Ein How-To und ein Guide: Gaming-Mäuse erklärt

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Gaming-Mouse-Fachbegriffe



Wir wollen versuchen, ein gewisses Schema in die folgenden Erklärungen mit einzubringen und bauen unter Umständen von erklärtem zu erklärtem Begriff aufeinander auf. Nur so lässt sich aus unserer Sicht die Materie am besten beleuchten. Dabei gehen wir sicher auch auf Dinge ein, welche vielen Lesern ohnehin bekannt sind, müssen diese aber für die Einsteiger und Laien dennoch mit erklären.

Low-Sense-/High-Sense-Gamer



Das englische Wort Sense steht eigentlich für Sinn(e) oder Gefühl. In Zusammenhang mit Low-Sense- oder High-Sense-Spielern ist aber eher die gewünschte Geschwindigkeit zu verstehen, mit welcher der Mauszeiger über den Bildschirm bewegt werden kann. Je höher die dpi-Stufe ist, auf welcher eine Maus arbeitet, desto kürzer ist die Bewegung der Maus auf dem Mauspad, um den Zeiger über große Strecken auf dem Bildschirm zu bewegen. Man könnte es auch als sensitives Empfinden der Reaktion der Maus auf Eingaben bezeichnen.

Ein Low-Sense-Spieler bevorzugt niedrige dpi-Stufen und steuert nach seinem Gefühl damit präziser, ein High-Sense-Spieler setzt auf hohe dpi-Stufen und ist damit in sehr schnellen Shootern – abhängig von seiner Reaktionszeit – agiler. Dazwischen gibt es wohl noch die Bezeichnung Mid-Sense-Gamer – immer gerne in Teamplays gesehen, aber keine Gruppe, welche sich aus den Spielern so richtig herausstellen kann. Die absolut exakten Low-Sense-Spieler werden in Teamspielen gerne als präzise Sniper eingesetzt, die höchst agilen High-Sense-Spieler sind dann als Frontschweine zu verstehen.

Wo Low Sense endet und High Sense startet, kann man überhaupt nicht festhalten. Noch vor wenigen Jahren bezeichnete man einen Spieler der auf einer dpi-Stufe von 800 spielte, als High-Sense-Spieler, jenen auf 400 als Low-Sense-Spieler. Inzwischen gibt es Mäuse, welche mit 6.000 oder gar 8.000 dpi arbeiten, und es gibt Spieler, die sich bei Einstellungen um 800 oder gar 1.200 dpi selbst als Low-Sense-Spieler bezeichnen.

Wollen wir heute eine Grenze ziehen (was nur subjektiv möglich ist), so sind Spieler im Bereich zwischen 400 und 800 dpi wohl die Low-Sense-Vertreter, jene ab etwa 3.000 dpi die High-Sense-Spieler. Dazwischen befindet sich die Mid-Range, also die Mittelklasse.

dpi-Stufen



Klar, dass wir nach den zuvor erklärten Begriffen als Nächstes nun zwingend die Begrifflichkeit dpi-Stufen erklären müssen. Die Abkürzung dpi steht für Dots per Inch, also wie viele Pixel pro Inch (Zoll) vom Sensor der Maus abgetastet werden. Ein Inch entspricht umgerechnet 25,4 mm. Anhand dieser Angaben ist man durch simples Berechnen der eigenen Bildschirmbreite (Darstellungsbreite in Pixeln) in der Lage, die dpi-Stufen mittels eines handelsüblichen Maßbandes zu überprüfen.

Nehmen wir uns folgendes Beispiel zur Berechnung:

Der eigene Monitor bietet eine Auflösung von 2.560 x 1.440 Bildpunkten. Der erste Wert dieser Nennung stellt die Breite der Bildschirmdarstellung in Pixeln dar, der zweite die Höhe.

Die Maus bietet beispielsweise eine dpi-Stufe von 800 dpi, also sollte der Sensor in der Lage sein, 800 Pixel auf einer Strecke von 25,4 mm (1 Inch) einzulesen. Damit ergeben sich die folgenden Strecken, welche die Maus bei der jeweiligen dpi-Stufe zurücklegen muss:

  • 800 dpi
    2.560 Pixel/800 dpi = 3,2 inch = 81,28 mm
  • 1.600 dpi
    2.560 Pixel/1.600 dpi = 1,6 inch = 40,64 mm
  • 3.200 dpi
    2.560 Pixel/3.200 dpi = 0,8 inch = 20,32 mm
  • 6.400 dpi
    2.560 Pixel/6.400 dpi = 0,4 inch = 10,15 mm


Auf einer dpi-Stufe von 6.400 sollte der Mauszeiger also vom linken Bildschirmrand den rechten Bildschirmrand erreichen, indem die Maus lediglich um rund einen Zentimeter auf dem Mauspad bewegt wird. Bei 800 dpi sind es hingegen runde 81 mm, also 8,1 cm!

Bild: ASUS RoG Gladius – Perfektion für Spieler
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Bild: ASUS RoG Gladius – Perfektion für Spieler
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Bild: ASUS RoG Gladius – Perfektion für Spieler
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Dies erklärt dann auch sofort, warum bei Low-Sense-Spielern gerne große ausladende Mauspads zum Einsatz kommen, denn in kleinen dpi-Stufen muss die Maus über deutlich größere Strecken bewegt werden, um das gewünschte Ziel zu erreichen, als in hohen dpi-Stufen.

Gleichzeitig erklärt dies, warum es bei einigen Spielermäusen die Option gibt, mittels simplen Drucks einer separaten Taste zwischen dpi-Stufen zu wechseln. Denn selbst wenn ich in einem sehr schnellen Spiel mit 4.000 dpi unterwegs bin, allerdings beispielsweise mit einer Sniper-Szene konfrontiert werde, welche höchste Präzision erfordert, schalte ich gerne auf eine geringere dpi-Stufe wie etwa 800 dpi zurück. Die grundlegende Aussage, dass höhere dpi-Stufen weniger präzise sind, ist damit prinzipiell zutreffend, sollte aber nicht zu der Annahme führen, dass die Maus damit weniger präzise ist – es liegt letzten Endes überwiegend an der Person, welche die Maus bedient.

Der aufgezeigte Weg ist ein Teil unserer Tests bei Gaming-Mäusen, um festzustellen, ob die dpi-Angaben eben auch relativ korrekt von der Maus umgesetzt werden. Wir testen dabei grundsätzlich drei Stufen, und sollte es dabei zu ungewöhnlichen Auffälligkeiten kommen, auch noch weitere Stufen. Zusätzlich kann man sich des Tools Enotus Mouse Tester bedienen, welches eine Reihe von Testserien mit sich bringt, darunter auch mehr oder minder genau die dpi-Stufen prüfen kann. Es bedarf dabei aber ein wenig Gewöhnung an die Software und die Führung der Maus in diesen Tests. Leider ist die Funktionsweise der Software vom Autor nie genau dokumentiert worden, und weiterentwickelt wird sie unseres Wissens nach ebenfalls nicht. Macht man aber, was der Autor der Software im Test beschreibt, erhält man durchaus brauchbare Resultate.

Bild: ASUS RoG Gladius – Perfektion für Spieler
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Default: 1.600 dpi/500 Hz PR 1.600 dpi/1.000 Hz PR 3.200 dpi/1.000 Hz PR 6.400 dpi/1.000 Hz PR 6.400 dpi/1.500 Hz PR
Beispiele aus dem Test der ASUS Gladius