GeForce GTX 960: MSI GTX 960 Gaming 2G im Test

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Power- und Temperaturlimitierungen



Power- und Temp-Target

Dreh- und Angelpunkt der NVIDIA GPU-Boost-Technik 1.0 war das Power-Target – die maximal erlaubte Leistungsaufnahme. Ab GeForce GTX Titan gibt es GPU-Boost 2.0 und damit zusätzlich das Temperature-Target. Jede NVIDIA-basierende Grafikkarte mit dieser Technik kommt mit einem maximalen Takt (GPU-Boost) daher. Unter Last arbeitet eine solche NVIDIA-Karte dann aber nur so lange auf diesem hohen Takt, wie die beiden genannten Limits nicht erreicht werden. Bei Erreichen dieser gesetzten maximalen Leistungsaufnahme oder Temperatur werden sodann Taktraten und Spannungen der GPU reduziert, und zwar so lange, bis die Grafikkarte eine Taktstufe findet, bei welcher diese Grenzen nicht mehr überschritten werden.

Bild: NVIDIA GeForce GTX 780 im Test


Die Einwirkung in diese Limitierungen ist bei der GeForce GTX 980 und bei der GTX 970 über Tools möglich. Den Board-Partnern lässt NVIDIA hier Spielräume – zu welchen Bedingungen, ist nicht bekannt. Gleiches gilt nun offenbar ebenfalls für die GeForce GTX 960.

Bild: GeForce GTX 960: MSI GTX 960 Gaming 2G im Test


NVIDIA nennt die Base-Clock mit 1.126 MHz und den gemittelten Boost-Takt mit 1.178 MHz. Die MSI GTX 960 Gaming 2G arbeitet hingegen mit einem maximalen Boost-Takt von 1.354 MHz. Die Power-Limitierungen können um 8 Prozent nach oben gelockert werden, und eine maximale Spannungszugabe von 100 mVolt ist möglich. Das in diesem Falle uninteressante Temperaturlimit kann bis 91 °C hochgeschraubt werden, wird durch den Kühler und die GPU in der Praxis aber nie erreicht.

Leistungsaufnahme und Boost

Die Leistungsaufnahme der GeForce GTX 960 nennt NVIDIA offiziell mit 120 Watt. Auf welches Referenzdesign dies speziell bezogen ist, ist uns nicht bekannt – Bilder einer Referenzgrafikkarte legte der Hersteller nicht vor.

Wie bereits erwähnt, liegt der maximale Boost-Takt der MSI GTX 960 Gaming 2G mit 1.354 MHz rund 176 MHz höher als die NVIDIA-Angabe, und dieser Takt wird – mit Ausnahme von Furmark-Last – in Spielen durch die Bank gehalten. Dabei erreicht die MSI-Grafikkarte eine Leistungsaufnahme von maximal 124,5 Watt. Mittels Furmark konnten wir das Ganze auf maximal 130 Watt steigern, allerdings bereits mit Taktlimitierungen. Hier dürfte MSI also das Power-Target gesetzt haben. Die erlaubte Zugabe von 8 Prozent beim Power-Target sorgte für einen Anstieg der Leistungsaufnahme auf maximal 140 Watt.

Damit steht natürlich fest, dass der 8-Pin-Stromstecker der MSI-Grafikkarte absolut unnützes Beiwerk darstellt und in der Praxis keinerlei Bewandtnis besitzt.

Interessanter waren dann allerdings unsere Tests auf einem maximalen Boost-Takt von 1.178 MHz (NVIDIA-Referenzangabe). Dies takteten wir über den Power-Target-Regler ein, bis maximal 1.178 MHz Boost-Takt erzielt wurden. Unter Verwendung der hochwertigen MSI-Kühlung erreichte die GPU dabei dann lediglich noch eine Leistungsaufnahme von maximal 95 Watt! Es bräuchte also eine deutlich schlechtere Kühlung und klar mehr Takt, damit eine GeForce GTX 960 in der Praxis die Leistungsaufnahme von 120 Watt erreicht.