Sapphire Radeon HD 7870 XT with Boost im Test

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Powertune-Limits und Zero-Core-Power



AMD Powertune-Limits

Zu AMDs PowerTune-Technik wollen wir nur wenige, weitere Worte verlieren. Über diverse Einheiten überwacht AMD die Auslastung der Grafikkarte, vorrangig der GPU und bei Überschreiten von typischem Verhalten wirkt der Schutzmechanismus dagegen. Bei typischen 3D-Anwendungen sollten dabei vorrangig nur Spitzen-Peaks gedrosselt werden – in der Praxis sollte sich somit mehr oder minder kaum eine Auswirkung beim Spielen zeigen.

Bei den Boost-Varianten, welche AMD als Reaktion auf NVIDIAs Boost-Technik ins Leben rief, ändert sich prinzipiell kaum etwas. AMD hat schlicht die Taktraten angehoben, was dann schnell zu höheren Auslastungen führen kann, und die Grafikkarte über PT vom maximalen Takt auf den minimalen Takt drosselt. Nichts anderes passiert aber auch bei NVIDIA-Grafikkarten mit Boost.



Im AMD-Treiber unter dem Reiter Overdrive wird ein manueller Eingriff in diese Limitierung ermöglicht. Dieser manuelle Eingriff ist in den meisten Fällen nur in einem Spektrum von "-20 bis +20" möglich – so auch bei dieser Karte.

Das maximale PowerTune-Limit des uns vorliegenden Muster lag bei rund 215 Watt – in Peak-Bereichen ermittelt über Furmark-Auslastung. Die Peaks außen vor gelassen, hemmt PowerTune dann allerdings bereits bei zirka 190 Watt bei dieser Grafikkarte. Manuelle Eingriffe über den Schiebregler im Treiber führten zu deutlichen Steigerungen – bis hin zu rund 280 Watt unter Furmark und damit jenseits der eigentlichen Auslegung der Grafikkarte. Je nach zum Einsatz kommenden Netzteil, darf man diesen Umstand aber auch durchaus als sekundär bezeichnen. De Facto kann aber auch diese Grafikkarte mit Tahiti-LE-GPU im Bereich Leistungsaufnahme nicht wirklich überzeugen.

AMD Zero Core Power

Mit der Einführung der Radeon HD-7000-Serie wirbt AMD mit der ZeroCore-Power-Technik – einem lobenswerten Feature, welches bei PCs im Idle-Zustand deutlich die Leistungsaufnahme senken soll. Sobald die Energieoptionen von Windows den Monitor in den Ruhezustand schicken, deaktiviert sich die Grafikkarte bis auf notwendige Standby-Spannungen und soll damit weniger als 3 Watt in der Leistungsaufnahme für sich beanspruchen.

Das hoch gelobte AMD-Feature hat aber seine Macken und Tücken und funktioniert nach unseren Erfahrungen aktuell nicht, wenn der Monitor direkt mittels HDMI oder DisplayPort angeschlossen wird. AMD blieb uns leider bislang Antworten zu den Problemen schuldig.

Beim heutigen Testkandidaten funktionierte Zero Core Power nicht. Das führen wir jedoch auf die aktuellen AMD-Treiber zurück. Schon mit der Beta-Version 12.11 b11 konnten wir bei anderen Grafikkarten feststellen, dass dieses Feature nicht funktionierte. Im heutigen Test haben wir dann zusätzlich noch den offiziellen Catalayst 13.1 WHQL geprüft – jedoch mit dem gleichen Resultat. Der neue Treiber basiert allerdings vorrangig auf dem letzten Beta-Treiber, so dass wir hier den Übeltäter vermuten und das stimmt uns traurig. Es ist zwar angenehm zu erkennen, dass AMDs Treiber-Entwickler-Team sich nun deutlich auf die Optimierungen im Hinblick der Performance kümmert, es ist jedoch traurig zu beobachten, dass hoch gelobte Features wie dieses Zero-Power schlicht verkümmert und zur Nebensächlichkeit wird.