ASUS Matrix HD 7970 Platinum im Test

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Powertune-Limits und Zero-Core-Power



AMD Powertune-Limits

Zu AMDs PowerTune-Technik (PT) wollen wir nur wenige, weitere Worte verlieren. Über diverse Einheiten überwacht AMD die Auslastung der Grafikkarte, vorrangig der GPU und bei Überschreiten von typischem Verhalten wirkt der Schutzmechanismus dagegen. Bei typischen 3D-Anwendungen sollten dabei vorrangig nur Spitzen-Peaks gedrosselt werden – in der Praxis sollte sich somit mehr oder minder kaum eine Auswirkung beim Spielen zeigen.

Bei den Boost-Varianten, welche AMD als Reaktion auf NVIDIAs Boost-Technik ins Leben rief, ändert sich prinzipiell kaum etwas. AMD hat schlicht die Taktraten angehoben, was dann schnell zu höheren Auslastungen führen kann, und die Grafikkarte über PT vom maximalen Takt auf den minimalen Takt drosselt. Nichts anderes passiert aber auch bei NVIDIA-Grafikkarten mit Boost.



Im AMD-Treiber unter dem Reiter Overdrive wird ein manueller Eingriff in diese Limitierung ermöglicht. Dieser manuelle Eingriff ist in den meisten Fällen nur in einem Spektrum von "-20 bis +20" möglich.

Exakt das bot uns auch ASUS im Treibermenü mit dem aktuellen Catalyst-Beta-Treiber. Diese Option rührten wir im ersten Schritt allerdings nicht an. Unter diesen Einstellungen konnten wir mittels Anno 2070 und Hawx Auslastungen im Bereich von 255 bis 257 Watt provozieren. Lockerten wir über den Treiber die Limitierung wurde es kaum schlimmer: Wir erblickten maximal 261 Watt in diesen Spielen. Furmark hingegen zeigte sich als wirkliches Übel für dieses Konstrukt und sorgte dafür, dass die ASUS-Karte ohne Eingriff ihren Takt auf bis zu 776 MHz absenkte. Die Leistungsaufnahme lag hier bei 306 Watt.

In der Praxis, bei normalen Treibereinstellungen, beobachteten wir abermals einen sehr deutlich zappelnden GPU-Takt, welcher unter solcher Last (Anno / Hawx) in weniger als einer Sekunde mehrfach seinen Takt wechselt.

Bild: ASUS Matrix HD 7970 Platinum im Test


Doch der angetroffene Taktwechsel kostet hier kaum Performance, was im Hinblick auf die Messwerte zur Leistungsaufnahme auch durchaus plausibel erscheint. Wir stellten zu den gelockerten Treibereinstellungen mit maximalem Boost-Takt lediglich ein Prozent Unterschied in der Performance fest.

NVIDIAs Boost zeigt sich im Vergleich weniger "zappelnd", bleibt aber bei passend hohen GPU-Temperaturen und / oder hoher Leistungsaufnahme dann meist deutlich unter seinen Möglichkeiten, so dass die dort beobachteten Abweichungen in der Performance deutlich höher liegen.

Das Boost-Zappeln bei der ASUS Matrix HD 7970 Platinum endet schlussendlich erst dann, wenn man händisch in den Treiber eingreift und das PT-Limit hochsetzt. Dann bleiben auch die Taktraten unter 3D-Last stabil auf einem Wert. Selbst mit OC-Taktraten konnten wir in Spielen keine Absenkung erblicken, dafür schoss die Leistungsaufnahme auf bis zu 280 Watt hoch. Das Quälen in Furmark sorgt in diesem Bereich für Spitzenwerte von zirka 337 Watt. Dabei konnten wir dann wieder das Eingreifen von PowerTune beobachten und die Taktraten wurden bis maximal 1000 MHz abgesenkt.

AMD Zero Core Power

Mit der Einführung der Radeon HD-7000-Serie wirbt AMD mit der ZeroCore-Power-Technik – einem lobenswerten Feature, welches bei PCs im Idle-Zustand deutlich die Leistungsaufnahme senken soll. Sobald die Energieoptionen von Windows den Monitor in den Ruhezustand schicken, deaktiviert sich die Grafikkarte bis auf notwendige Standby-Spannungen und soll damit weniger als 3 Watt in der Leistungsaufnahme für sich beanspruchen.

Das hoch gelobte AMD-Feature hat aber seine Macken und Tücken und funktioniert nach unseren Erfahrungen aktuell nicht, wenn der Monitor direkt mittels HDMI oder DisplayPort angeschlossen wird. AMD blieb uns leider bislang Antworten zu den Problemen schuldig.

Und so zeigt sich auch heute wieder im Test der ASUS-Grafikkarte, dass Zero Core Power am DisplayPort mit unseren Monitoren nicht funktionierte, sondern lediglich am DVI-Anschluss. Ohne Antworten von AMD zu den Problemen und diesen Einschränkungen, können wir Zero Core Power praktisch nicht länger als Feature, sondern als eventuell mögliche Option ansehen.