Huawei Ascend P6 im Smartphone-Test

Sonstige Reviews | HT4U.net | Seite 6

Spiele


Man darf selbstverständlich bei einem Mittelklasse Gerät nicht die Performance eines High-End Geräts vom Schlage eines iPhone 5s oder Galaxy S4 erwarten, doch sollten die üblichen Verdächtigen wie "Angry Birds", "Temple Run" oder "Cut the Rope" problemlos lauffähig sein. Das Huawei Ascend P6 zeigt sich in dem Bereich auch völlig problemfrei. Zudem wird das Gerät mit einer angepassten Version des Jet-Ski-Spiels "Riptide GP" vorinstalliert. Aber auch etwas anspruchsvollere Spiele wie "Need for Speed: Most Wanted" werden ruckelfrei dargestellt.

Mit der HighEnd-Grafik in "Need for Speed: Shift" hat das Ascend P6 hingegen schon seine schwierigkeiten. Das Spielgefühl liegt an der Grenze zu "flüssig", neigt aber an manchen Stellen deutlich zum Ruckeln.

Bild: Huawei Ascend P6 im Smartphone-Test


Surfen und allgemeines Handling


Die Bedienung des Ascend P6 empfanden wir als gelungen und problemlos. Nachdem man sich an den fehlenden Appdrawer gewöhnt hat und alle Apps auf den Homescreens platziert werden, geht die Bedienung schnell und einfach von der Hand. Ruckler oder gar ein Einfrieren konnten wir während des alltäglichen Gebrauchs nicht feststellen. Der vorinstallierte Browser arbeitet zügig, wenn auch das Handling nicht so praktisch ist wie in Chrome.

Das Smartphone selbst liegt gut in der Hand, ist ausbalanciert und rutscht dank der eckigen Form auch nicht so schnell aus der Handfläche. Allerdings empfanden wir die Position des Klinke-Anschlusses für unglücklich – sobald die Kopfhörer angeschlossen sind, wird die Bedienung sehr umständlich, da entweder der Stecker oder die Kabel immer im Weg sind. Zudem wird das Gerät merklich warm, sobald leistungshungrige Apps genutzt werden – Details folgen in der Betrachtung der Temperatur.

Telefonie & Konnektivität


Bei der Konnektivität erwarten den Nutzer keine Überraschungen. Das Ascend P6 bringt die üblichen drahtlosen Schnittstellen mit, die bereits seit Jahren Standard sind. Während Bluetooth lediglich in Version 3.0 implementiert ist, beschränkt man sich beim WLAN Modul auf den gängigen 802.11 b/g/n Standard und funkt damit auf 2,4 GHz. Bluetooth 4.0, WLAN nach dem ac-Standard oder gar NFC sucht man somit vergebens beim Ascend P6. Auch beim mobilen Datenfunk verzichtet man auf das aktuelle LTE und setzt stattdessen auf HSPA. Im Vergleich zur aktuellen Konkurrenz, wie bspw. dem Google Nexus 4 oder dem Samsung Galaxy S3 ist das Ascend P6 auf Seiten der Konnektivität eher unterdurchschnittlich ausgestattet.

Bild: Huawei Ascend P6 im Smartphone-Test


Immerhin funktionierten alle drahtlosen Schnittstellen im Betrieb frei von irgendwelchen Schwierigkeiten. Einzig die Standortbestimmung per GPS hat relativ lange gedauert – Wartezeiten von über einer Minute waren keine Seltenheit. Daten können mit dem PC mittels der Micro-USB-Schnittstelle ausgetauscht werden. Eine zusätzliche Software wie bei Apple-Geräten, wird nicht benötigt, da sich das Gerät quasi als Wechseldatenträger anmeldet und somit dem Datenaustausch per Drag-and-Drop nichts im Wege steht. Leider kann der USB-Port nicht mittels Adapter zur HDMI Ausgabe genutzt werden, da Huawei das MHL-Protokoll nicht implementiert hat.

Die Telefonie fällt solide aus – sowohl Nutzer als auch Gesprächspartner konnten sich im Test gegenseitig problemlos verständigen. Dabei wurde zu unterschiedlichen Tageszeit, an verschiedenen Orten und zu unterschiedlichen Empfangsbedingungen Gespräche geführt. Rauschen, Aussetzer oder andere Störgeräusche wurden von den Gesprächspartnern nicht berichtet.

Akku, Kamera und Audio


Die Akkulaufzeiten des Ascend P6 sind durchaus auf einem guten bis hohem Niveau. Einen typischen Tag mit kurzen Suchanfragen im Internet, gelegentlichem Chatten per Whatsapp und Musikgenuss mittels Bluetooth-Freisprecheinrichtung konnte das Smartphone problemlos mit ausreichender Restkapazität für eine aktive Party-Nacht bewältigen. Auch die Standby-Zeit von rund 4,5 Tagen konnte überzeugen. Messungen zur Akkulaufzeit werden in einem nachfolgenden Kapitel diskutiert.

Der Klang der integrierten Lautsprecher ist Smartphonetypisch nicht überragend. Es fehlt prinzipbedingt an Tiefen, und bei höchster Lautstärke-Einstellung wirkt das Klangbild etwas verzerrt. Um Freunden und Bekannten aber ein Youtube-Video in etwas lauteren Umgebungen zu zeigen, reicht die Lautstärke und Qualität aus. Der erste Musikgenuss mittels Kopfhörer oder Bluetooth-Audio ist zunächst etwas verwirrend, da bekannte Lieder plötzlich mit einem Raumklang bzw. leichtem Echo versehen sind. Schnell war aber die Ursache gefunden: der integrierte DTS-Sound war aktiv, und hat die Soundausgabe mit Effekten versehen. Man mag das mögen oder nicht – wir haben diese Option während der Musikwiedergabe deaktiviert.

Bild: Huawei Ascend P6 im Smartphone-Test

Kameramodul des Ascend P6


Bei der Kamera zeigt das Ascend P6 keine Blöße. Auf dem Papier mag eine 8 Megapixel Kamera etwas altbacken wirken, tatsächlich schießt das Kameramodul brauchbares Bildmaterial. Besonders die Geschwindigkeit mit der Fotos geschossen werden, hat uns überrascht: drückt man den virtuellen Auslöseknopf auf dem Display länger als eine Sekunde, wechselt das Gerät in die Serienbildaufnahme und schießt ein Foto nach dem Anderen, bis der Knopf losgelassen wird. Da der Autofokus sehr schnell arbeitet, passiert das einem Laien schneller als einem lieb ist.

Bild: Huawei Ascend P6 im Smartphone-Test

Beispielfoto der Kamera


Die Fotos selbst, sind kontrastreich und scharf, mit einem leichten Hang zur Übersättigung von Rot- und Gelbtönen. Bei einigen Details wie Büschen, Bäumen oder Wiesen zeigen sich bei Vergrößerung des Bildes leichte Unschärfen. Dieses Verhalten ist ebenso wie die Rauschneigung bei schlechten Lichtverhältnissen allerdings auf den geringen Formfaktor des Sensors und der Linse zurückzuführen. Der integrierte LED-Blitz ist ausreichend um bei vollständiger Dunkeltheit nahe Objekte zu fotografieren. Allerdings wirken die Farben dann unnatürlich – für den veranschlagten Preis geht das Gebotene jedoch sicherlich in Ordnung.

Bild: Huawei Ascend P6 im Smartphone-Test

Beispielfoto der Front-Kamera


Interessanterweise stattet Huawei das Gerät aber mit einer erstaunlich hochauflösenden Frontkamera aus. 5 Megapixel an der Front sind eher selten anzutreffen. Entsprechend scharfe Bilder bietet die Kamera für Videotelefonie und auch für das ein oder andere Profilfoto ist der Sensor an der Front ausreichend. Aufgrund der starren Linse aber auch nicht für viel mehr.

Bild: Huawei Ascend P6 im Smartphone-Test
Bild: Huawei Ascend P6 im Smartphone-Test
Kamera-App Videoaufnahme


Die integrierte Fotoapp weiß zu überzeugen. Die Bedienung geht flott von der Hand, Einstellungen sind schnell gefunden und auch einige nützliche Zusatzfunktionen wie HDR-Fotografie sind integriert. Allerdings mussten wir bei der Videoaufnahme in 1080p bei 30 FPS bei sehr unruhigen Handbewegungen kurze Ruckler feststellen. Vermutlich ist dieses Verhalten auf einen Softwarefehler des elektronischen Bildstabilisators zurückzuführen.