Ein Kommentar: Maxwell - der holprige Start

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Details zu den Einschränkungen der GTX 970


Raster-Operations-Einheiten



Mit den offiziellen Angaben zur GTX 970 hat NVIDIA einen Bock geschossen. Das betrifft auch die Rasteroperationen, ROPs, also die letzte Stufe im Pixel-Rendering.

Die originalen Unterlagen zur 970 geben den falschen Wert von 64 an. Das kommt selbst bei wohlmeinender Zählweise nicht hin, die 970 hat 56 aktive ROPs. Seit Maxwell liegen einige Bestandteile der ROPs direkt im SMX. Deaktiviert man einen SMX, fallen im gleichen Maße auch ROPs aus. Dieser Flaschenhals begrenzt den maximalen Durchsatz auf 52 Pixel pro Takt.

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Bildquelle: PcPer


Wer in der IT-Branche arbeitet, weiß, dass die gesamte Firma ein offensichtliches Detail für geraume Zeit übersehen kann. An dieser Stelle möchten wir der NVIDIA-Darstellung glauben, dass es eine versehentliche Fehlkommunikation zwischen Technik und Marketing gab.

Speicher-Controller



Kommen wir zum Speicher. Jeder Zugriff geht über den Cache; es gibt keine Datenpfade, den Cache zu umgehen. Die GTX 980 hat acht L2-Cache-Blöcke, die jeweils einen 32-Bit-GDDR5-Speicher-Controller bedienen. Jeder Speicher-Controller steuert einen der acht GDDR5-Chips mit 512 MiB Kapazität. Daraus ergibt sich in der Summe ein Interface von 8 x 32 = 256 Bit pro Takt.

Auf der GTX 970 sind nur sieben Cache-Blöcke aktiv. Der 3,5-GiB-Speicher ist also mit nur 7 x 32 = 224 Bit pro Takt angebunden.

Der achte Speicher-Controller für das letzte halbe GiB RAM müsste einen anderen Cache-Block mitbenutzen, was wiederum dessen Speicher-Controller ausbremsen würde. Deshalb wird er nach Möglichkeit gar nicht genutzt, und wenn doch, stehen ihm nur 32 Bit pro Takt zur Verfügung.

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