Ein How-To und ein Guide: Gaming-Mäuse erklärt

Peripherie | HT4U.net | Seite 12

Der passende Untergrund



Mauspads gibt es wie Sand am Meer, und die Preisklassen sind ebenfalls vielfältig. Die Hersteller unterscheiden hier meist in Speed- oder Control-Oberfächen. Dabei sind die Speed-Pads meist glatter, die Control-Pads rauer gehalten. Die Ausführungen müssen dabei aber nicht zwingend härtere Oberflächen mit sich bringen, denn Speed- und Control-Pads gibt es jeweils in Stoff-Ausführungen.

Dazwischen finden sich natürlich auch wirkliche Hard-Pads – aus Kunststoff oder Aluminium gefertigt -, welche wiederum dem Gros der Spieler nicht entgegenkommen. Hersteller von Peripherie aus dem Gaming-Sektor lästern unter der Hand gerne über über die Qualität von "günstigen Mauspads". Dabei meint man dann aber "günstig" nicht im Sinne eines geringeren Kostenfaktors, sondern im Sinne von "billig" und ohne passendes Fachwissen produziert. Diese Breitseite geht dann vollständig an Mainboard-Hersteller, die zunehmend auch ihre eigenen Gaming-Sparten ausbauen, dort auch Produkte aus dem Peripheriebereich hinzupflegen und teils dann auch im Lieferumfang gar Mauspads beilegen. Die Rede ist klar von ASUS, Gigabyte oder MSI. Diese Mainboard-Hersteller verfolgen gewisse Ziele und haben Ambitionen auf dem eSports-Sektor, und dort trifft man bei einem hochwertigen Mainboard hier und dort auch einmal die Beilage eines Mauspads an.

Während die Gaming-Szene der etablierten Hersteller das gerne belächelt und unter der Hand auch mal Breitseiten loslässt, begründet aber keiner exakt, wo das Problem liegen soll. Nehmen wir uns Zowies FK2-Maus. Auf einem "günstigen" MSI Speed-Pad hatten wir keine Probleme verzeichnen können, auf dem Zowie-Pad G-SR hingegen schon.

Wie können sich Probleme äußern?

Das beschreiben wir am besten anhand eines Videos:

Beispiel fehlerhaftes Verhalten


Auf verschiedenen Untergründen – insbesondere bei manchen Lasern festzumachen an eingearbeiteter Optik – hat der Maussensor Probleme beim Abtasten. Das kann in Rucklern, Stottern, Aussetzern erfolgen und ist nichts, was der Spieler wünscht oder brauchen kann.

Das Extrem

Jeder Hersteller von Gaming-Peripherie erwartet schlicht zwingend, dass seine Maus auf einem guten Mauspad betrieben wird. Dass ein Anwender die Maus ohne passenden Untersatz betreibt, gar auf einer Tischplatte aus strukturiertem Holz oder auf einer Glasplatte, ist ein "No-Go"!

Doch gerade hier finden sich solche Extreme. Unter den Büro-Anwendern gibt es genügend Personen, welche die Maus nicht auf einem Mauspad betreiben, und schlimmer wird es gar noch bei HTPC-Anwendern, welche vielleicht gar auf den Wohnzimmer-Glastisch setzen. Bei letzterem Untergrund funktioniert dann vielleicht noch manche Lasermaus, eine LED-Maus wird in aller Regel aber streiken.

Folgende Oberflächen kommen im Test zum Einsatz

Bild: Ein How-To und ein Guide: Gaming-Mäuse erklärt
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ASUS Whetstone ca. 50 Euro Razer Goliathus Control ca. 22 Euro Razer Goliathus Speed ca. 25 EUro
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Roccat Taito ca. 30 Euro SteelSeries QCK+ ca. 15 Euro Zowie G-SR ca. 30 Euro
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Gigabyte MP-8000 MSI Just Game Speed Holztisch – raue Maserung und Farbunterschiede


Wir haben uns zu diesem Thema mit Herstellern von Mäusen unterhalten und klare Empfehlungen zu Mauspads abgefragt. Diese Mauspads haben wir uns in einem gewissen Umfang besorgt, und deren Namen sind natürlich klangvoll. Darüber hinaus verwenden wir drei Pads von Mainboard-Herstellern, welche von den Peripherieherstellern als "günstig" oder "billig" erachtet werden. Und zu guter Letzt setzen wir zusätzlich noch auf eine schlichte Holztischplatte, welche mit manchen Unebenheiten und Farbunterschieden daherkommt. Auf Glas verzichten wir so lange, bis der Hersteller es explizit als funktionstüchtig erwähnt. Dann testen wir auch auf einem Glastisch. Wir werten ein Versagen auf Holzoberfläche (auch glatter) aber nur im Bereich Office-Einsatz, nicht im Bereich Gaming.

Was macht ein gutes Mauspad aus?

Eine feste Aussage oder Empfehlung lässt sich wegen subjektiver Vorlieben von Anwendern nicht treffen, es gibt allerdings grundlegende Merkmale und Punkte, auf welche man achten kann.
  • Oberfläche

    Die Oberfläche des Mauspads sollte prinzipiell optimale Gleiteigenschaften bieten, bei Präzisionsspielern etwas rauer gehalten sein und bei High-Sense-Spielern eine glatte Oberfläche bieten. Beide Flächen auf einer Oberfläche sollte man wegen den unterschiedlichen Gleiteigenschaften hingegen meiden. Gleichzeitig sollte die Oberfläche möglichst schmutzabweisend (bei Stoffen imprägniert) sein, damit eine Reinigung bei leichten Verschmutzungen möglich ist.

    Wichtig bei der Oberfläche ist vor allem aber der Strukturaufbau. Detailliert aufgebaute Oberflächen erlauben dem Sensor (und Kamera bei LED-Technik) korrektere Messungen und damit letztendlich eine präzisere Steuerung.

  • Maße und Dicke

    Die Maße sind vorrangig von den persönlichen Vorlieben zu entscheiden. Zählt man zu den Low-Sense-Spielern und muss mit der Maus darum größere Strecken zurücklegen, sollte man zu einem größeren Pad greifen. Die Hersteller bieten meist ihre Pads in drei Größen an: Small, Medium und Large. Ein High-Sense-Spieler kommt natürlich mit einer Small-Variante klar, welche auch deutlich weniger Platz auf dem Schreibtisch in Anspruch nimmt.

    Auch bei der Stärke gibt es Unterschiede. Manche Pads gibt es auch hier in unterschiedlichen Ausführungen, beispielsweise 3 oder 5 mm Stärke. Manche Exoten kommen gar mit einer Handballenauflage daher. Hier ist der persönliche Geschmack ebenfalls wieder ausschlaggebend – wir persönlich bevorzugen eine Stärke von 5 mm bei großen Pads und 3 mm bei kleinen Varianten.

  • Lebenserwartung

    Hier wird es kniffelig. Natürlich hofft man auf eine lange Lebenserwartung, wirkliche Angaben dazu gibt es aber eben nicht. Wer viel spielt, der hat einen höheren Verschleiß, und unschön ist es, wenn die Oberfläche oder die Ränder sich schon nach wenigen Monaten zu lösen beginnen. Insbesondere bei der Oberfläche ist dann schon das Ende des Spielgenusses erreicht, bei Materialablösungen an den äußeren Rändern zumindest der optische Genuss.

  • Rutschhemmend

    Absolut wichtig ist bei Mauspads natürlich, dass sie nicht bei der kleinsten Bewegung verrutschen. Viele Pads kommen darum auf der Rückseite mit einer Gummierung daher, welche das verhindert. Pads, welche auf der Rückkseite ausschließlich Stoff bieten, sollte man meiden. Dort erwischt man sich mehr bei der neuen Ausrichtung des Pads, als bei der Ausrichtung der Maus auf den Gegner.


Persönliche Empfehlungen

Wie unsere Liste an Test-Oberflächen oben bereits zeigt, haben wir natürlich eine gewisse Auswahlmöglichkeit. Das ASUS Whetstone ist der insgeheime Favorit unseres Spieletesters Dominik. Es passt von seiner geringen Größe her wunderbar zum High-Sense-Gaming. Es ist sehr schmutzunempfindlich durch seine Stoff-Silikon-Mischung und kann auch Flüssigkeiten widerstehen. Seine Rückseite ist ebenfalls sehr gut gegen ein Verrutschen des Pads designt worden. Der Wermutstropfen beim Whetstone ist sicherlich der sehr hohe Preis von 50 Euro, weshalb wir keine volle Empfehlung aussprechen wollen. So teuer sollte ein Mauspad eben nicht sein.

Damit wäre sein zweiter Griff wohl das Razer Goliathus Speed in der Small- oder Medium-Ausführung, welches bereits zu Preisen ab rund 23 Euro zu haben ist.

Grafikkartenspezialist Peter mag die großen Größen, da er nicht selten eine oder zwei Stufen im dpi-Bereich zurückschalten muss, um präzise die Maus steuern zu können. Sein optischer Favorit ist Razers Goliathus in der Control-Version. Da aus den diversen Maustests aber auch klar wurde, dass die Farbgebungen der Oberflächen durchaus ein Zünglein an der Waage sein können, wenn man es mit einem etwas zickigeren Sensor zu tun hat, bevorzugt er das Roccat Taito in 5-mm-Stärke und King-Size-Größe.