MSI GTX 970 Gaming 4G im Test

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Power- und Temperaturlimitierungen



Power- und Temp-Target

Dreh- und Angelpunkt der NVIDIA GPU-Boost-Technik 1.0 war das Power-Target – die maximal erlaubte Leistungsaufnahme. Ab GeForce GTX Titan gibt es GPU Boost 2.0 und damit zusätzlich das Temperature-Target. Jede NVIDIA-basierende Grafikkarte mit dieser Technik kommt mit einem maximalen Takt (GPU-Boost) daher. Unter Last arbeitet eine solche NVIDIA-Karte dann aber nur so lange auf diesem hohen Takt, wie die beiden genannten Limits nicht erreicht werden. Bei Erreichen dieser gesetzten maximalen Leistungsaufnahme oder Temperatur werden sodann Taktraten und Spannungen der GPU reduziert, und zwar so lange, bis die Grafikkarte eine Taktstufe findet, bei welcher diese Grenzen nicht mehr überschritten werden.

Bild: NVIDIA GeForce GTX 780 im Test


Die Einwirkung in diese Limitierungen ist bei der GeForce GTX 980 und bei der GTX 970 über Tools möglich. Während bei der Inno3D GTX 970 hier die typische Zugabe von +6 Prozent auf das PT und bis zu 94 °C beim PT möglich sind, erlaubt NVIDIA bei der GeForce GTX 980 die Erhöhung des Powerlimits auf 125 Prozent! MSI hingegen erlaubt eine Zugabe bei der Leistungsaufnahme von +10 %.

Bild: MSI GTX 970 Gaming 4G im Test

Maximale Lockerung bei MSI GTX 970 Gaming 4G


Leistungsaufnahme und Boost

Obgleich nun überall im Web verbreitet ist, dass die TDP der GeForce GTX 980 bei 165 Watt und jene der GTX 970 bei 145 Watt liegt, entspricht dies nicht ganz der Realität. Die ab Werk gesetzte Beschränkung der TDP der GeForce GTX 980 liegt bei 180 Watt, jene der GTX 970 bei 150 Watt – NVIDIA hat uns diese Messwerte bestätigt.

Gerade aber bei den GeForce-GTX-970-Modellen gibt es hier zahlreiche verschiedene Voreinstellungen, denn offensichtlich hat NVIDIA den Board-Partnern dort freie Hand gelassen. Hatte die Inno3D iChill GTX 970 Herculez X2 ein Powerlimit von 160 Watt, sind es bei der MSI GTX 970 Gaming 4G 198 Watt. Mittels der Zugabe von +10 Prozent ergibt sich damit eine maximale TDP von 217,8 Watt, welche auch erreicht werden kann. Witzlos sind dabei natürlich der 8-Pin- und der 6-Pin-Stromanschluss. Zwei 6-Pin wären ausreichend gewesen. Aber eins nach dem anderen.

MSI hat den maximalen GPU-Boost-Takt unseres Musters auf 1.342 MHz gesetzt. In all unseren Applikationen – ausgenommen Furmark – wurde der Takt höchstens auf 1.316 MHz gesenkt, in den meisten Fällen lagen konstant 1.329 MHz an. Die gesetzten 1.342 MHz kratzen hier schon zu nahe am Powerlimit von 198 Watt, scheinen aber von MSI durchaus vernünftig gewählt und in Kombination mit Design und Kühler abgestimmt zu sein.

Applikationen wie Furmark – oder ähnliche Szenarien – reiten natürlich derart tief ins Powerlimit, dass die Taktraten mit maximal 1.202 MHz starten. Bei uns endete Furmark mit Taktraten von 1.189 MHz bei einem Powerlimit von 98 Prozent.

Luft für Übertaktungen bleibt aber beim Power-Setting noch. Übertaktet auf unsere maximalen Werte (siehe entsprechendes Kapitel), gab es verschiedene Applikationen wie Crysis 3, Metro: Last Light oder Tomb Raider, welche die MSI GTX 970 Gaming 4G dann ins Powerlimit von 217,8 Watt trieben und die Taktraten automatisch zurückgenommen wurden.