NVIDIA GeForce GTX Titan von ASUS und Gigabyte im Test

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Fazit



Testwertung NVIDIA GeForce GTX Titan
Performance 3D-Spiele ++
Performance GPU-Computing o
Kühlleistung ++
Lautstärke Idle ++
Lautstärke Last o
Leistungsaufnahme Idle ++
Leistungsaufnahme 3D-Last +
Leistungsaufnahme Multi-Monitor-Betrieb ++ / o
Leistungsaufnahme Blu-ray-Wiedergabe ++
Übertakten ++
Lieferumfang (ASUS / Gigabyte) o / +
Preislistung (Stand 08.05.2013) --
Wertungsmöglichkeiten: ++ [sehr gut] / + [gut] / o [befriedigend] / -- [sehr schlecht] / – [schlecht]
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Unsere vorstehende Wertungstabelle spricht eigentlich schon für sich und zeigt, dass uns NVIDIAs jüngster Spross auf sehr vielen Segmenten überzeugen konnte. Die derzeit schnellste Single-GPU-Karte der Welt punktet mit einem fast lautlosen Lüfterkonzept im 2D-Betrieb und fast durch die Bank sehr guten Werten bei der Leistungsaufnahme.

Dass es unter 3D-Last auch durchaus mal lauter zur Sache gehen kann, ist schlicht dem Punkt geschuldet, dass absolute High-End-Grafikkarten eben nicht einfach zu kühlen sind. Um hier gut abschneiden zu können, hat NVIDIA unter anderem beim neuen GPU Boost 2.0 ein weiteres Limit in Form des Temperature Targets eingeführt. Dies in Verbindung mit dem Power Target sorgt dafür, dass die Leistungsaufnahme, aber auch die Lüfterdrehzahl im Zaum gehalten wird.

Was die Performance anbelangt, so hat NVIDIA im Bereich GPU-Computing gegenüber den bisherigen Modellen der GTX-600-Serie deutlich zulegen können, doch die Performance, welche man von einem Titanen erwarten würde, bleibt weiter aus. Noch immer muss man sich auf diesem Segment den AMD-Pendants geschlagen geben.

Bild: NVIDIA GeForce GTX Titan von ASUS und Gigabyte im Test

Die Performance im Spiele-Bereich entspricht unseren Erwartungen. AMDs schnellste Single-GPU-Grafikkarte muss sich in den meisten Fällen geschlagen geben. Die wenigen Ausnahmen stellen Batman: Arkham City, Bioshock: Infinite, Dirt: Showdown, Serious Sam 3 und Sleeping Dogs dar. In diesen fünf Titeln hat AMD die Nase noch vor der Titan – fünf von immerhin 19 zu Rate gezogenen Titeln. In den verbleibenden 14 Titeln sind die Vorteile für die Titan höchst unterschiedlich. Mal liegt man 50 Prozent vorne, mal sind es aber auch nur fünf Prozent, die sich NVIDIA erarbeitet. Im Mittelwert über alle unsere Benchmarks kann sich die GeForce GTX Titan – je nach Auflösung – um 11 bis 15 Prozent vor die Radeon HD 7970 GHz Edition setzen.

Geschuldet wird dies aus unserer Sicht vorrangig dem GPU Boost 2.0. In Titan steckt deutlich mehr Leistungspotential, jedoch wird dies durch Power Target und Temperature Target sehr schnell beschnitten, so dass die hier aufgezeigten Möglichkeiten schnell verpuffen. Ohne händische Eingriffe in die gesetzten Limits kann Titan seine Leistung nicht voll entfalten, doch sind diese Eingriffe als Betrieb außerhalb der Spezifikation zu beachten und das führt zum Garantieverlust.

Doch den Namen Titan hat das Produkt an einem Punkt zurecht verdient, nämlich beim Preis. 950 Euro oder mehr für diese Grafikkarte steht außerhalb jeglicher Relation zum gebotenen Gesamtpaket. NVIDIA dürfte den Preispunkt absichtlich gewählt haben, um eben auch die Nachfrage nach diesem Transistor-Monster zu beschränken. Schlussendlich bleibt Titan kein Produkt für den 08/15-Anwender, sondern ausschließlich für versierte Enthusiasten mit dicker Geldbörse, welche sich vor einem Garantieverlust nicht scheuen und die Leistungsoptionen der Titan über Tools entfesseln.

Update 13.05.2013: Wir haben bezüglich des angesprochenen Garantieverlustes mit den beiden Herstellern ASUS und Gigabyte Rücksprache genommen. Beide Hersteller erklärten, dass die Veränderungen des Temperature und Power Targets über die Tools nicht zum Garantieverlust führe. Dinge wie das Einspielen von modifizierten BIOS-Versionen oder die Kühlerdemontage hingegen schon. Unklar bleibt hingegen, wie sich solche Eingriffe rechtlich gegenüber dem Händler und dessen Garantie / Gewährleistung auswirken.

[ls / dog / pg], 08. Mai 2013





 

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