Assassin´s Creed Unity im Test

Sonstige Reviews | HT4U.net | Seite 4


Grafische Umsetzung und Hardware-Anforderungen



Man kann Assassin's Creed Unity grafisch wirklich schon einen Kracher nennen. Das Spiel sieht fantastisch und sehr echt aus, die riesigen Menschenmengen, Gebäude und Schieferdächer im Licht sind schlichtweg beeindruckend – sofern man sie ruckelfrei genießen kann. Und genau hier liegt das Problem. Was genau die Entwickler hier falsch gemacht haben, ist nicht ganz einleuchtend. Fakt ist aber, dass der Hardware-Hunger von ACU seinesgleichen sucht!

Bild: Assassin´s Creed Unity im Test
Bild: Assassin´s Creed Unity im Test
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Wir starteten unsere Tests mit unserem üblichen Testsystem mit Intel Core i5-2500K, einer GeForce GTX 770 und 8 Gigabyte Hauptspeicher. Wir mussten erkennen, dass das Spiel auf diesem System kaum spielbar war. Selbst als wir die Detail-Einstellungen im Spiel herabschraubten und die Auflösung auf 1680 x 1050 Pixel heruntersetzten, gerieten wir immer wieder in Situationen, wo die Bildraten klar unter 30 fps einbrachen, und an manchen Stellen sollten wir uns dann gar nur noch mit 16 bis 20 Bildern pro Sekunde bewegen. Letzteres war eine Ruckelorgie unbeschreiblicher Art, wenngleich wir festhalten können, dass der 30-fps-Bereich bei Unity durchaus angenehm spielbar ist. Wirklich kritisch wird es, wenn man unterhalb von 25 Bilder pro Sekunde fällt – dann macht das Spiel, je nach Auge des Spielers, einfach keinen Spaß mehr.

Wir mussten überraschenderweise aber auch feststellen, dass das Heruntersetzen von Detailstufen sich nicht zwangsläufig auf die Grafikkarte und ihre Leistung auswirkte, sondern plötzlich die CPU mehr gefordert wurde. Weit mehr: Eine Stelle, welche in Unity auf einer NVIDIA-Grafikkarte mit 99 Prozent GPU-Last ausgewiesen wurde, verhielt sich dann auf einer AMD-Grafikkarte dahingehend, dass die GPU-Last teils auf 50 Prozent herabsank und gar die Taktraten einer Radeon R9 290X massiv gesenkt wurden. Wir stehen vollständig im Nebel, was genau in ACU passiert, vermuten aber durch den zuletzt geschilderten Umstand, dass der Titel möglicherweise manche Bereiche bei NVIDIA-Karten deutlicher auf die GPU auslagert und bei AMD-Grafikkarten vorrangig die CPU die Rechenarbeit übernehmen muss.

Bild: Assassin´s Creed Unity im Test

CPU-Auslastung Core i5-4690K


Letzten Endes sorgte Unity dafür, dass wir unser Spiele-Testsystem auf einen Intel Core i5-4690K und eine GeForce GTX 970 aufrüsteten, schlicht damit der Titel flüssig spielbar wurde – auf eingeschränkten Detailstufen. Insbesondere die CPU-Aufrüstung machte sich in vielen Fällen bemerkbar, wobei man erwähnen darf, dass Unity sich in fast jeder Situation vier CPU-Kerne greift und diese gerne auch zu 100 Prozent auslastet. Geschuldet wird dies offensichtlich der eigentlichen Entwicklungsarbeit auf PlayStation 4 und Xbox One, welche nun über PC-Hardware verfügen und mit einem AMD-Vierkernprozessor an den Start gehen.

Letztlich bleiben wir aber bei dem Standpunkt, dass Assassin's Creed Unity optisch durchaus einiges richtig gemacht hat und in seiner gesamten Kulisse absolut beeindruckend wirkt.

Bild: Assassin´s Creed Unity im Test
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Wand- / Holz- / Metall-Texturen Bodentexturen – grafische Eindrücke Vegetation / Lichtspiel / Schatten
Bild: Assassin´s Creed Unity im Test
Bild: Assassin´s Creed Unity im Test
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Relief-Ausbildungen in Gebäuden Dacheindeckungen Bauwerkdarstellungen


Schwächen gibt man sich hier und dort bei den Texturen und werden häufig bei hohen Sichtweiten deutlich, insbesondere bei den dann in der Ferne liegenden Objekten. ACU ist gut, wirklich gut und sorgt für ein stimmungsvolles Ambiente. Der damit verbundene Hardware-Hunger, auf welchen wir in folgendem Kapitel mit Zahlen eingehen, ist nicht gerechtfertigt und klar. Cryteks Ryse: Son of Rome ist eine optisch klar realistischere Umsetzung, deren Hardware-Hunger erklärbar ist – daran kann ACU nur bedingt kratzen.

Spiele-Optionen (Grafik)

Gestärkt mit diesem System, mussten wir uns an Optimierungen machen – die Voreinstellungen waren für uns kaum zu verwenden. Wir haben darum folgende Einstellungen für unser System als brauchbar erörtert:

  • Umgebungsqualität: Sehr hoch
  • Texturqualität: Hoch
  • Schatten: Hoch
  • Ambient Occlusion: SSAO
  • Blooming: Aus
  • Antialiasing: FXAA


Zu den Punkten Blooming und Schatten können wir sagen, dass aktiviertes Blooming und Schatten aus NVIDIAs Entwicklung aus dem GameWorks-Programm (Weiche Schatten) irrsinnig viel Leistung fordern. Ambient Occlusion auf HDAO+ frisst ebenfalls mehr Leistung, als von modernen Systemen geboten werden kann. Leider muss je nach System eine gewisse Grundeinstellung für AC Unity gefunden werden. Eine Paradelösung für die Vermeidung von Rucklern gibt es leider nicht. Auf die Kantenglättung gehen wir nachfolgend noch einmal separat ein. Die gebotenen Optionen sind für das Spiel als unbrauchbar zu bezeichnen, fressen Leistung, aber beseitigen die Probleme nicht.