Intel Core i7 3770K - Ivy Bridge im ausführlichen Test

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Fazit


Lange hat es gedauert bis Intel mit dem heutigen Tage "endlich" seine "Ivy Bridge"-Prozessoren vorstellt. Eigentlich, so besagt es Intels eigenes Tick-Tock-Paradigma, hätte "Ivy Bridge" dabei schon viel früher auf den Markt kommen sollen, doch manchmal ist ja ein etwas längerer Reifeprozess nicht verkehrt. Gut Ding will schließlich Weile haben. Aber ist "Ivy Bridge" ein "Gut Ding"?

Einmal mehr fällt die Antwort auf diese Frage nicht leicht. Absolut überzeugen können wie schon bei der Vorgängergeneration "Sandy Bridge" die Prozessorkerne. Dank minimaler Überarbeitungen ist es Intel gelungen die Leistung bei gleichem Takt nochmals um rund 5 Prozent nach oben zu schrauben. Hinzu kommt ein leicht verbesserte Turbo-Modus, so dass sich das Spitzenmodell der "Ivy Bridge"-Flotte namens Intel Core i7 3770K rund 7 bis 8 Prozent vor den schnellsten "Sandy Bridge"-Ablegern einreiht. Ein Zufallszahlengenerator in Hardware, integriertes PCI-Express-3.0 und DDR3-1600-Speicherunterstützung runden das Paket ab.

Bild: Intel Core i7 3770K – Ivy Bridge im ausführlichen Test

Durch den Umstieg auf die neue 22-nm-Fertigung mit Tri-Gate-Transistoren verbraucht "Ivy Bridge" dabei trotz gestiegener CPU-Leistung etwa 20 Watt weniger als die Vorgänger. Intel unterstreicht dies durch die Einstufung der neuen Prozessoren in einer Thermal Design Power (TDP) von nur 77 Watt statt wie bisher 95 Watt. Im Idle tut sich beim Verbrauch hingegen reichlich wenig, denn die Prozessoren sind hier schon lange nicht mehr der Hauptverbraucher.

Allerdings zeigt die neue Fertigung zumindest bei unserem Exemplar des Core i7 3770K auch ihre Nachteile. Verstärkte HotSpots führen zu einer schwierigeren Kühlung und beim Übertakten war schon bei 4,5 GHz das Ende der Fahnenstange erreicht. Hier bedarf es wohl noch ein wenig mehr Reifedauer bis der 22-nm-Prozess so ausgereift ist, dass man an die starken Übertaktungserfolge der "Sandy Bridge"-Modelle anknüpfen kann. Anmerken muss man indes auch, dass Intel mit "Ivy Bridge" das Übertaktungskonzept von "Sandy Bridge" beibehält – womit sich nur die K-Modelle für ernsthafte Übertaktungsversuche eignen.

Und wie steht es um die integrierte Grafikeinheit? Zweifelsohne macht "Ivy Bridge" bei der Spieleleistung hier einen großen Schritt nach vorne, ohne dabei jedoch an die Konkurrenz der Llano-APUs heran reichen zu können. So muss sich selbst das neue Topmodell alias HD 4000 im Zusammenspiel mit dem Core i7 3770K bei der Grafikleistung häufig einem AMD A6-36x0 geschlagen geben, von den schnelleren A8-Modellen ganz zu schweigen. Einzig unter DirectX 11 kann man an die Llano A6-Varianten herankommen. Die HD 4000 ist damit schneller als der Vorgänger – aber eben häufig immer noch (deutlich) zu langsam für halbwegs aktuelle 3D-Spiele bei optisch ansprechenden Details und WSXGA+-Auflösung (1680x1050). Da hilft es auch nicht, dass Intel endlich einen nahezu winkelunabhängigen anisotropen Filter anbietet. Bei verringerten Details und kleinen Auflösung ist nun aber das ein oder andere Spiel möglich – ein optisches Highlight wird es damit aber sicherlich nicht. Positiv muss man allerdings erwähnen, dass die neue Grafikeinheit im Multimedia-Bereich glänzen kann und beim Video-Encoding nochmals schneller zu Werke geht als die "Sandy Bridge"-Vorgänger.

Was bleibt somit als Essenz übrig? Zu ähnlichen Preisen bieten die neuen "Ivy Bridge"-Prozessoren gegenüber ihren "Sandy Bridge"-Vorgängern mehr Leistung bei gleichzeitig geringerem Verbrauch. Zudem passen sie in die gleichen Mainboards – aufrüsten ist also theoretisch möglich. Damit ist "Ivy Bridge" durchaus ein würdiger Nachfolger von "Sandy Bridge" ohne dabei aber in allen Bereichen glänzen zu können.


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[fo], 23. April 2012