Fractal Arc Midi R2 im Gehäuse-Test

Gehäuse & Kühlung | HT4U.net | Seite 9

Lautstärke


Den objektiven Eindruck der Geräuschkulisse eines gesamten Gehäuses in Zahlen wiederzugeben stellt sich nicht ganz einfach dar. Je nach dem wo die Lüfter positioniert sind, kann sich eine mehr oder minder starke Lautstärke einstellen. Zusätzlich spielt in der Praxis die Position eines Gehäuses eine entscheidende Rolle. Wird ein Midi-Tower auf einem Schreibtisch gestellt, ist das Geräuschempfinden in Abhängigkeit zu den verbauten Lüftern wieder ein ganz anderes, als wenn es beispielsweise unter einem Schreibtisch steht und damit alleine schon Arbeitsplatte und Distanz dämpfend wirken.

Ein weiterer, wesentlicher Punkt kann sich in der Praxis gegenüber Messungen des Schalldrucks bemerkbar machen: In vielen Fällen sind Gehäuse meist mit ihrer Rückseite nah vor einer Wand positioniert. Und in aller Regel finden sich auf der Rückseite der Netzteillüfter und vielleicht sogar zusätzliche Gehäuselüfter, welche die Luft nach außen transportieren. Durch das Auftreffen des Schalls auf der Wand, kann sich die Geräuschkulisse gegenüber einer freistehenden Messung noch einmal deutlich verändern – auch wieder in Abhängigkeit der zum Einsatz kommenden Lüfter und deren Drehzahlen.

Um solche Probanden annähernd Praxisnah zu vermessen, müsste man eigentlich mit mehreren Mikrofonen – positioniert rund um das Gehäuse – Messungen vornehmen. Einen solchen Messaufbau nimmt beispielsweise die c't in einem konzipierten, schalltoten Raum vor. Da uns diese Methode nicht möglich ist, werden wir nachfolgend drei verschiedene Messungen aufzeigen.

Bild: Sharkoon Vaya: 25-Euro-Gehäuse zum glücklich werden?


Wir ermitteln die Geräuschkulisse auf der Front, der linken Gehäuseseite und der Gehäuserückseite. Dabei verwenden wir das kalibrierte, digitale Messgerät Greisinger AZ-8922. Die Messungen erfolgen dabei nicht im simulierten schalltoten Raum und sind damit nicht direkt vergleichbar mit unseren Messwerten der DAAS-USB-Anlage. Die Werte in den folgenden Tabellen stellen natürlich normierte Angaben dar, d. h. in Bezug auf 1 Meter Abstand zum Testkandidaten. Sie sind allerdings, bedingt durch die Abweichungen zur Norm (Freifeldmessung) lediglich als HT4U-Geräuschkennzahl zu verstehen. Alle Lüfter werden, um eine Vergleichbarkeit der Werte zu gewähren, direkt vom Mainboard mit Strom versorgt.

normierter Geräuschpegel in dB(A)
Seitenwand
Gehäusefront
Rückseite
Lüfter auf 12V
16,0
17,7
21,3
db(A)


Zwar kommt beim Arc Midi R2 die selbe Gehäusekonstruktion zum Einsatz die auch beim Define R4 verwendet wird, doch verzichtet Fractal bei diesem Gehäuse auf die Gehäusedämmung und stattet es mit drei, statt nur zwei Lüftern aus. Wenig verwunderlich ist daher bemerkbar lautere Geräuschkulisse. Dennoch tritt das Gehäuse bei laufendem Betrieb nicht unangenehm in den Vordergrund und beschränkt sich subjektiv auf ein sonores Rauschen. Hochfrequente Laufgeräusche oder Vibrationen konnten wir nicht feststellen.

Die Messwerte bestätigen dieses subjektive Empfinden und zeigen einen weitgehend leises Betriebsgeräusch auf. Einzig an der Rückseite übersteigt die Geräuschkulisse 20 dB(A). Damit zählt das Gehäuse nicht zu den Leisesten, in Anbetracht der drei Lüfter aber zu den besten Kompromissen aus Lautstärke und Luftzirkulation.

Temperaturverhalten


Mit dem Test des Define R4 haben wir die Temperaturentwicklung in Gehäusen offiziell in unseren Testparcour aufgenommen und auch bei dem Arc Midi R2 möchten wir darauf nicht mehr verzichten.

Um die Kühlleistung eines Gehäuses zu charakterisieren, ist die Betrachtung der minimalen und maximalen Temperaturen der im Test eingesetzten, passiv gekühlten Grafikkarte (AMD HD Radeon 5750) ideal, da die Luftzirkulation im Gehäuse direkt mit den GPU-Temperaturen korreliert. Zur Temperaturerfassung werden die chipinternen Sensoren mit dem Freeware-Tool CPUID HWMonitor Pro ausgelesen.

Die IDLE-Temperatur der GPU wird 30 Minuten nach Systemstart bei ruhendem Windows-Desktop abgelesen. Um eine praxisnahe Spiele-Last zu erzeugen wird analog zu den Grafikkartentests ebenfalls Tom Clancy’s H.A.W.X im Direct-X-10-Modus und mit vollen Details ausgeführt. Nach 20 Minuten wird die maximale GPU-Temperatur notiert.

GPU Temperatur
Idle
Last
BitFenix Outlaw
38,0
92,0
Fractal Define R4
36,0
83,0
Rasurbo Vort-X U3
37,0
78,0
Fractal Arc Midi R2
32,0
69,0
Cubitek Magic Cube
35,0
67,0
Thermaltake Overseer RX-1
30,0
59,0
BitFenix Shinobi XL
29,0
59,0
°C


Das Arc Midi R2 bewegt sich aktuell exakt im Mittelfeld der bisher von uns getesteten Gehäuse. Mit 69° C unter Last befinden wir uns in einem absolut unbedenklichen Temperatur-Bereich. Auch ein weiteres Aufheizen der Gehäusetemperaturen konnten wir über eine längere Laufzeit nicht feststellen.