Ein How-To und ein Guide: Gaming-Mäuse erklärt

Peripherie | HT4U.net | Seite 11

Maustaster



Auch hier gilt das zuvor Geschriebene: Es gibt auch in diesem Bereich Namen, welche für Qualität stehen, aber nicht zwingend bedeutet der Einsatz eines Omron-Tasters, dass gleich auch die höchste Qualität verbaut ist. Nehmen wir uns als Beispiel die gerne gesehenen Omron D2FC-F-7N-Schalter.

Von insgesamt 20 Millionen Klicks sprechen die Hersteller gerne, welche auf diese Taster zurückgreifen. Das ist von Beginn an schon als Marketing zu bezeichnen, denn es werden zwei zum Einsatz kommende Schalter zusammenaddiert – also pro Taster wären es korrekterweise 10 Millionen Klicks. Diese Angabe bezieht sich dann laut Hersteller auf typische 60 Operationen pro Minute – bei 120 Operationen pro Minute halbiert sich die Anzahl auf maximal fünf Millionen Klicks. Doch sei es drum, das ist dennoch ein hoher Wert.

Bild: Ein How-To und ein Guide: Gaming-Mäuse erklärt
Bild: Ein How-To und ein Guide: Gaming-Mäuse erklärt
Omron-Taster Alps-Mausrad-Schalter


Wird bei einer Maus also Omron genannt, geht der etwas belesene Anwender gleich von guter oder hoher Qualität aus, abhängig von dem Wissen um einen bestimmten Schalter des Herstellers. Nehmen wir uns dann beispielsweise die Omron D2F-01-Taster, so haben wir es dort lediglich noch mit einer Million Klicks bei 60 Operationen pro Minute zu tun.

Und einen dritten Punkt gilt es zu berücksichtigen: Das Marketing spricht gerne in der Beschreibung von Omron-Tastern, bezieht sich dann aber zumeist nur auf die beiden Haupttaster der Maus – also rechte und linke Maustaste. Bei den weiteren Tasten, der Seitentaste oder dpi-Umschalttaste müssen darum nicht zwingend ebenfalls Omron-Modelle eingesetzt werden.

Im Rahmen unserer Möglichkeiten versuchen wir natürlich herauszufinden, mit welchen Schaltern wir es zu tun haben, und sei es nur durch Rücksprache mit den Herstellern. Das Öffnen von Mäusen zur Überprüfung ist immer unser zweiter Schritt, da dies nicht immer ganz simpel ist und in aller Regel mit Beschädigungen einhergeht.

Neben der Qualität der verbauten Schalter ist für die meisten Anwender der Druckpunkt wohl die wichtigste Information. Wer beispielsweise Games zockt, bei welchen Mausschalter längere Zeit gedrückt bleiben müssen, der wird mit einem Taster mit hohem Druckpunkt weniger glücklich sein und eher ein Variante mit weichem Druckpunkt bevorzugen. Wir messen daher den Auslösepunkt der beiden Haupttasten mittels Feingewichten. Das gelingt uns bis auf 1 Gramm relativ genau.

Besonderheiten

Nach den Ausführungen zum Kapitel Taster wäre es natürlich wünschenswert, wenn der Anwender entsprechende Optionen hätte, die Maus an seine Bedürfnisse anzupassen. Die perfekte Maus für die eigene Hand gefunden, aber die Taster passen nicht – kein seltener Umstand, und die Fachforen zum Thema Gaming-Mäuse sind voll mit Fragen dazu, ob man die Taster nicht eventuell wechseln könnte. Jemand, der gut mit dem Lötkolben umgehen kann und passende Bezugsquellen für die Taster hat, der könnte sich hier vielleicht helfen. Ein solches Vorgehen scheidet allerdings für die meisten Anwender eher aus.

Eine alternative Herangehensweise, zumindest bei den beiden Haupttastern, bietet ASUS mit der RoG-Gladius-Maus. Hier kommt ein Stecksystem für die Taster zum Einsatz und die Maus bietet dort eine hohe Kompatibilität zu diversen Omron-Tastern, so dass auch der Anwender zu Hause in der Lage ist, Taster problemlos zu wechseln.

Bild: Ein How-To und ein Guide: Gaming-Mäuse erklärt

Mit all ihrer Optionsvielfalt und den überzeugenden Werten im Test erhielt das Produkt gar auch eine unserer seltenen Auszeichnungen und Empfehlungen. Insbesondere auch, weil der Preis mit rund 75 Euro bei diesem Lieferumfang und den üblichen Preisen der Szene mehr als attraktiv ist.

Kabel oder nicht?



Grundsätzlich lautet die Antwort auf diese Frage "Kabel", und das ist auch die Sicht der meisten Spieler. Nicht selten führen die Funkverbindungen bei Mäusen zur Verschlechterung der Reaktionszeit durch Input-Lags bei der Übertragung.

Diverse kabellose Mäuse, insbesondere jene der günstigen Preisklassen, zeigen hier ein wirklich schlechtes Verhalten, und bislang haben wir erst eine Maus aus dem Gaming-Sektor im Haus gehabt, die uns das Gegenteil unter Beweis stellte, und das war die Razer Ouroboros. Unser Fazit zu diesem Produkt gab eine klare Empfehlung her, darf aber nicht so aufgefasst werden, dass jedes kabellose Razer-Produkt gleichgut funktioniert, denn die Razer Orochi, ebenfalls hier im Hause, kann unseren Ansprüchen an eine Spielermaus im kabellosen Betrieb nicht entsprechen.

Bild: Ein How-To und ein Guide: Gaming-Mäuse erklärt

Ein großer Nachteil dieser Freiheit bei der Ouroboros: der Preis! Denn aktuell muss man runde 145 Euro auf die Ladentheke legen – da werden dann viele doch lieber mit der Hälfte des Preises leben und auf Kabel setzen.