Ohne X-Faktor: AMD Radeon R9 290 - Hawaii Pro im Test

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Powertune-Limits, Zero-Core-Power und Auffälligkeiten


AMD Powertune-Limits

Neuigkeiten zu PowerTune gibt es seit heute in der Tat, weswegen wir hier bereits der Thematik ein vollständiges Kapitel gewidmet haben.

Die Hauptlimitierung wird nun vorrangig mittels der Temperaturschwelle vorgenommen und zeigt sich mit als Dreh- und Angelpunkt im PowerTune. Durch die höheren Temperaturen kommt es selbstverständlich auch zu etwas höherer Leistungsaufnahme, aber auch durch höhere Taktraten. Ein Paradebeispiel für diese Aussage ist das unterschiedliche Verhalten unserer beiden Muster. So taktete das erste Muster, inklusive des Catalayst 13.11 b5 in Spielen gemittelt auf zirka 745 MHz herunter. Dabei ergab sich eine Leistungsaufnahme von zirka 239 Watt.

Durch die höhere Lüfterdrehzahl, einhergehend mit dem Catalyst-Treiber 13.11 b8 blieben die Taktraten meist bei 947 MHz, gemittelt bei zirka 922 MHz und die Leistungsaufnahme stieg auf deutliche 290 Watt an. Letztlich haben wir keine Wunder erwartet, sondern exakt dieses Verhalten, denn wir haben es bei der R9 290-Serie mit einem aufgebohrten Tahiti-Chip (HD 7900) zu tun und bereits jener zeigte sich hungrig.

Doch zurück zu den festgestellten Limitierungen durch das neue PowerTune. Das erste Muster zeigte eine maximale Leistungsaufnahme von 300 Watt, das zweite Muster zeigte 305 Watt – Messtoleranzen also, auch im Rahmen der Geräte-Toleranzen, die zum Einsatz kommen. Damit bleibt noch ein gewisser, kleiner Spielraum, ausgehend davon, dass unsere Worst-Case-Darstellung immerhin noch 10 Watt von der gemessenen, typischen Spieleleistungsaufnahme abweicht.

Bild: Thronfolge: AMD Radeon R9 290X präsentiert sich im Test
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Lockert man im Treiber die Begrenzungen – was man für mögliches, manuelles Übertakten muss, dann steigt die Leistungsaufnahme natürlich weiter an. Bei unserem ersten Muster machten wir ein Maximum von rund 350 Watt aus, bei dem zweiten Muster waren es rund 327 Watt. Das zeigt bereits, dass es schon eine deutliche Streuung bei der Güte der Chips gibt und man anhand von einem Muster keine allgemeingültige Aussage treffen kann, bei zwei Mustern allenfalls eine bedingte.

AMD Zero Core Power

Mit der Einführung der Radeon HD-7000-Serie wirbt AMD mit der ZeroCore-Power-Technik – einem lobenswerten Feature, welches bei PCs im Idle-Zustand deutlich die Leistungsaufnahme senken soll. Sobald die Energieoptionen von Windows den Monitor in den Ruhezustand schicken, deaktiviert sich die Grafikkarte bis auf notwendige Standby-Spannungen und soll damit weniger als 3 Watt in der Leistungsaufnahme für sich beanspruchen.

Das hoch gelobte AMD-Feature hat aber seine Macken und Tücken und funktioniert nach unseren Erfahrungen aktuell nicht, wenn der Monitor direkt mittels HDMI oder DisplayPort angeschlossen wird. AMD blieb uns leider bislang Antworten zu den Problemen schuldig.

Schon die zuletzt getesteten Varianten der Radeon R-Serie zeigten sich auf Anhieb – auch mit Beta-Treibern – unproblematisch mit dem Zero Core Power-Modus, solange der Betrieb am DVI-Anschluss erfolgte. Unser erstes Muster der R9 290 benötigte in diesem Betriebszustand 3,64 Watt, das zweite Muster 3,78 Watt.

Der Anschluss am DisplayPort oder HDMI-Anschluss führte zu den gewohnten Problemen: Zero Core Power wollte nicht funktionieren.