"Sandy Bridge"-iGPU trifft Grafikkarte - Lucids Virtu-Technologie im Test

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Technik: Wie funktioniert Virtu?


Wie bereits erwähnt handelt es sich bei Virtu um eine Software-Lösung. Diese legt sich dabei zwischen die Grafikschnittstelle des Betriebssystems und den jeweiligen Grafiktreiber bzw. die zugrunde liegende Grafikhardware. So fängt der Virtu-Treiber die DirectX-Befehle ab, bevor diese an die Hardware gesendet werden. Anschließend unterteilt Virtu die abgefangenen Befehle in mehrere Kategorien. Je nach Kategorie, werden die Befehle anschließend an den integrierten Beschleuniger der "Sandy Bridge"-Prozessoren gesendet oder an die diskreten Grafikkarte. Die integrierte Grafikeinheit bekommt dabei beispielsweise 2D-Aufgaben oder Video-Encoding-Operationen zugewiesen, während 3D-Befehle an den diskreten Pixelbeschleuniger geschickt werden.

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Anschließend führen beide Grafikeinheit unabhängig von einander die Berechnungen durch und kopieren anschließend die berechneten Daten in einen gemeinsam genutzten Speicherbereich. Dieser kann dabei wahlweise im Hauptspeicher liegen, wenn die Grafikausgabe über die iGPU erfolgt (i-Mode), oder im Speicher der diskreten Grafikeinheit (d-Mode), wenn diese die Ausgabe übernimmt. Letzteres empfiehlt sich dabei, wenn man das letzte bisschen an Performance benötigt. Der erstgenannte Modus soll laut Lucid hingegen durch einen geringeren Energiebedarf punkten. Ob dies zutrifft, werden wir später noch untersuchen.

Die Wahl, ob der i-Mode oder der d-Mode verwendet wird, erfolgt dabei schlicht über den Anschluss des Monitors. Ist dieser an die integrierte Einheit angeschlossen, so wird der i-Mode genutzt, sonst der d-Mode. In beiden Fällen sind jedoch beide Grafikbeschleuniger aktiv und sollen mit dem vollen Funktionsumfang genutzt werden können. Bei uns gab es damit jedoch einige Probleme, zu denen wir später noch kommen werden.

Aus Anwendersicht gilt es dabei zu beachten, dass das verwendete Mainboard zum einen den integrierten Beschleuniger unterstützen muss – also einen H6x- oder Z68-Chipsatz besitzt – und zum anderen muss im BIOS der integrierte Beschleuniger so konfiguriert sein, dass dieser immer aktiv ist.