Thief im Test

Sonstige Reviews | HT4U.net | Seite 4

Grafische Umsetzung



Was Thief von Konkurrenten wie etwa Dishonored abhebt, sind sicher die stimmige Atmosphäre und die Liebe zum Detail. Dies spiegelt sich vor allem in den Animationen des Diebes wider, da jeder Goldtaler separat genommen werden kann, jede Tür von Hand geöffnet werden muss.

So gut die Atmosphäre auch sein mag, Thief ist kein rasantes Spiel und lässt immer genügend Zeit, um sich die Umgebung betrachten zu können. Bei genauerem Hinsehen fallen jedoch einige Makel auf, denn gerade im Bereich Texturen hat man sich nicht immer besondere Mühe gegeben, wie es scheint.

Bild: Thief im Test
Bild: Thief im Test
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Doch da Thief vorrangig im Dunkeln spielt, werden viele schlecht umgesetzte grafische Details auch immer wieder verdeckt, so dass es dem Spielgenuss nur selten entgegenwirkt. Von einem Blockbuster aus dem Jahr 2014 hätten wir definitiv mehr erwartet.

Kantenglättungsoptionen

Im Bereich Kantenglättung bietet Thief kein reguläres Multi-Sampling. Als Optionen stehen lediglich FXAA (eine Art Weichzeichnungsfilter) und SSAA (Super-Sampling-Antialiasing) in den Stufen "Niedrig" und "Hoch" zur Verfügung. Und die Kanten stellen – je nach Szene in Thief – durchaus ein Problem dar. Ohne Zuschalten von FXAA ist die Treppenbildung bereits in vielen Bereichen enorm. In gewissen Szenen gesellt sich allerdings auch stärkeres Flimmern hinzu. Darüber wird an ausgeprägten Stellen weder FXAA noch SSAA in höchster Stufe wirklich Herr.

Trifft man solche Szenen nicht an, so ist FXAA schon ein gutes Mittel zur Glättung, wenn man eben mit dem insgesamt unschärferen Bild leben kann. SSAA in höchster Stufe zeigt sich natürlich als beste Umsetzung, frisst aber die meiste Leistung bei der Grafikkarte. Unsere nachfolgenden Screenshots zeigen Details dazu.

Bild: Thief im Test
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keine Kantenglättung bei ca. 126 Frames FXAA bei ca. 120 Frames

Bild: Thief im Test
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SSAA Niedrig bei ca. 85 Frames SSAA Hoch bei ca. 70 Frames


Der Gesamteindruck bleibt jedoch, wie vorangegangene Screenshots zeigten, dank der düsteren Atmosphäre und trotz der angestaubten Unreal-Engine 3 mehr als annehmbar – für einen Blockbuster des aktuellen Jahres hätten wir uns ein wenig mehr gewünscht.

Performance-Einschätzung

Thief bietet einen integrierten Benchmark, welcher Aufschluss über die Hardware-Anforderungen geben soll. Versprechen solche integrierten Benchmarks häufig sorglosigkeit, ist die Benchmark-Umsetzung in Thief für unseren Geschmack deutlich zu fordernd angesetzt.

Unser System aus Intel-Core-i5-2500K-Vierkernprozessor in Verbindung mit 8 GByte DDR3-Hauptspeicher und NVIDIA-GeForce-GTX-680-Grafikkarte (leicht übertaktet) erreicht unter dem integrierten Benchmark ein gemitteltes Resultat von 47 Bildern pro Sekunde. Wir fanden im gesamten Spielverlauf keine einzige Szene in einer Auflösung von 1920 x 1200 Bildpunkten, in welcher das System so weit abfiel.

Wir haben uns die Benchmark-Szene darum auch noch einmal genauer angeschaut und müssen attestieren, dass die dort gezeigte Umsetzung im Spiel so nie zu 100 Prozent anzutreffen ist. Den Benchmark zeichnen zu viel Helligkeit und selbst in fast identisch angetroffener Szene aus dem Spiel viel zu viele Menschen, zu viele Details bei Gebäuden (beispielsweise dem Turm) oder ein komplett anders verlaufender Regen (mehr Regen und dünnere Tropfen) aus.

Bild: Thief im Test


Im schlechtesten Fall drückten wir unser Testsystem in gewissen Szenen in den Bereich von etwa 70 FPS bei zugeschaltetem FXAA und deaktiviertem SSAA. Solche Situationen trafen wir häufig auch nur dann an, wenn wir unmittelbar mit detailreich dargestellten Personen konfrontiert wurden – es gibt aber auch andere Bereiche. Darüber hinaus waren unsere Frameraten zumeist im Segment von 80 bis 150 Frames anzutreffen. Thief ist also deutlich weniger fordernd für die Grafikkarte, als der Benchmark dies vermitteln möchte.

Nichtsdestoweniger bleibt festzuhalten, dass man im Spiel auch auf fordernde Szenen treffen kann, welche bei zu schwacher Hardware dann zu ruckelndem Spielverhalten führen und damit den Spielspaß trüben können. Unterschätzen sollte man Thief also auf gar keinen Fall.