Frischware: Sapphire R9 285 ITX Compact Edition im Test

Grafikkarten | HT4U.net | Seite 8

Impressionen



Klein und kompakt, das ist der erste Eindruck, welchen Sapphire optisch hinterlässt. Allerdings hat man bei dieser ITX-Compact-Edition auch sehr stark am äußerlichen Kühlerdesign gearbeitet. Die Kombination aus Aluminium und Kunststoff ist neu bei Sapphire und weiß auf diesem Produkt durchaus zu gefallen.

Bild: Frischware: Sapphire R9 285 ITX Compact Edition im Test
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Hebt man die Sapphire-Karte aus dem Karton, beeindruckt sogleich zur Optik das gefühlte Gewicht. Fast 600 Gramm bringt die Grafikkarte auf die Waage – so viel wie manch ausgewachsenes Modell nicht. Geschuldet wird dies dem Kühler, den wir gleich noch näher beleuchten werden.

Äußerlich auffällig ist auch der UEFI-Schalter an der Oberseite der Platine. Dieser ist bei Sapphire-Grafikkarten inzwischen nicht selten. Er soll in Verbindung mit Windows 8 zu schnellerem Boot-Verhalten beitragen. Darüber hinaus erkennen wir bei der Stromversorgung einen 8-Pin-Stromanschluss. Typisch sind eigentlich zwei 6-Pin-Anschlüsse bei R9-285-Grafikkarten. Aus Platzgründen hat Sapphire auf den 8-Pin-Anschluss gesetzt, welcher eben eine genau gleiche Leistungsaufnahme von 150 Watt erlaubt, wie zwei einzelne 6-Pin-Modelle. Es wundert uns überhaupt, dass dieser Schritt nicht Mode macht, denn prinzipiell sollte ein 8-Pin-Anschluss günstiger kommen als zwei 6-Pin-Anschlüsse. Aber natürlich wird hier ein modernes Netzteil vorausgesetzt. Sollte das nicht vorhanden sein, findet sich im Lieferumfang der passende Adapter auf zwei 6-Pin-Anschlüsse.

Bild: Frischware: Sapphire R9 285 ITX Compact Edition im Test
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Der Kühler selbst stellt das Glanzstück dieser Sapphire-Arbeit dar. Die Ingenieursarbeit darf dabei absolut gelobt werden. In der Theorie gestaltet sich das Ganze eigentlich noch nicht einmal so kommpliziert – als Eigenentwicklung natürlich etwas kostspieliger.

Sapphire setzt allem voran auf ein meist verkapseltes Kühlerdesign. Das Abdeckblech des Kühlers soll dafür sorgen, dass erwärmte Abluft überwiegend über das I/O-Shield der Grafikkarte aus dem Gehäuse abtransportiert werden soll. Das macht bei Minigehäusen auch durchaus Sinn. Dafür sind die Lüftungsschlitze auf dem I/O-Shield großzügiger gestaltet worden, und ein zweiter DVI-Anschluss fiel diesem Vorgehen zum Opfer.

Darüber hinaus hat Sapphire erst einmal eine typische Hybrid-Kühllösung aus Kupfer und Aluminium verwendet. Die GPU-Kühlfläche und die Heatpipes sind aus Kupfer, die Finnen zur Wärmeableitung sind aus Aluminium gefertigt. Aber es gibt Besonderheiten! Sapphire arbeitet mit insgesamt vier Heatpipes, zwei davon im höherwertigen 8-mm-Standard, zwei im typischen 6-mm-Standard.

Neu ist aber der Umstand, dass Sapphire nun auch die passive Kühlung der Spannungsbauteile in Kupfer umgesetzt hat. Dazu hat man eine spezielle Wärmeleitplatte für diese Bauteile kreiert und dieser dann auch noch eine direkte Verbindung zu einzelnen, speziell ausgeformten Alufinnen gegeben.

Wenn man von einer durchdachten, hochwertigen Kühllösung sprechen darf, dann kann Sapphires Konstrukt hier in einem Atemzug mit anderen Größen genannt werden. Diese spezielle Entwicklung war sicherlich nicht günstig. Was sie in der Praxis bringt, werden die einzelnen Kapitel zeigen müssen.

Bild: Frischware: Sapphire R9 285 ITX Compact Edition im Test
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Bei den Speicherchips gibt es auch bei dieser R9-285-Grafikkarte keine Besonderheiten. In Folge treffen wir nun zum dritten Mal auf Elpida-Chips, welche bis zu einer maximalen Taktfrequenz von 1.500 MHz freigegeben sind. Die Sapphire-Taktraten betragen allerdings R9-285-typisch nur 1.375 MHz.

Entgegen bisher erblickten R9-285-Lösungen sehen wir hier ein etwas anders aufgebautes Design. Die Phasen für RAM, PLL und GPU sind alle in einer Reihe positioniert und die Treiberchips können dadurch auch gemeinsam durch die erwähnte Kupferplatte gekühlt werden. Während eine Drossel für eine R9 285 beim Speicher als normal bezeichnet werden kann, kommt für die GPU aber eine Fünf-Phasen-Wandlung zum Einsatz. Dies und viele andere, angetroffene Bauteile sind ungewöhnlich für eine R9 285 – zumindest nach dem, was wir bislang sahen – und höherwertiger umgesetzt.

Bild: Frischware: Sapphire R9 285 ITX Compact Edition im Test
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Sapphires Ingenieure scheinen keinen Fleck auf dem PCB beim Bau außer Acht gelassen zu haben. Das präsentierte Produkt hinterließ beim Tester nicht nur optisch einen hochwertigen Eindruck, auch im Detail haben wir es mit einer sehr hochwertigen Umsetzung zu tun, in welcher viel Liebe zum Detail steckt. Und es ist schon lange und viele Grafikkartenprodukte her, dass uns ein Auftreten so überrascht hat.