AMD Kaveri APUs im Test

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GCN in Kaveri



Während wir nun in vertrauter Vergangenheit unterwegs waren, stellt sich natürlich die Frage, welche Möglichkeiten Kaveri von AMD bei der integrierten Grafikeinheit zur Seite gestellt wurden.

Bild: AMD Kaveri APUs im Test
Bild: AMD Kaveri APUs im Test
Bild: AMD Kaveri APUs im Test


Immerhin 47 Prozent der neuen AMD-APUs sollen die integrierte Grafikeinheit abdecken, doch einen Tahiti-Chip wie bei der Radeon HD 7970 darf man selbstverständlich nicht erwarten. Stattdessen setzt AMD natürlich auf kleinere Ableger der GCN-Architektur, dies selbstverständlich aus Gründen der technischen wie praktischen Umsetzung. In der Technik wäre ein zu großer Grafik-Chip kaum auf dem kleinen Siliziumträger unterzubringen, und in der Praxis wäre dieser auch nicht ohne Weiteres zu kühlen und würde außerdem eine zu hohe Leistungsaufnahme mit sich bringen. Ergo sind dies nicht die Ziele der aktuellen APUs.

Die leistungsstärkste Grafikeinheit der Kaveri-Serie steckt derzeit im A10-7850K. Die Grafikeinheit hört auf die moderne Bezeichnung AMD Radeon R7 200 und verfügt über 512 Shader-Einheiten. Die kleineren APUs hingegen, wie beispielsweise der A10-7700K, der A8-7600 oder der A8-7600, verfügen dagegen lediglich über 384 Shader-Einheiten und sind damit deutlich reduziert worden. Die Produktbezeichnungen der Radeon-Grafikeinheit ließen sich aktuell nicht über die AMD-Webseite ausmachen.

Von den Eckdaten her müssen wir aktuell aber davon ausgehen, dass es sich bei der Variante mit 512 Rechenwerken um eine Radeon HD 7750 mit DDR3-Speicheranbindung und bei den kleineren Modellen mit 384 Rechenwerken um eine Radeon HD 7730 mit DDR3-Speicheranbindung handelt.

Allerdings sind diese Modelle natürlich nicht punktgenau zu übertragen, denn eine HD 7730 arbeitet beispielsweise mit einem GPU-Takt von 900 MHz als DDR3-Variante, die HD 7750 mit einem 800-MHz-GPU-Takt als DDR3-Version. Die neuen Kaveri-Modelle haben hingegen lediglich einen Takt von 720 MHz anzubieten – somit langsamer als die Varianten des diskreten Grafiksegmentes.

Hinzu gesellt sich der Umstand, dass separate Grafikkarten eben ihren Hauptspeicher direkt mit an Bord haben und nicht über Schnittstellen auf den Hauptspeicher zugreifen müssen, wie dies eben bei integrierten Grafiklösungen der Fall ist. Kurzum: Die integrierte Grafiklösung der neuen AMD-APUs muss sich in der Praxis schlechter schlagen, als ihre diskreten Pendants. Allerdings sind sämtliche der genannten Lösungen natürlich auch nicht dafür vorgesehen, Top-3D-Spiele in maximalen Details bei maximaler Auflösung umzusetzen. Wir bewegen uns eben im Bereich von Low-Budget-Umsetzungen, und mit solchen Lösungen beschneidet AMD natürlich in gewisser Weise die Daseinsberechtigung von kleinen, separaten Grafikkarten.

TrueAudio und UVD

Dass es sich allerdings bei der Kaveri-Grafikeinheit um einen schlichten Ableger der bisherigen GCN-Architektur handelt, davon kann nicht die Rede sein, denn es finden sich aktuell Bestandteile der GCN2-Architektur wieder, was über TrueAudio- und UVD4-Funktionen zurückgeführt werden kann, und ebenso die Unterstützung der Mantle-API.

Bild: AMD Kaveri APUs im Test
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Und demnach sollen eben die aktuellen Ax-7000-APUs beide Möglichkeiten bieten. Dabei sind die True-Audio-Möglichkeiten bislang nicht allen Varianten der neuen Radeon-R-Serie gegönnt, schlicht weil sich dort einige Modelle einfinden, welche auf der HD-7000-Serie und GCN1 aufsetzen und lediglich umbenannt wurden.

Beim Unified Video Decoder (UVD) in Version 4 fand sich lediglich eine Überarbeitung im Bereich der H.264- und AVCHD-Wiedergabe ein. UVD 4 bietet eine verbesserte Fehlererkennung und -behandlung.