AMDs Tonga-GPU - Radeon R9 285 im Test

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Fazit



Testwertung (High-End-Segment) Club3D Radeon R9 285 CoolStream OC
Performance 3D-Spiele +
Performance GPU-Computing +
Kühlleistung o
Lautstärke Idle +
Lautstärke Last o
Leistungsaufnahme Idle ++
Leistungsaufnahme 3D-Last +
Leistungsaufnahme Multi-Monitor-Betrieb ++
Leistungsaufnahme Blu-ray-Wiedergabe -
Übertakten +
Preis (Stand 01.09.2014) -
Wertungsmöglichkeiten: ++ [sehr gut] / + [gut] / o [befriedigend] / -- [sehr schlecht] / – [schlecht]
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Wer von der Radeon R9 285 viel erwartet hat, der wird heute mächtig enttäuscht werden. Doch nähern wir uns dem Produkt Stück für Stück. AMD hat eine bessere Performance gegenüber der GeForce GTX 760 versprochen. Bis zu 15 Prozent Mehrleistung sollten drin sein. Das Versprechen hat AMD definitiv gehalten. Aber die R9 280 konnte bereits solche Performance-Vorteile bieten. Im heutigen Test zeigt sich ganz klar, gemittelt über unsere 18 Testspiele, dass die Einschneidungen bei der R9 285 gegenüber der R9 280 auch mit teils massiven Einbussen einhergehen. Manches Mal liegt sie vorne, manches Mal hinter den Resultaten eienr R9 280, und zwar meistens dann, wenn Optionen wie Kantenglättung hinzugeschaltet wird.

Bild: AMDs Tonga-GPU – Radeon R9 285 im Test

Allerdings hat AMD mit keinem Wort je erwähnt, dass man die R9 280 schlagen würde, geschweige denn, dass man die R9 280X erreichen könnte! Man gab lediglich zur Kenntnis, dass man eben schneller als die GeForce GTX 760 sei – Test bestanden. Man deutete lediglich an, dass man mit einer besseren Energieeffizienz an den Start gehe. Genau an diesem Punkt kann dann die R9 285 auch punkten.

Zwar benennt AMD die TDP der R9 285 mit 190 Watt, doch im schlechtesten Fall unter Spielen konnten wir 160 Watt messen. Die R9 280 ist mit 250 Watt TDP angegeben, und dort trafen wir maximal 180 Watt an. Damit erblicken wir eine klare Steigerung, welche mit dem neuen Design einhergeht. Besser noch: Während die R9 280 trotz höherer 3D-Performance schlechtere Werte bei der Leistungsaufnahme lieferte, kann die R9 285 gleiches bei der Performance liefern, wobei man eine geringere Leistungsaufnahme liefert. An dieser Stelle geht AMDs Plan vollständig auf.

Mit unserem Testmuster der Club3D Radeon R9 285 CoolStream sind wir – wie an manchen Stellen angesprochen – weniger glücklich. Der Tonga-Chip selbst lässt sich eigentlich vernünftig kühlen. Die Club3D-Umsetzung möchte aber über tolle Temperaturen glänzen und patzt bei der Geräuschkulisse. Die wenigen MHz mehr Takt bei der GPU fallen ins Nirvana ab – Messtoleranzen bedeuten solche Steigerungen, mehr nicht.

Und wie schon vor dem Launch des Produkts anhand von Gerüchten angedeutet, wird die R9 285 über den Preis einen schweren Stand haben. 249 US-Dollar ruft AMD aus, gleichzeitig verkaufen die Board-Partner die R9 280 für lockere 180 Euro Straßenpreis. Beim heutigen Start dürften beste Listungen gerade bei 220 Euro starten. Und bei 40 Euro Preisunterschied spricht erst einmal nur wenig für die R9 285, zumal die R9 280X ebenfalls in Regionen um 220 Euro agiert. Erst nach dem Abverkauf der R9 280* und dem Einpendeln der Preise für die R9 285 wird dieses Produkt auch wirklich interessant werden.

[pg & ls], 02. September 2014