AMD Radeon R9 Fury - Mangelware im Test

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PowerTune-Limits, Zero-Core-Power und Auffälligkeiten



Temperaturlimit

Neuigkeiten zu PowerTune gibt es seit der Einführung der R9 290 und 290X, was auch für die R9 285 zum Tragen kommt, denn die Tonga-GPU verwendet die gleichen Techniken, die auch die Hawaii-Chips einsetzen. So findet sich laut AMD neben den typischen PowerTune-Techniken nun auch ein Temperaturziel (Temperature-Target) ein, welches dort auf 94 °C gesetzt sein soll.

Bild: AMD Radeon R9 Fury – Mangelware im Test


Allerdings ist dieses Temperaturlimit offenbar nicht bindend – die Board-Partner können darauf zurückgreifen, müssen es aber nicht. Das Limit ist damit je nach Grafikkarte und Board-Partner offenbar unterschiedlich. Bei Fury X blickten wir auf 75 °C unter dem Einsatz der integrierten AiO-Wasserkühlung. Bei Sapphires Fury X sehen wir ein gesetztes Limit von 85 °C. In der Praxis wurde dieses Limit nie erreicht, und damit setzte eine Drosselung über die Temperatur auch nicht ein.

AMD Power(Tune)-Limits

Der zweite Umstand der AMD-PowerTune-Technik ist eine Limitierung über die Leistungsaufnahme. Diese wird über Überwachungseinheiten auf dem Chip gesteuert. Erfolgt eine ungewöhnlich hohe Auslastung, so greifen die Mechanismen abermals gleich ein und drosseln Takt sowie Spannung, bis der Normalzustand wieder erreicht ist.

Wie bereits erläutert, haben wir in der Praxis ein solches Verhalten mit der Sapphire R9 Fury Tri-X ebenfalls nicht erlebt. In allen Lebenslagen, gar auch beim Übertakten, wurde der GPU-Takt nie gesenkt, so dass wir final auch die PowerTune-Limits nicht ermitteln konnten. Dabei blickten wir mittels Furmark im übertakteten Zustand gar auf satte 355 Watt, aber keine GPU-Drossel.

AMD Zero-Core-Power

Mit der Einführung der Radeon-HD-7000-Serie wirbt AMD mit der Zero-Core-Power-Technik, einem lobenswerten Feature, welches bei PCs im Idle-Zustand deutlich die Leistungsaufnahme senken soll. Sobald die Energieoptionen von Windows den Monitor in den Ruhezustand schicken, deaktiviert sich die Grafikkarte bis auf notwendige Stand-by-Spannungen und soll damit weniger als 3 Watt in der Leistungsaufnahme für sich beanspruchen.

Das hochgelobte AMD-Feature hat aber seine Macken und Tücken und funktioniert nach unseren Erfahrungen aktuell nicht, wenn der Monitor direkt mittels HDMI oder DisplayPort angeschlossen wird. AMD blieb uns leider bislang Antworten zu den Problemen schuldig und meinte, es hänge am Monitor, was wir nach den vielen unterschiedlichen Geräten inzwischen einfach nicht mehr glauben können. Fury X versagte bei Zero-Core-Power komplett, da kein DVI-Anschluss zur Verfügung steht.

Und wie zu erwarten, versagte hier auch Sapphire – geschuldet dem fehlenden DVI-Anschluss. Immerhin: AMD bewirbt Zero-Core-Power in keiner einzigen Präsentationsfolie mehr. So hat man eine prinzipiell tolle Funktion schlicht in die Versenkung geschickt, und das Ausschweigen zu Fehlfunktionen dürfte seine Gründe haben.