AMD Kaveri APUs im Test

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Fazit



AMDs neue APU-Serie hat den Markt erreicht, und nach unserem heutigen Test dürfen wir festhalten, dass zwar nicht alle Versprechen vollständig eingehalten worden sind, doch im Gesamtpaket ein runder Eindruck hinterlassen wird.

Selbstverständlich muss man sich die Frage stellen, wie stark man Features wie HSA derzeit werten darf. Unzweifelhaft können Programme durch Nutzung der Technik einen deutlichen Leistungszuwachs erfahren und damit die Performance verbessern. Das große Aber liegt jedoch darin, dass es erst einmal entsprechende Programme geben muss, welche die Technik auch wirklich nutzen. Schaut man sich in der aktuellen Welt der Software um, so wird die Auswahl sehr klein. Die Überzeugungsarbeit der vergangenen zehn Jahre sorgte gerade einmal dafür, dass aktuelle Software von zwei und manches Mal von vier CPU-Kernen profitiert.

Davon abgesehen bleiben klare Zahlen: Die Pro-MHz-Leistung der CPU-Kerne konnte man überwiegend steigern, es fehlt allerdings schlicht mehr Takt. Möglicherweise hat AMD hierauf erst einmal zugunsten der Leistungsaufnahme verzichtet, möglicherweise ist man durch den Fertigungsprozess aktuell auch noch eingeschränkt.

Bild: AMD Kaveri APUs im Test

Hauptaugenmerk legte der Hersteller abermals auf die integrierte Grafiklösung, welche nun auf aktueller GCN-Architektur aufsetzt und damit klar leistungsfähiger antritt, als die Vorgängermodelle. Die Kombination aus beidem ergibt schlussendlich die neue Ax-7000-APU-Serie und kann – je nach Modell – auch klar bei der Leistungsaufnahme gefallen.

Natürlich richtet sich AMD mit diesen Modellen abermals nicht an Enthusiasten. Für die meisten 08/15-Computer ist die gebotene Leistung aus CPU- und Grafikleistung allerdings klar ausreichend, und eben in das Massengeschäft solcher PCs möchte AMD – preislich und auch von der Leistungsfähigkeit her.

Ein wenig teurer wird es allerdings. Während das bisherige Top-Modell der APU-Serie beim Online-Händler Amazon ab 125 Euro zu haben ist, erblickt man den Preis des neuen A10-7850K bei rund 168 Euro, jenen des A10-7700K bei etwa 140 Euro. Der heute ebenfalls gezeigte A8-7600 ist unterdessen im Einzelhandel überhaupt noch nicht erhältlich, sondern findet seinen Einsatz aktuell nur in Komplettsystemen. Über Preissuchmaschinen wird es etwas günstiger. Da findet man den A10-7850 schon für 148 Euro und den A10-7700K für 132 Euro. Der A10-6800K bleibt auf dem gleichen Preisniveau.

Was bleibt, ist die anscheinend übermächtige Konkurrenz mit Namen Intel. Im herstellerübergreifenden Vergleich konnte man ein paar Punkte gutmachen, was die CPU-Leistung betrifft, und agiert klar stärker bei der Grafikleistung gegenüber den schnellsten Intel-Modellen im Desktop-Bereich. Als unmittelbaren Kontrahenten hat sich AMD für den A10-7850K den Core i5-4430 oder den i5-4670 herausgepickt. Anhand dieser Beispiele passt eben unsere zuvor gegebene Beschreibung. Bei der CPU-Leistung wird AMDs APU von solchen Modellen vernascht, bei der GPU-Leistung wendet sich das Blatt mit gleicher Beschreibung. Preislich zeigt man sich in etwa auf dem gleichen Niveau.

Halten wir also fest: Wer im 3D-Spiele-Lager sitzt oder massiv aufwändige Rechenoperationen betreibt, der sollte einen Bogen um AMDs APUs machen. Für alle anderen Anwender im PC-Bereich darf man die AMD-Umsetzung als gutes Mittel zum Zweck betrachten.

[dk / fo / pg / ls], 17. Januar 2014