Thronfolge: AMD Radeon R9 290X präsentiert sich im Test

Grafikkarten | HT4U.net | Seite 20

Powertune-Limits, Zero-Core-Power und Auffälligkeiten


AMD Powertune-Limits

Neuigkeiten zu PowerTune gibt seit heute in der Tat, weswegen wir hier bereits der Thematik ein vollständiges Kapitel gewidmet haben.

Die Hauptlimitierung wird nun vorrangig mittels der Temperaturschwelle vorgenommen und zeigt sich mit als Dreh- und Angelpunkt im PowerTune. Durch die höheren Temperaturen kommt es selbstverständlich auch zu etwas höherer Leistungsaufnahme, doch je nach gewähltem BIOS, fallen die diesbezüglichen Resultate anders aus.

Quiet-BIOS

Als erstes Beispiel soll das Quiet-BIOS herhalten. Hier erreicht unser Testmuster der Radeon R9 290X unter Spielen lediglich eine Leistungsaufnahme von 231 Watt, unter Furmark gar nur von rund 230 Watt. Das warum ist schnell geklärt. Da die Lüfterdrehzahl alleine nicht mehr das Temperaturlimit von 94 °C halten kann, senkt die R9 290X systematisch die Taktraten und Spannungen ab. Bewegt man sich bei den Spiele-Last-Tests dann noch bei Taktraten oberhalb von 800 MHz, erblickt man unter Furmark Taktraten von unter 800 MHz. AMD erkauft sich mit diesem BIOS also eine bessere Geräuschkulisse und augenscheinlich gesunkene Leistungsaufnahme, schlicht durch geringere Performance. Wir verweisen hier auf unsere gezeigten Benchmarks im PowerTune-Kapitel.

Bild: Thronfolge: AMD Radeon R9 290X präsentiert sich im Test


Über-BIOS

AMD beschreibt diese BIOS-Einstellung wie folgt in ihrem Reviewers-Guide:


This mode is designed to perform optimally under all performance and game testing.


Frei übersetzt, verhält sich die Karte in diesem Betrieb genauso, wie es im Bereich der angegebenen Taktraten von bis zu 1000 MHz sein sollte. Das Temperatur-Limit von 94 °C bleibt, der Lüfter ist nun aber durch höhere Drehzahl in der Lage auch die Taktstufen bei 1000 MHz zu halten. Es wird lauter, es liegen natürlich höhere Spannungen an und die Leistungsaufnahme steigt unter Spielen auf 306 Watt. Eine PowerTune-Drossel im Bereich Leistungsaufnahme greift an diesem Punkt allerdings noch nicht, denn mittels Furmark-Last steigt die Leistungsaufnahme auf rund 330 Watt an.

Bild: Thronfolge: AMD Radeon R9 290X präsentiert sich im Test


Das Erhöhen der Limitierung bei der Leistungsaufnahme wird natürlich auch im neuen Overdrive geboten. War dies in den alten Treibern und den Vorgängern auf ein Maximum von "+ 20" limitiert, erlaubt AMD nun gar eine Zugabe von "+ 50". Furmark schafft es unter diesen Bedingungen die Leistungsaufnahme noch einmal zu steigern und zwar auf 376 Watt. Damit dürfen wir wohl festhalten, dass der Radeon R9 290X zwei 8-Pin-Stromanschlüsse deutlich besser zu Gesicht gestanden hätten.

Ein starkes Netzteil, mit entsprechend Leistung auf den PCI-Express-Leitungen ist bei diesem BIOS und dieser Grafikkarte also Pflicht!

AMD Zero Core Power

Mit der Einführung der Radeon HD-7000-Serie wirbt AMD mit der ZeroCore-Power-Technik – einem lobenswerten Feature, welches bei PCs im Idle-Zustand deutlich die Leistungsaufnahme senken soll. Sobald die Energieoptionen von Windows den Monitor in den Ruhezustand schicken, deaktiviert sich die Grafikkarte bis auf notwendige Standby-Spannungen und soll damit weniger als 3 Watt in der Leistungsaufnahme für sich beanspruchen.

Das hoch gelobte AMD-Feature hat aber seine Macken und Tücken und funktioniert nach unseren Erfahrungen aktuell nicht, wenn der Monitor direkt mittels HDMI oder DisplayPort angeschlossen wird. AMD blieb uns leider bislang Antworten zu den Problemen schuldig.

Schon die zuletzt getesteten Varianten der Radeon R-Serie zeigten sich auf Anhieb – auch mit Beta-Treibern – unproblematisch mit dem Zero Core Power-Modus, solange der Betrieb am DVI-Anschluss erfolgte. Und auch die R9 290X verhält sich entsprechend gleich. Die Leistungsaufnahme haben wir mit 5,13 Watt allerdings etwas höher messen dürfen, als die bislang von AMD genannten 3 Watt.

Der Anschluss am DisplayPort oder HDMI-Anschluss führte zu den gewohnten Problemen: Zero Core Power wollte nicht funktionieren.

 

Inhalt dieses Testberichtes