Samsung 840 Pro und Evo im Test

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Steady-State-Verlaufskurven


Dieser Test basiert auf der "Solid State Storage Performance Test Specification" der SNIA (Storage Networking Industry Association). Er soll das Verhalten der SSD bei kontinuierlicher Last und außerdem aufzeigen, auf welche Mindestleistung der Anwender bauen kann und wie stabil die Performance in einem solchen Fall ist. Dazu wird die SSD ununterbrochen mit 4K-Random-Writes bei einer Queue-Depth von 32 beschrieben. Je länger die SSD ihre hohe Anfangsleistung aufrechterhalten kann und je höher die dauerhafte Performance nach dem Einbruch ist, desto besser. In der Praxis tritt bei geringeren Queue-Depths der Einbruch erst später auf. Dieser Test ist für normale Heimanwendungen weniger wichtig, da er eher auf höhere Lasten abzielt.

Bild: Samsung 840 Pro und Evo im Test

Hier wird deutlich, warum die Pro-Modelle in den Lastprofilen schwächeln: Es wird keine proaktive Garbage-Collection durchgeführt, wenn die SSD gerade nichts zu tun hat. Auch nach unseren 30-minütigen und 12-stündigen Idle-Pausen ist die Schreibleistung auf niedrigem Niveau. Jegliche Garbage-Collection wird erst während der Schreibvorgänge aktiv, was Leistung kostet, dafür aber Schreibzyklen einspart. Warum das die Performance drückt, haben wir hier in unserem Technik-Artikel "SSD-Reboot" beschrieben.

Wie die Graphen zeigen, kann die SSD im frischen Zustand etwas über eine halbe Minute lang ihre maximale Leistung abrufen, bevor die freien Blöcke der Spare-Area aufgebraucht sind, die Garbage-Collection aktiv werden muss und die SSD in der Leistung einbricht (bei geringerer Last kann sie entsprechend länger das Niveau halten). Aber egal, wie lang Idle-Pausen sind, sie kommt erst dann wieder auf ihr ursprüngliches Leistungsniveau, wenn Daten gelöscht und die Blöcke mit dem TRIM-Kommando wieder freigegeben wurden. Problematisch wird es also für diejenigen, deren Betriebssystem beziehungsweise Storage-Controller kein TRIM-Kommando durchstellt, und für Nutzer, deren Datenbestände in Dateien verändert werden, die nicht zwischendurch mal gelöscht werden. Das trifft sicher nur die einen oder anderen professionellen Anwender – aber waren die Pro-Modelle nicht genau für diese Nutzer gedacht gewesen?

Bild: Samsung 840 Pro und Evo im Test

Ironischerweise sieht das bei den Mainstream-Modellen der Evo-Serie etwas anders aus, aber auch hier ist keine Garbage-Collection im Idle-Betrieb aktiv. Indirekt sorgt hier aber der TurboWrite-Puffer für freie Sektoren, denn dessen Arbeitsweise sieht vor, seine Daten in den langsameren TLC-Flash zu leeren, wenn die SSD Zeit dazu hat. Dadurch stehen nach kurzen Pausen im Endeffekt immer freie Seiten zur Verfügung, nämlich die im Puffer. Dadurch kann die SSD nach kurzen Idle-Phasen wieder für kurze Zeit mit voller Geschwindigkeit arbeiten. Die Dauerlast-Performance des Evo-Modells ist zudem deutlich konstanter, die Pro im Mittel jedoch etwas schneller.