NVIDIA GeForce GTX 760 im Test

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NVIDIA GPU Boost 2.0



Das Feature GPU Boost hatte NVIDIA erstmals mit einem GK104-Chip, und zwar in Form der GTX 680 vorgestellt. GPU Boost in Version 2.0 fand erstmals Einsatz bei der GeForce GTX Titan, gefolgt von der GTX 780, der GTX 770 und nun der GeForce GTX 760.

Grob zusammengefasst lässt sich der GPU Boost wie folgt erklären:

Die Grafikkarten mit dieser Technik takten im 3D-Betrieb mit einem vorgesehenen maximalen GPU-Takt, welcher im Idealfall gehalten werden sollte. Mittels spezieller Überwachungseinheiten auf der Grafikkartenplatine wird die Leistungsaufnahme überwacht. NVIDIA hat mit GPU Boost 1.0 ein ausschließliches Limit für die maximale Leistungsaufnahme gesetzt. Wird diese erreicht, zieht die Grafikkarte ihre Taktraten und Spannungen solange zurück, bis dieses "Power Target (PT)" nicht mehr erreicht bzw. überschritten wird.

Beim GPU Boost 2.0 wirft NVIDIA einen weiteren, zu überwachenden Wert mit in den Topf – die Temperatur. Hier wird vom Hersteller ein sogenanntes "Temperature Target (TT)" gesetzt, eine maximal erlaubte Temperatur also. Gleichzeitig geschieht dies in Abhängigkeit des Lüfterdrehzahlverhaltens. Ist eine gewisse Lüfterdrehzahl erreicht, die in der Steuerung vorgegeben ist, taktet dann auch hier die GPU automatisch herunter, zieht die Spannungen zurück, bis der Wert gehalten werden kann. Durch die Anlehnung an die Temperatur und die Lüfterdrehzahlen versucht der Hersteller damit auch ein besonders leises Betriebsverhalten der Grafikkarte zu erreichen.

Die maximale Taktabsenkung beim Boost, kann bis zur Base-Clock – der Basistaktrate – erfolgen, welche NVIDIA bei diesen Grafikkarten grundsätzlich angibt und auch nur diesen Takt garantiert.

Bild: NVIDIA GeForce GTX 770 im Test
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Screenshot EVGA Tool Precision X


Es bleibt aktuell zu attestieren, dass beide Limits – PT und TT – bei den leistungsfähigen Grafikkarten relativ schnell erreicht werden und damit Taktraten und Spannungen zurück gezogen werden. Im schlechtesten Fall erblickt man lediglich noch den Basistakt von 980 MHz.

Über Tools wie das zuvor gezeigte EVGA Precision X, ist es dem Anwender möglich die Limitierungen des TT deutlich zu lockern, jene des PT nur in geringem Maße. Auf das Limit der Leistungsaufnahme können maximal 6 Prozent hinzu gegeben werden. Auf das Temperatur-Limit von 80 °C können immerhin 15 °C (praktisch 14 °C) aufgesattelt werden.

Ebenfalls mit GPU Boost 2.0 eingeführt, wurde die Overvoltage-Funktion. Hatte NVIDIA beim GPU Boost 1.0 noch hart den Daumen auf Änderungen bei der GPU-Spannung, steht es den Partnern nun frei, auf eigene Gefahr, solche Übertaktungsmaßnahmen zu ermöglichen. Im Falle von Spannungserhöhungen warnt natürlich ein Fenster vor dem Garantieverlust.

Durften wir bei der GTX Titan und der GTX 780 hier noch auf maximale Zugaben von 35mV blicken, sind es bei der GTX 770 und GTX 760 lediglich noch 12 mV, welche an zusätzlicher Spannung ermöglicht werden. Wird die Overvoltage-Funktion aktiviert und die Spannung erhöht, so steigert sich automatisch der maximale Boost-Takt – in unserem Falle von 1137 auf 1150 MHz.

Die Verbesserungen in der Lüfterregelung, welche man bei der GTX 780 im Vergleich zur GTX Titan eingeführt hat, greifen auch bei der GeForce GTX 760.

Bild: NVIDIA GeForce GTX 780 im Test
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Bild: NVIDIA GeForce GTX 780 im Test
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NVIDIA Schaubild Praxisverhalten


Praktisch betrachtet könnte die noch einmal in ihren Einheiten geschrumpfte GPU noch einmal deutlich besser zu kühlen sein, doch NVIDIA verzichtet nun auf den hochwertigen Referenzkühler zu Gunsten gewohnter Kost.