Samsung 840 Pro und Evo im Test

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Fazit


Die Samsung 840 Pro ist bereits seit über einem Jahr auf dem Markt, und ihre Aufgabe war es, eine schnellere Alternative zum damaligen Preisbrecher Samsung 840 Basic bereitzustellen. Bei den sequentiellen Schreibraten gelingt ihr das auch. Wie jedoch unsere Lastprofile und Steady-State-Tests zeigen, leidet das Laufwerk stark, wenn mal mehr als Heimanwendernutzung von ihr verlangt wird.

Zudem führt der Controller der 840 Pro mit der derzeitigen Firmware keine proaktive Garbage-Collection durch (siehe Verlaufskurven). Zur Performance-Wiederherstellung ist man also ganz auf TRIM in Verbindung mit dem Löschen von Dateien oder dem Überschreiben mit sequentiellen Daten angewiesen. Für Datenbankanwendungen oder sonstige größere Lasten ist dieses Laufwerk nicht so sehr geeignet. Es ist aber nicht so, dass Samsung es nicht besser kann, denn für den Einsatz unter höheren Lasten gibt es von Samsung zum Beispiel die Modelle SM843 und SM1625. Im freien Handel sind diese aber nicht erhältlich, man erhält sie über Hersteller wie Dell als Option zu den Servern.

Bild: Samsung 840 Pro und Evo im Test

Das eben Geschriebene gilt äquivalent für die moderneren Evo-Modelle. Nur dort gibt es zwei wichtige Unterschiede: Einmal den TurboWrite-Puffer, der das Laufwerk insgesamt deutlich passender auf die Bedürfnisse eines Heimanwenders zuschneidet (kurze, schnelle Schreibphasen, günstiger Flash & sehr gute Leseleistungen). Und zum anderen wäre es nicht angemessen, dort an fehlender Lastresistenz herumzumäkeln, denn es ist vom Marketing als auch vom Preis her mit aktuell 135 Euro für das 250-GByte-Modell ein Consumer-Laufwerk. Und damit eben auch ein sehr gutes! Das Pro-Modell kostet in der vergleichbaren 256-GByte-Ausstattung derzeit zwischen 175 und 180 Euro.

Einen Bogen um Samsungs SSDs sollten also nur diejenigen im semi-professionellen Segment machen, die spürbar mehr Schreiblast brauchen, kein TRIM einsetzen können und/oder in großen Datenbeständen auf dem Laufwerk schreiben, wobei keine Dateien gelöscht, sondern nur deren Inhalte überschrieben werden. Der LAMD-Controller auf der Corsair GTX zeigt, dass auch im Mainstream-Segment dies spürbar besser ginge.

Für den normalen Heimeinsatz sind die Samsung-840-Evo-Laufwerke mit ihrem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut geeignet, der TurboWrite-Puffer eliminiert den Leistungsnachteil bei üblichen Schreiblasten ausreichend und ist sogar ein Tick schneller als der MLC-Flash der Pro-Modelle. Das gestufte Speichersystem aus schnellem Flash-Puffer und langsamerem TLC-Flash hat sich für Samsung ausgezahlt. Für die meisten Heimanwender mit geringem Schreibvolumen lohnt es sich also eher, den Preisvorteil der Evo mitzunehmen. Nur für diejenigen, die öfters Dateien schreiben, welche deutlich größer sind als der TurboWrite-Puffer, wäre das Pro-Modell die bessere Variante.

[ri], 24. Februar 2014