AMDs Tonga-GPU - Radeon R9 285 im Test

Grafikkarten | HT4U.net | Seite 16

PowerTune-Limits, Zero-Core-Power und Auffälligkeiten



Neuigkeiten zu PowerTune gibt es seit der Einführung der R9 290 und 290X, was nun auch für die R9 285 zum Tragen kommt, denn die Tonga-GPU verwendet die gleichen Techniken, die auch die Hawaii-Chips einsetzen.

So findet sich laut AMD, neben den typischen PowerTune-Techniken, nun auch ein Temperaturziel (Temperature-Target) ein, welches auf 94 °C gesetzt sein soll. Wie so manche Board-Partner bei der R9-290-Serie, setzt sich Club3D hier auch bei der R9 285 darüber hinweg. Im Treiber findet sich diese Temperaturbegrenzung erst einmal nicht.

Bild: AMDs Tonga-GPU – Radeon R9 285 im Test


Es bleibt bei der möglichen Option im Treiber, PowerTune auf "+20" zu setzen. Eine Änderung am Temperaturlimit gibt es nicht. Allerdings werden Temperaturen im der Praxis von 90 °C oder darüber auch nie erreicht. Zudem zeigen unsere Praxismessungen, dass Club3D ganz offensichtlich auch in die PowerTune-Settings eingegriffen hat, denn eine Limitierung der GPU-Taktrate, beispielsweise bei Erreichen der TDP von 190 Watt, wird nicht vorgenommen – egal, bei welcher Treibereinstellung.

Idle-Leistungsaufnahme leidet

Wie wir feststellen mussten, haben die aktuellen AMD-Grafikkarten mit PowerTune 2.0 ein nicht ganz typisches oder gewohntes Verhalten im Idle-Modus. Versteht man darunter lediglich den ruhenden Desktop, auf welchem überhaupt nichts geschieht, so liegt die Leistungsaufnahme bei etwa 12 bis 20 Watt – je nach Modell.

Werden allerdings Fenster verschoben oder geöffnet, springt die Taktrate und damit die Spannung hoch. Scrollt man im Internetbrowser – selbst bei deaktivierter GPU-Beschleunigung – oder in Dokumenten (mit vielen Bildern), so ist das Verhalten identisch. Wir mussten dann eine Leistungsaufnahme von bis zu über 50 Watt feststellen. AMD haben wir vor Monaten bereits über dieses Verhalten unterrichtet – wir gehen aktuell nicht davon aus, dass Abhilfe kommen wird. Unsere Hinweise und Anfragen blieben unbeantwortet.

AMD PowerTune-Limits

Die maximale Leistungsaufnahme ohne manuellen Treibereingriff lag bei rund 160 Watt in Spielen. AMD nennt die TDP der R9 285 mit 190 Watt. Unter Furmark konnten wir die Leistungsaufnahme auf rund 185 Watt steigern – somit bleibt insgesamt noch viel Luft für mögliches Übertakten. Die Taktraten der GPU wurden dabei niemals gesenkt. Allerdings führten auch unsere manuellen Übertaktungen zu keinen Limitierungen. Ob mit PowerTune "0" oder PowerTune "+20", es erfolgten selbst bei 213 Watt Leistungsaufnahme keine Beschneidungen beim GPU-Takt. Dies scheint für uns ein Eingriff von Club3D in die Firmware zu sein und dürfte nicht auf alle Board-Partner-Produkte am Markt zutreffen.

Ein weiteres Modell erreichte uns am Vortag des Launches. Es blieb leider keine Zeit, das Verhalten hier gegenzuprüfen.

AMD Zero-Core-Power

Mit der Einführung der Radeon-HD-7000-Serie wirbt AMD mit der Zero-Core-Power-Technik – einem lobenswerten Feature, welches bei PCs im Idle-Zustand deutlich die Leistungsaufnahme senken soll. Sobald die Energieoptionen von Windows den Monitor in den Ruhezustand schicken, deaktiviert sich die Grafikkarte bis auf notwendige Standby-Spannungen und soll damit weniger als 3 Watt in der Leistungsaufnahme für sich beanspruchen.

Das hoch gelobte AMD-Feature hat aber seine Macken und Tücken und funktioniert nach unseren Erfahrungen aktuell nicht, wenn der Monitor direkt mittels HDMI oder DisplayPort angeschlossen wird. AMD blieb uns leider bislang Antworten zu den Problemen schuldig.

Nach typischem Arbeiten am PC und auch Spielen funktionierte mit dem neuen Betatreiber leider Zero-Core-Power nicht. Das trafen wir früher häufiger an. Nach einem Neustart klappte die Funktion am DVI-Anschluss dann aber auf Anhieb und wir erblickten lediglich 2,78 Watt beim Verbrauch. An was oder welchen Applikationen sich dieses störrische Verhalten manches Mal festmacht, konnten wir nicht herausfinden. Es scheint ganz offensichtlich mit den Betatreibern in Zusammenhang zu stehen – aber eben nicht mit allen.

Probleme mit der Auflösung

An unserem Samsung 4K-Monitor mussten wir bei der Verwendung des DisplayPorts feststellen, dass sich die Auflösung 1680 x 1050 nicht fehlerfrei ansteuern ließ. Die Anwendung wurde gestartet, das Display blieb aber schwarz. Wir können mit Sicherheit nicht sagen, ob dies am neuen DisplayPort-Standard liegt, welcher nun von AMD hier umgesetzt wird. Auf den ersten Blick mag dies einem Besitzer eines 4K-Monitors auch gleich sein, denn er möchte ja in der hohen Auflösung arbeiten. Wird er allerdings durch ein Spiel dazu gezwungen, die Auflösung herunterzuschrauben, um es spielen zu können, könnte er in die Problematik hineinlaufen. Aus Zeitgründen konnten wir uns mit dieser Problematik nicht weiter befassen.