Geoblocking und Ländersperren

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Online-Glücksspiel



In Deutschland liegt das sogenannte Glücksspielmonopol beim Staat, was bedeutet, dass das öffentliche Ermöglichen von Glücksspielen nur mit einer staatlichen Genehmigung möglich ist und streng kontrolliert wird. Das Online-Glücksspiel dagegen ist nicht so streng geregelt, und so befinden sich viele Online-Casinos rechtlich in einer Grauzone. Die Lizenzierungsgesetze unterscheiden sich zum Teil sogar je nach Bundesland, wie auf Casinoverdiener.com näher ausgeführt wird.

Selbst wenn ein Betreiber eine Lizenz aus dem einen Bundesland besitzt, ist nicht gewährleistet, dass diese auch einwandfrei in einem anderen Bundesland genutzt werden kann. Der Glücksspiel-Änderungsstaatsvertrag, der am 1. Juli 2012 in Kraft getreten ist, besagt, dass das Betreiben eines Online-Casinos für deutsche Unternehmer grundsätzlich verboten ist. Allerdings hat Schleswig-Holstein seit diesem Jahr insgesamt zwölf Lizenzen für Online-Casinos vergeben. Einzig das Saarland beschäftigt sich intensiv mit der Verfolgung von Online-Casinos, andere Bundesländer bemühen sich eher selten darum, und Spieler werden darüber hinaus noch seltener verfolgt.

Nichtsdestoweniger ist die Nutzung eines widerrechtlich bereitgestellten Angebots strafbar, und wer auf einer illegal betriebenen Glücksspiel-Website Gewinne erzielt, diese aber nicht erhält, hat keinerlei rechtliche Handhabe gegen die Betreiber. Ein geringeres Risiko ergibt sich mit Webseiten, die über eine Lizenz aus dem europäischen Ausland verfügen. Hier sind Spieler im Rahmen des Europarechtes abgesichert, denn die Betreiber müssen den europäischen Daten- und Verbraucherschutz berücksichtigen.

Streaming-Dienste



Neben den bekannten Videoplattformen wie YouTube werden vor allem auch Streaming-Dienste wie Netflix, Maxdome oder Watchever immer beliebter. Die Angebote unterscheiden sich allerdings je nach Zugriffsland sehr, und zahlende Kunden von Video-on-Demand-Diensten ärgern sich, wenn sie Inhalte, für die sie eigentlich bezahlt haben, dann beispielsweise während eines Urlaubs im Ausland nicht nutzen können. Nur etwa vier Prozent aller Video-on-Demand-Inhalte sind innerhalb der EU über mehrere Ländergrenzen hinweg verfügbar.

YouTube

Für deutsche YouTube-Nutzer besonders ärgerlich ist diese Einblendung:

Bild: Geoblocking und Ländersperren

Das Problem hierbei besteht darin, dass die GEMA als Verwertungsgesellschaft Künstler und Musikverlage vertritt und daher von YouTube Anteile am Gewinn verlangt, die mittels der Videos erwirtschaftet wurden. YouTube selbst betrachtet sich allerdings lediglich als Plattform für Inhalte, nicht aber als Anbieter, und verhandelt daher schon seit 2009 mit der GEMA über einen entsprechenden Vertrag, wie bei iRights.info nachgelesen werden kann.

Ein wichtiger Punkt in den Nutzungsbedingungen von YouTube besagt, dass Nutzer, die Inhalte hochladen, "über sämtliche erforderlichen Lizenzen, Rechte, Zustimmungen und Erlaubnisse verfügen" müssen (siehe hier). Andernfalls dürfen die Inhalte nicht hochgeladen werden. In der Realität halten sich daran sehr viele Nutzer nicht. Die einzige Konsequenz ist aber häufig nur, dass die Videos ganz entfernt oder der Ton unterdrückt wird.

Netflix

Netflix gehört in den USA zu den beliebtesten Anbietern von Video on Demand. In Deutschland ist der Dienst seit September 2014 verfügbar und setzt sich bislang eher zögerlich durch, was unter anderem daran liegt, dass die erforderlichen Lizenzen für Filme und Serien fehlen und diese entsprechend nicht von Netflix ausgestrahlt werden dürfen. Die Rechte hierfür kauft das Unternehmen bei den deutschen Sendeanstalten, Verleihern und Filmstudios; diese befürchten allerdings auf Dauer eine Monopolstellung von Netflix und sind nicht immer bereit, die Lizenzen zu verkaufen.

Gerade in Deutschland fühlen sich viele Nutzer dadurch sehr benachteiligt, weil ein großer Teil der Inhalte, der beim amerikanischen Netflix verfügbar ist, in Deutschland nicht zum Programm gehört. Netflix befindet sich seit dem letzten Jahr kontinuierlich in Verhandlungen und stellt auch in Aussicht, auf lange Sicht selbst Inhalte für den deutschen Markt zu produzieren. Nicht immer sind fehlende Lizenzen der einzige Grund für unterschiedliche Angebote. Netflix selbst möchte sich nach eigener Aussage (siehe hier) auf die regionalen Märkte einstellen und entsprechend unterschiedliche Vorlieben bedienen.