Samsung 840 Pro und Evo im Test

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RAPID-Mode


Der RAPID-Mode (Real Time Acceleration Processing of I/O-Data Mode – echtzeitbeschleunigtes Verarbeiten von Ein- und Ausgabedaten) basiert auf einem Filtertreiber, der mit Hilfe der Samsung-Magician-Software eingerichtet werden kann. Voraussetzungen sind dazu SSDs der Samsung-Evo-Reihe und seit Version 2.3 der Magician-Software ebenfalls die Laufwerke der Pro-Serie. Als Betriebssystem wird Windows 7 und höher vorausgesetzt, mit mindestens 2 GByte RAM. Der RAPID-Treiber verwendet 25 % des RAMs, aber maximal 1 GB. Wir haben bei Samsung nachgefragt, ob auch die Unterstützung anderer Betriebssysteme geplant ist, man konnte uns diesbezüglich aber keine Informationen nennen. Des Weiteren kann der RAPID-Modus nur für ein Laufwerk aktiviert werden.

Die Installation ist pflegeleicht: Die kostenlose Samsung-Magician-Software prüft, ob alle Voraussetzungen gegeben sind, und installiert dann auf Knopfdruck den Treiber. Nach einem Reboot ist dieser dann aktiv.

Bild: Samsung 840 Pro und Evo im Test
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Der RAPID-Treiber analysiert Lese- und Schreibvorgänge, um zusammen mit dem Arbeitsspeicher des Rechners die Geschwindigkeit des Laufwerkes weiter zu verbessern. Dazu wendet er verschiedene Ansätze an:

Lese-Cache:
Ein Lese-Cache an sich ist nichts Besonderes, jedes Betriebssystem bietet so etwas an. In welchen Punkten unterscheidet sich also der Lese-Cache des Samsung-Treibers? Zum einen arbeitet er sowohl datei- als auch blockbasiert. Wenn sehr oft aus einer sehr großen Datei immer nur bestimmte Blöcke gelesen werden, dann kann ein blockbasierter Treiber eben diese Blöcke in seinen Cache aufnehmen und muss nicht die ganze Datei puffern. Auf diese Weise wird weniger Cache für nur wenig abgefragte Blöcke "verschwendet".

Zudem wird der ermittelte Cache auf der SSD gespeichert und steht so nach einem Reboot sofort wieder zur Verfügung. Diese beiden Dinge leistet das Caching durch Windows nicht. Auf der anderen Seite hat der Windows-Cache den Vorteil, dass dessen Speicherbereich im Bedarfsfall für Applikationen bereitgestellt werden kann, während der RAM-Bereich des RAPID-Caches durch den RAPID-Treiber belegt ist. Nur wenn der RAPID-Treiber den Speicherbereich freigibt, kann Windows diesen für andere Zwecke verwenden.

Hilft der RAPID-Mode bei den Boot-Zeiten? Nein, denn der persistente Cache kann erst effektiv werden, wenn Windows und der Filtertreiber fertig geladen sind, denn erst dann können die Cache-Daten von der SSD in den RAM geladen werden.

Schreib-Cache/Schreiboptimierung:
Der Schreib-Cache optimiert vor allem kleinere Schreibvorgänge, um auch bei höheren Queue-Tiefen (also vielen parallelen Zugriffen) eine höhere Performance zu erreichen. Und wie bei jedem Schreib-Cache, gehen hier auch Bedenken bezüglich der Datensicherheit einher, denn wenn der Rechner abstürzt oder der Strom ausfällt, während die Daten noch im Cache liegen und nicht auf den Datenträger geschrieben sind, sind diese Daten verloren. Dies gilt aber gleichermaßen für die Schreib-Caches der Betriebssysteme. Samsung gibt an, dass RAPID immer versucht, die Daten möglichst schnell auf den Datenträger zu bringen und sich an das "Flush"-Kommando des Betriebssystems zu halten, welches ein Leeren des Schreib-Caches auf den Datenträger veranlasst. Dadurch erhöht sich das Risiko eines Datenverlustes im Vergleich zur Nutzung der Windows-Schreib-Caches nicht.

Kompression:
Um die Effizienz des Caches zu erhöhen, komprimiert RAPID die gecachten Daten dynamisch, damit mehr Daten in den aufgewendeten Arbeitsspeicher passen. Der Erfolg dieser Maßnahme hängt logischerweise auch davon ab, wie gut sich die Daten komprimieren lassen, allerdings kann der Treiber auch zwischen verschiedenen Dateitypen unterscheiden und schlecht komprimierbare Typen (etwa JPEG oder MKV) ausklammern.

Aber nichts ist umsonst! Die Nutzung des RAPID-Modus muss der Nutzer sich, abgesehen vom bereits erwähnten RAM-Verbrauch, auch mit einer höheren CPU-Auslastung erkaufen. Um einen Flaschenhals zu verhindern, reicht der Treiber im Falle einer CPU-Vollauslastung die Daten direkt an den Datenträger durch. So soll vermieden werden, dass die SSD unnötig wartet, falls der CPU nicht genug Zyklen zur Verfügung stehen.