AMD Radeon HD 7950 "Tahiti Pro" stellt sich vor

Grafikkarten | HT4U.net | Seite 44

Fazit



Die AMD Radeon HD 7950 hat heute eine überwiegend beeindruckende Leistung gezeigt. In der Performance sticht man das schnellste Single-GPU-Produkt des Mitbewerbers NVIDIA aus. Die GeForce GTX 580 hatte sich AMD auch als unmittelbaren Kontrahenten heraus gepickt.

Testwertung AMD Radeon HD 7950
Performance ++
Feature-Liste ++
Kühlleistung o
Lautstärke Idle +
Lautstärke Last -
Leistungsaufnahme Idle ++
Leistungsaufnahme Last ++
Übertakten ++
Straßenpreis /
Empfohlener VK 449 US-Dollar



Bei der Energie-Effizienz setzt die HD 7950 ebenfalls Maßstäbe. Dadurch, dass AMD nun auch die Spannungen in den Lastzuständen abgesenkt hat, zeigt man sich noch einmal deutlich sparsamer als die HD 7970, welche schon ein gutes Bild gezeigt hatte. Vom Verbrauch her liegt man nun in etwa auf dem Niveau einer Radeon HD 5870, welche man aber in manchen Vergleichen um bis zu 100 Prozent in der Performance schlägt. Einziger Nachteil bei der Leistungsaufnahme bleibt die Wiedergabe von verschlüsseltem HD-Videomaterial. Fast 60 Watt für die simple Wiedergabe einer Blu-ray-Disc ist aus unserer Sicht schlicht zu hoch – da könnte AMD ein wenig bei der Konkurrenz "abkupfern".

Das neue Feature ZeroPower beeindruckte heute noch einmal und dieses Mal im CrossFire-Verbund. Solange keine 3D-Last gefordert wurde, war die zweite Karte praktisch deaktiviert – verbrauchte weniger als 3 Watt und durch die deaktivieren Lüfter unhörbar. Die Performance der HD 7950 im CrossFire-Betrieb lässt sich anhand unserer typischen Benchmarks nicht hinreichend beurteilen. Zu häufig liefen wir in CPU-Limits. Unter Brink versagte CrossFire in den heutigen Tests komplett, was wohl dem Treiber geschuldet wird. Im besten Fall zeigt sich ein CrossFire-Verbund dann aber durchaus hier und dort mit bis zu doppelter Performance – wobei wir das Thema Mikroruckler natürlich zu bedenken geben müssen.

Bild: AMD Radeon HD 7950 "Tahiti Pro" stellt sich vor

Das Thema Geräuschkulisse wollen wir heute nicht weiter vertiefen. Behält AMD Recht, so werden die meisten Partner mit eigenen Kühllösungen an den Start gehen, welche es dann zu beurteilen gilt. Die Tests der PowerColor- und Sapphire-Karten stimmen in diesem Punkt sehr versöhnlich. AMDs Referenzkühler arbeitet lediglich im lastfreien Betrieb leise, unter Last wird es dann aber laut.

Der empfohlene Verkaufspreis seitens AMD liegt bei 449 US-Dollar. Für Deutschland rechnet man mit Startpreisen von 419 Euro. Dabei sind natürlich die übertakteten Eigendesigns der Partner nicht zu diesen Preisen zu erwarten. Wir unterstellen, dass sich in den nächsten Wochen Einsteigermodelle einfinden werden, die zu Preisen ab 400 Euro gehandelt werden. Das ist der Preis, zu welchem derzeit das günstigste Angebot einer GeForce GTX 580 startet – allerdings mit 1,5 GByte Hauptspeicher. 3-GByte-Versionen starten dort erst in der Region von 470 Euro. AMDs neue HD-7900-Familie bleibt damit im Hochpreis-Segment. AMD darf es freuen, aktuell diese Preise verlangen zu können, welche sich aus der Technologie-Umstellung der Architektur und der Fertigung ergab. Der Endkunde profitiert derzeit überhaupt noch nicht vom günstigeren Fertigungsprozess – er muss höhere Preise für High-End-Modelle berappen, als er dies seitens AMD seit zwei Generationen gewohnt ist.

ls / pg, 31. Januar 2012