Ein How-To und ein Guide: Gaming-Mäuse erklärt

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Lift-off-Distance



Unter der Lift-off-Distance (LoD) versteht man den Abstand des Maussensors zum Untergrund, bei welchem er noch zu Reaktionen als Eingabe auf dem Monitor neigt. Typisch bei vielen Gaming-Mäusen ist die Angabe von 1,5 bis 1,8 mm. Das bedeutet also, wenn der Sensor über 1,5 mm vom Untergrund abgehoben wird, reagiert der Mauszeiger auf dem Bildschirm nicht mehr.

Wozu braucht man das? Wir haben zuvor die Gruppe Low-Sense-Spieler und die dpi-Stufen erklärt und eben festgestellt, dass ein Spieler auf einer 800er-dpi-Stufe deutlich größere Strecken auf dem Mauspad zurücklegen muss. Bei 800 dpi immerhin rund 8,1 cm, um den Mauszeiger von der linken Bildschirmseite eines Monitors zur rechten Bildschirmseite zu bewegen, wenn dieser mit 2.560 Bildpunkten in der Breite auflöst. Bei lediglich 400 dpi verdoppelt sich der Weg.

Da mit dem Arm und der Hand 8,1 cm (oder gar 16 cm bei 400 dpi) zu überbrücken weder ergonomisch noch praktikabel ist, tritt der schlichte Umstand ein, dass man die Maus anhebt und sie auf der Unterlage neu positioniert. Ist dann die Lift-off-Distance nicht deutlich limitiert, wird der Mauszeiger auf dem Bildschirm sofort wild positioniert werden und man müsste erneut damit beginnen, seine Position auf dem Bildschirm mittels Mausbewegungen zu finden.

Die LoD ist damit ein wirklich wichtiges Kriterium bei Spielermäusen und gehört daher ebenfalls zu unseren Tests.

Wir testen diesen Punkt, indem wir uns schlicht verschiedener Distanzstücke bedienen, welche wir unter die vorderen und hinteren Mausfüße legen und dann prüfen, ab welcher Höhe der Mauszeiger nicht mehr reagiert. Dabei ist es nicht unser Ziel, auf den Millimeter exakt diese Distanz herauszufinden, sondern vielmehr, ob der Hersteller seine diesbezüglichen Versprechen hält und das Produkt an dieser Stelle Vor- oder Nachteile mit sich bringt.

Bild: ASUS RoG Gladius – Perfektion für Spieler
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Bild: ASUS RoG Gladius – Perfektion für Spieler
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Bild: ASUS RoG Gladius – Perfektion für Spieler
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USB-Polling-Rate



Ein weiterer wesentlicher Punkt, auf welchen Spieler bei Gaming-Mäusen achten, ist die USB-Polling-Rate, was zu Deutsch auch als USB-Signalrate bezeichnet wird.

Mit der USB-Signalrate ist die interne Frequenz gemeint, mittels welcher der USB-Anschluss arbeitet – in manchen Fällen auch als "USB Report Rate", "USB Polling Rate" oder "Mouse Polling Rate" bezeichnet. Nach USB-Spezifikation sind hier 125 Hz vorgesehen, und schon nach Einführung von USB-Mäusen stritten sich die Gelehrten über die Unterschiede der Performance von PS/2-Mäusen gegenüber USB-Mäusen. Das rührt schlicht von den damit verbundenen Reaktionszeiten her.
USB-Signalrate Reaktionszeit
1.000 Hz 1 ms
500 Hz 2 ms
250 Hz 4 ms
125 Hz 8 ms
100 Hz 10 ms

Es liegt natürlich auf der Hand, dass kürzere Reaktionszeiten wünschenswert sind und dass sich in schnellen Titeln die Unterschiede zwischen 8 und 2 Millisekunden auswirken können. Das Optimum über die Jahre hinweg wurde mit 1.000 Hz gesehen. Inzwischen bieten manche Hersteller über ihre Software-Steuerung gar auch Raten bis zu 2.000 Hz, was man dann aber gerne als Marketing abtun kann. Nützlich ist dies wohl für kaum jemandem. Unterschiede zwischen 500 und 1.000 Hz dürften vermutlich nur von den wenigsten Profispielern wahrgenommen werden, selbst der Wechsel zwischen 250 und 500 Hz fällt den wenigsten Anwendern auf.

Prüfen kann man die USB-Polling-Rate einmal über diverse Anwendungen, wie nachstehend mittels des etwas betagten Tools Direct Input Mouse Rate gezeigt.

Bild: Zowie FK2 im Test
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Bild: Zowie FK2 im Test
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Bild: Zowie FK2 im Test
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1.000 Hz (Default) 500 Hz 125 Hz


Aber auch der Enotus Mouse Tester, welchen wir bereits im Kapitel dpi-Stufen vorgestellt haben, kann die USB-Signalrate recht verlässlich prüfen.

Bild: Ein How-To und ein Guide: Gaming-Mäuse erklärt


Da Enotus Mouse Tester mehr zu bieten hat, als DIMR, bevorzugen wir in unseren Tests dieses Tool. Darüber hinaus kann man die Auswirkungen der Polling-Rate auch über den Humanbenchmark nachstellen. Da es sich hier jedoch vorrangig um einen Reaktionstest handelt, welcher von mehreren Faktoren abhängig ist, sollte man im besten Fall mit einem Monitor mit einer Refresh-Rate von 120 oder besser noch 144 Hz arbeiten. In diesem Falle kann man durchaus im Mittel Veränderungen zwischen 125 oder 500 Hz ausmachen. Auch dies gehört mit zu den Tests unserer Herangehensweise bei Mäusen.