SanDisk Extreme II und Ultra Plus im Test

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nCache


Als wir im letzten Testbericht der Samsung Evo deren TurboWrite-Cache beschrieben, wiesen wir darauf hin, dass Samsung nicht der Einzige mit einem derartigen mehrstufigen Cache bei SSDs ist. SanDisks nCache verfolgt das gleiche Ziel, Schreibzugriffe zu beschleunigen, ohne gleich den ganzen Speicher als deutlich teureren, schnelleren Flash ausführen zu müssen. Vom Aufbau sind beide Ansätze her sehr ähnlich, der Hersteller stellt den Aufbau für die vierkanalige Ultra Plus in folgender Grafik dar:

Bild: SanDisk Extreme II und Ultra Plus im Test

Ein Teil jedes MLC-NAND-Dies wird im SLC-Modus angesprochen. Da es bei SLC-Flash nur darauf ankommt, ob eine Speicherzelle überhaupt eine Ladung hat oder nicht, gehen die Schreibvorgänge hier deutlich schneller vonstatten als bei MLC-Flash, wo auf verschiedene Ladungslevels Rücksicht genommen werden muss. In diesem Punkt ist das Konzept gleich zu Samsungs TurboWrite.

Der Unterschied liegt aber darin, wie dieser Bereich genutzt wird. Während bei TurboWrite jegliche Schreibzugriffe im SLC-Cache landen und anschliessend während Idle-Zeiten in den MLC-Bereich überspielt werden, ist SanDisk hier selektiver. Dessen Herangehensweise basiert auf der Tatsache, dass ein Großteil der Schreibzugriffe von Betriebssystemen aus kleineren 4 Kilobyte großen Blöcken bestehen, zumindest sofern man nicht gerade große Dateien kopiert. Das Problem bei kleinen zu schreibenden Blöcken ist, dass diese schnell relativ viel Performance kosten können. Wir haben die Ursachen dafür in unserem Kapitel über Read-Modify-Writes beschrieben. nCache sammelt derartige kleine Schreibzugriffe im SLC-Cache und schreibt dann mehrere in einem Rutsch in den MLC-Bereich. Daraus resultiert ein Zeit- und damit auch Performance-Gewinn.