Arctic Accelero Xtreme III meets AMD R9 290

Gehäuse & Kühlung | HT4U.net | Seite 4

Montage



R9 290(X): besonderes Augenmerk



Die AMD R9 290 und die 290X stellen im Prinzip ein Referenzdesign einer Radeon HD 7970 (GHz) dar, allerdings mit einer besonderen Ausnahme. AMD hat nun das GPU-Die nicht mehr 45 ° gedreht und dazu ebenfalls das Die nicht mehr tiefer als die äußere Metallumrahmung ausgerichtet. Für HD 7970-Grafikkarten machte dies besondere Kühllösungen oder Beilagen nötig.

Loben dürfen wir durchaus die online zur Verfügung gestellten Dokumentationen, welche dort auch in deutscher Sprache erhältlich sind, doch wie beim Prolimatech MK-26, hat man nun eben nur die Support-Liste auf diese neue AMD-Serie erweitert. Erwähnt wird sie weder gesondert in der Dokumentation, noch wurden natürlich die vielfältigen Beilagen gesonders angepasst.

Bild: R9 290 im Griff: Prolimatech MK-26 Black im Test
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Bild: R9 290 im Griff: Prolimatech MK-26 Black im Test
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Bild: R9 290 im Griff: Prolimatech MK-26 Black im Test
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Wirkliches Augenmerk gilt den beiden Wandler-Bereichen der R9 290-Karten. Diese müssen zwingend – zumindest passiv – gekühlt werden, da die Temperaturen sonst viel zu schnell ins Uferlose gehen. Dummerweise sind nach unseren Beobachtungen die zu kühlenden Bauteile nicht alle in derselben Höhe. Für die lange Leiste der Bauteile der GPU-Stromversorgung finden sich im Lieferumfang keinerlei besondere Bauteile. Man muss hier also mit einzelnen Kühlerchen des Lieferumfangs arbeiten. Artic liefert insbesondere zur Befestigung dieser den Wärmeleitkleber mit. Entgegen zu früheren Aussagen zur Trocknungszeit von 24 Stunden ist nun nur noch die Rede von 60 Minuten. In Anbetracht des Umstandes, dass wir es mit nur einem Testmuster der aktuell raren R9 290 zu tun haben, verzichteten wir auf den Einsatz des Wärmeleitklebers.

Von Anwenderberichten her wissen wir, dass dieser Wärmeleitkleber flexibel bleiben soll und sich gegebenenfalls auch noch einmal ablösen lässt. In der Praxis haben wir solche Überprüfungen bislang noch nicht angestellt. Zudem ist ein flexibler Wärmeleitkleber auch recht ungewöhnlich, aber trauen wir den Anwenderberichten, soll die Arctic-Lösung hier eben deutlich besseren Halt bieten als die typischen Klebepads, welche regulär den alternativen Kühllösungen beiliegen.

Wandlerkühlung und Bastelfeeling



Wir haben also die spezielle vorgearbeitete Wandlerkühlung des Prolimatech MK-26-Test auch hier verwendet. Im Falle des Lieferumfanges des Arctic Xtreme III hätten wir zumindest drei leistungsfähigere Kühlerchen für das "Wandler-Dreieck" gefunden. Prolimatech hatte hier gerade einmal kleinste, selbstklebende Blöckchen im Angebot.

Die von uns vorgenommene alternative Wandlerkühlung haben wir hier beschrieben und erfolgte aus teils vorhandenen Restbeständen an Kühlkörpern und dem Einsatz eines Metall-Schneid-Gerätes.

Bild: R9 290 im Griff: Prolimatech MK-26 Black im Test
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Bild: R9 290 im Griff: Prolimatech MK-26 Black im Test
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Bild: R9 290 im Griff: Prolimatech MK-26 Black im Test
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Fakt bleibt aber eben auch beim Xtreme III, dass es keine optimalen Bauteile im Lieferumfang gibt. Kein Hersteller macht sich bei Allroundern die Mühe spezielle Kühlerteile für diese Parts herzustellen. Sehr schade eigentlich.

Eine Kühlung der Speicherchips haben wir nicht vorgenommen. Schon seit Jahren wiederholen wir uns an diesem Punkt, dass die Speicherkühlung bei Referenzkarten eben nur wegen des verkapselten Kühlerkonstrukts nötig wird, welches keine Belüftung der Chips erlaubt. In vorliegendem Falle hat man es allerdings mit einem offenen Kühlerkonstrukt zu tun, bei welchem der Speicher auch noch direkt mit Abluft der Ventilatoren befächert wird und dabei nicht an die Grenzen seiner Temperaturlimits gelangt. Ändern kann man dies natürlich dadurch, dass man unverhältnismäßig viel zusätzliche Spannung auf die Chips gibt, um diese über die Maßen zu übertakten. In diesem Falle könnte sich eine Speicherkühlung eventuell als sinnig erweisen.

Kühlerplatte und Schrauben



Insgesamt drei verschiedene Größen von Kunststoff-Abstandshaltern liefert Artic beim Lieferumfang, doch nur bei jenen der Backplate äußert man sich in der Montage-Anleitung, welche Größe verwendet werden muss. Damit hat man natürlich erst einmal für die Abstandshalter auf der GPU-Seite ein gewisses Try & Error-Feeling. Darüber hinaus sind unsere Erfahrungen mit der Anbringung dieser Abstandshalter gefühlt gleich zu Montagen, die Jahre zurück liegen: Frickelarbeit und Geduldsspiel!

Bild: Arctic Accelero Xtreme III meets AMD R9 290

Die Abstandshalter sollen mittels mitgelieferten, selbstklebenden Folien auf die exakten Kühler-Befestigungsstellen aufgebracht werden, doch schon beim beschriebenen Versuch die obere Schutzfläche der Klebeschicht abzulösen, löst sich in aller Regel die untere Klebeschicht vom Trägermaterial. Im Ergebnis klebt man dann also erst diese Fläche auf den Abstandshalter und "fuddelt" in mühseliger Arbeit den oberen Schutztfilm vom Klebeband ab, um das winzige Stück – nun selbstklebenden – Kunststoff, auf der exakten Bohrlochposition zu platzieren.

Wir benötigten zur Montage des Xtreme III durch solche Kleinigkeiten gut 45 Minuten und dabei hatten wir doch die zeitraubenden, passiven Kühlergeschichten bereits zuvor erledigt.

Bild: Arctic Accelero Xtreme III meets AMD R9 290
Bild: Arctic Accelero Xtreme III meets AMD R9 290
Bild: Arctic Accelero Xtreme III meets AMD R9 290


Schlussendlich wird das vorbereitete Konstrukt dann mittels vier mitgelieferter Schrauben schlicht noch zusammengeschraubt, wobei das Ausrichten der Schraublöcher zwischen Backplate, Grafikkarte und Kühler ebenfalls etwas Zeit benötigt, da die GPU der Grafikkarte durch den Wärmeleitpasten-Auftrag gerne rutscht.

Anmerkung: Der auf dem Bild zu erkennende gebogene Bereich betrifft nur die Kühlermontageplatte und das ist in dieser Form korrekt. Die Kühlerfläche wird nicht gebogen und vor allem nicht die Grafikkarte – und auf letzteres sollte bei der Montage geachtet werden.

Positiv anzumerken ist, dass beim AC Xtreme III – im Vergleich zum MK-26 – bei der Befestigung keine Grafikkartenbauteile in Gefahr kamen. Bei der Befestigung der Backplate des MK-26 auf einer R9 290 gilt es dagegen vorsichtig vorzugehen.