Intel Core i7 3770K - Ivy Bridge im ausführlichen Test

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Betrieb abseits der Specs


Ein immer wieder sehr interessanter und aufregender Aspekt an einem neuen Prozessor ist das Ausloten des Grenzbereiches. Bis zu welchem Takt läuft das System noch stabil? Wie weit kann man die Spannung absenken, ohne das es zu Problemen kommt? Jene Fragen wollen wir auf dieser und der nächsten Seite beantworten.

Übertaktung: Theorie


Mit "Sandy Bridge" führte Intel in Sachen Übertakten das Konzept "You get, what you pay for" ein, zu deutsch, dass man nur das bekommt wofür man auch bezahlt. Konkrekt bedeutet dies, dass sich einzig die K-Prozessoren wirklich zum Übertakten eignen, alle anderen sind nur in sehr beschränktem Umfang übertaktbar.

Dies liegt unter anderem daran, dass Intel wie bei "Sandy Bridge" alle Taktfrequenzen aus einem einzigen Referenztakt (100 MHz) erzeugt, und dies direkt dort, wo das Taktsignal verwendet wird. Da der Taktgenerator zudem im Chipsatz untergebracht ist, kann man ihn auch nicht mal eben ersetzen oder umgehen. Dadurch ist es quasi unmöglich "Sandy Bridge" über den Referenztakt zu übertakten. Während man mit "Sandy Bridge"-E für den Sockel LGA-2011 diese Problem zumindest teilweise aus der Welt schaffte, muss "Ivy Bridge" wieder mit diesen Einschränkungen leben. Im Klartext heißt dies, dass eine Übertaktung mittels des Referenztaktes nicht möglich ist, da dies sofort zu Problemen bei SATA- oder PCIe-Controllern führt. Somit können Speicher-, Prozessor-, und Grafiktakt nur mittels Multiplikatoren erhöht werden.

Bild: Intel Core i7 3770K – Ivy Bridge im ausführlichen Test
Bild: Intel Core i7 3770K – Ivy Bridge im ausführlichen Test
Übertakten à la "Sandy Bridge" und "Ivy Bridge"

Dies wiederum geht allerdings nur auf bestimmten Mainboards und mit bestimmten CPUs. Wie bei "Sandy Bridge" stehen verstellbare CPU-Multiplikatoren nur bei Prozessoren mit Turbo-Mode-Unterstützung zur Verfügung und nur bei K-Modellen können diese fast uneingeschränkt verstellt werden. H-Chipsätze erlauben ebenfalls keine bzw. nur eine sehr eingeschränkte CPU-Übertaktung (nur im Rahmen des maximalen Turbo-Taktes möglich).

"Ivy Bridge" wird eine Speicherübertaktung bis DDR3-2800 statt nur DDR3-2133 erlauben und der maximal wählbare Multiplikator der K-Modelle wird bei 63 statt 57 liegen. Außerdem hat man die Schrittweite bei der Speicherübertaktung angepasst, so dass nun kleinere Schritte möglich sind.

Bild: Intel Core i7 3770K – Ivy Bridge im ausführlichen Test