, war es sehr wohl möglich eine lange GeForce GTX 285 im System zu verbauen, beim Anschluss der oben gelegenen Stromstecker traf man aber bereits auf erste Hürden. Unsere passiv gekühlte PowerColor-Grafikkarte konnten wir überhaupt nicht verbauen, da der Kühler hier ein wenig nach oben über die Platine hinausragte. Enttäuschend, wirbt doch Lian Li als Besonderheit ebenfalls mit einem komplett passiven Kühlkonzept. Da stünde eine passive Grafikkarte doch gut zu Gesicht.

Bild: Lian Li PC-V353 im Gehäuse-Test

Die passive Kühlung des Cubes verlässt sich auf die Temperaturableitung über die normale Thermik und dies geschieht doch recht langsam. Bereits unser Testaufbau mit einer höchst sparsamen Brazos-Plattform und 18 Watt Zacate-CPU stieß unter Last an die von AMD gesetzten Grenzen und das ganz ohne zusätzliche, leistungsfähigere Grafik.

Leider ist Lian Li's Lösung Gehäuselüfter zu verbauen nicht nur umständlich, sondern auch undokumentiert. Auch das fehlende Montagematerial ist bei der derzeitigen Preissituation verwunderlich. An dieser Stelle hätte Lian Li besser daran getan entweder einen langsam drehende, leisen Lüfter mitzuliefern, oder aber das Vorgehen bei der Montage bis ins Detail zu beschreiben. Somit wäre es allenfalls möglich die entsprechenden PC-Komponenten durch aktive Lüfter zu kühlen, was auf Grund der Gehäusebauform und der vielen vorhandenen Öffnungen sich dann wiederum negativ auf die Geräuschkulisse auswirken könnte. Dieser Effekt zeichnet sich bereits bei der Festplatte ab, die trotz ihrer entkoppelten Montage deutlich hörbar war.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Lian Li zu einem Preis von rund 160 Euro ein Aluminium-Gehäuse liefert, welches zwar insgesamt eine solide und edle Anmutung hat, aber bei der Verarbeitung keine Maßstäbe setzen kann. Angesichts der Preisspanne im HTPC-Markt gehört das Gehäuse sicherlich zu den teureren Modellen. Aufgrund der vorgenannten Einschränkungen schiebt Lian Li das PC-V353 in eine Nische, in der es sicherlich von dem ein oder anderem gut betuchten Bastler gefunden wird. Zum erhofften Durchbruch bei den HTPCs verhilft es allerdings nicht.

Lian Li PC-V353 bei Caseking bestellen*

Update 29.09.11: Durch einen Hinweise zur Lüftermontage seitens Lian Li mussten einige Aussagen revidiert bzw. korrigiert werden. Entsprechend wurde das Fazit beim Punkt der Lüftermontage abgeändert und die Bewertung des Lüftungskonzept nach oben korrigiert. Details sind auf der Seite "Interieur & Lüftungskonzept" zu finden.

[ms], 25.09.2011